29.10.2009 | Autor / Redakteur: Ralf Baumann* und Kamillo Weiß** / Marc Platthaus

Bei der Fabrikation von Verbrauchsmaterial für die Analysentechnik wie Filter müssen die Hersteller zahlreiche Vorgaben einhalten, um die Genauigkeitsanforderungen für die Analytik zu gewährleisten. Wie eine leistungsstarke, automatisierte Bildverarbeitung hierbei hilft, lesen Sie in diesem Beitrag.
Millipore ist einer der führenden Hersteller medizinischer Filter und Filtergehäuse aus transparentem Kunststoff für die Analyse von Flüssigkeiten in der Medizin, Pharmazie und Bio-logie. Die Zentrifugen-Filtereinheiten des Unternehmens werden in einer neuen vollautomatischen Fertigungslinie aus den einzelnen Bestandteilen bis zum gebrauchsfertigen Endprodukt zusammengefügt. Die Filtereinheit wird auf dem Werkstückträger-Transportsystem durch die verschiedenen Prozessmodule der Linie geführt und schrittweise zusammengesetzt. Die Einzelbestandteile werden der Fertigungslinie in den jeweiligen Modulen zugeführt. Vom Filterträger (Panel) am Anfang der Linie, über die Integration der Membrane bis zur Schraubkappe des Probenröhrchens zum Schluss.
In einigen dieser Fertigungsmodule sind Gefasoft-Vision-Systeme In-Sight von Cognex integriert, um die Bauteile aus transparentem Kunststoff in der richtigen Orientierung dem Schweißprozess präzise zuzuführen oder nach dem Bedrucken des Filterhalters das Druckbild zu überprüfen.
Insgesamt fünf In-Sight 5100, mit integriertem Ethernetanschluss, gewährleisten dabei in drei Prüfstationen die richtige Verarbeitung der Komponenten. Mit der Vision-Entwicklungsumgebung In-Sight-Explorer können darüber hinaus ganze Netzwerke von Vision-Systemen der Produktfamilie In-Sight erstellt und in die komplette Prozesskommunikation eingebunden werden. Die Programmierung kann dabei auch von Nicht-Spezialisten der Bildverarbeitung auf einfache Weise erstellt werden. Anpassungen an den laufenden Prozess und Prüfprogramme für neue Produktvarianten können schnell durch einfaches Parametrieren erzielt werden. Dies erwies sich vor allem bei der Inbetriebnahme der Anlage sowie bei der Anpassung an Produktveränderungen als großer Vorteil. Die Anlage kann mit den zwei Produkttypen Amicon Ultra-4 (Filtereinheit mit 4 ml) und Amicon Ultra-15 (15 ml) gefahren werden. Diese Filtereinheiten bestehen jeweils aus einem vertikalen Kunststoff-Filtergehäuse mit zwei rechteckigen Filtereinsätzen, den so genannten Coupons, und einem umschließenden, verschraubbaren Kunststoffröhrchen für den Einsatz in Laborzentrifugen.
In der ersten Prüfstation der Fertigungslinie sorgen zwei vollkommen autark arbeitende In-Sight 5100 für die lagerichtige und exakte Zufuhr der Filtergehäuse aus dem Behälter des Rüttelförderers. Die Bauteile auf konventionelle Weise mithilfe mechanischer Schikanen zu sortieren, um sie lagerichtig zuzuführen, ist aufgrund der Bauteilsymmetrie nicht möglich. Die intelligenten Vision-Systeme sind ca. 140 mm über der Prüfposition, in einem Winkel von 90° zur Bauteiloberfläche angebracht. Die im Cognex In-Sight 5100 integrierte Software kontrolliert die Kunststoffteile im Auslauf des Rüttelförderers auf exakte Ausrichtung und Drehlage.
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