23.02.11 | Autor / Redakteur: Norbert Helle*, Meike Baden*, Dirk Bremer** und Frederick D. Foster** / Marc Platthaus

Bei Organtransplantationen werden Immunsuppressiva eingesetzt, um Abstoßungsreaktionen zu vermeiden. Lesen Sie, wie eine LC-MS/MS-Methode dabei hilft, den Medikamentenspiegel zu kontrollieren.
Um sich gegen Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten und andere schädliche Umwelteinflüsse zur Wehr zu setzen, ist der Mensch mit einem wirkungsvollen Abwehrmechanismus ausgestattet: dem Immunsystem.
Fremdkörper, die unseren Organismus attackieren oder in ihn eindringen, lösen eine Generalmobilmachung aller Schutztruppen aus; der Eindringling wird mit aller Macht bekämpft. Problematisch wird es, wenn unser Schutzschild entgegen seiner eigentlichen Funktion selbstzerstörerische Tendenzen zeigt oder entwickelt und körpereigenes Gewebe angreift, wie es beispielsweise bei Autoimmunerkrankungen der Fall ist.
Ebenfalls unerwünscht sind Immunreaktionen, die sich gegen Gewebe wenden, das aus therapeutischen Zwecken implantiert wurde, etwa im Fall einer Organverpflanzung. In der Regel stößt der Organismus fremde Organe nämlich ab. Der Patient würde sterben, wäre die Medizin nicht in der Lage, das Immunsystem medikamentös mittels so genannter Immunsuppressiva zu beeinflussen, d.h. ihre Fähigkeit, Fremdgewebe abzustoßen, herabzusetzen.
Cyclosporin A, Everolimus, Sirolimus und Tacrolimus sind die am häufigsten beschriebenen immunsuppressiven Arzneimittelstoffe. Aufgrund individueller Variationen in der Pharmakokinetik erhalten Patienten meist Kombinationen unterschiedlicher Wirkstoffe. Der Einsatz von Immunsuppressiva geschieht nicht ohne Risiko: Bei zu niedriger Dosierung ist nach wie vor mit Abstoßungsreaktionen zu rechnen; bei zu hoher Dosierung hingegen kann die Immunität des Organempfängers erheblich reduziert werden wie auch seine Widerstandskraft gegen Infektionserkrankungen. Um den Therapieverlauf und -erfolg überwachen und sicherstellen zu können, muss die Arzneimittelkonzentration laufend kontrolliert werden. Hierzu haben sich insbesondere LC-MS/MS-Methoden bewährt, wobei sich die Probenvorbereitung als kritisch erweist. Weil Offline-Techniken sehr zeitaufwändig sind, präferieren klinische Laboratorien automatisierte Verfahren in Kombination mit der LC-MS/MS. Im Auftrag eines namhaften deutschen Universitätsklinikums wurde von der Tela GmbH in Zusammenarbeit mit Experten von Gerstel eine LC-MS/MS-Methode entwickelt, die eine effiziente und sichere automatisierte Aufbereitung von Vollblutproben und die anschließende Bestimmung immunsuppressiver Wirkstoffe erlaubt. Gleichzeitig wurde dem Wunsch nach einer individualisierten Aufzeichnung von Messverlauf und -ergebnissen Rechnung getragen. Die chromatographische Trennung erfolgte mit einem Agilent 1200 Rapid Solution LC, die Detektion mit einem Massenspektrometer Agilent 6410 QQQ. Ein in das LC-MS/MS-System integrierter Gerstel-Multi-Purpose-Sampler (MPS) wurde für die vollautomatisierte Bearbeitung der Vollblutproben eingesetzt.
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