Worldwide China

Atlas-Detektor

Atlas-Detektor aus Lego-Steinen nachgebaut

| Redakteur: Marc Platthaus

Das Modell des ATLAS-Detektorsbesteht aus insgesamt 9.517 Lego-Bausteinen. Oliver Ricken, Robert Menzen, Christoph Krieger, Steffen Schaepe (von links) und weitere Kollegen vom Physikalischen Institut der Universität Bonn haben es zusammengebaut. (c)
Das Modell des ATLAS-Detektorsbesteht aus insgesamt 9.517 Lego-Bausteinen. Oliver Ricken, Robert Menzen, Christoph Krieger, Steffen Schaepe (von links) und weitere Kollegen vom Physikalischen Institut der Universität Bonn haben es zusammengebaut. (c) (Bild: Volker Lannert/Uni Bonn)

Wer Laien Hochtechnologie-Forschung nahebringen will, braucht ein Anschauungsobjekt. Deshalb setzten Physiker der Universität Bonn nun aus Tausenden Lego-Bausteinen ein Modell des Atlas-Detektors zusammen. Mit der riesigen Maschine wurde vergangenes Jahr das rätselhafte Higgs-Boson aufgespürt. Der Nachbau im Maßstab 1 : 50 soll nun im Foyer des Wolfgang-Paul-Hörsaals ausgestellt werden.

Bonn – Weltweit für Schlagzeilen sorgte die Jagd nach dem rätselhaften Higgs-Boson. Es ist so wichtig für das physikalische Weltbild, weil es den Elementarteilchen ihre Masse verleiht. Forscher des europäischen Teilchenforschungszentrums Cern in Genf haben es aller Wahrscheinlichkeit nach im vergangenen Jahr aufgespürt. Einen maßgeblichen Beitrag beim Nachweis leistete das Messgerät Atlas. An den Experimenten mit dieser riesigen Maschine sind die Physiker der Universität Bonn beteiligt, die nun den Atlas-Detektor in verkleinerter Form nachgebaut haben. Prof. Dr. Klaus Desch war sofort von der Idee begeistert, als sein Doktorand Steffen Schaepe vorschlug, mit Legosteinen den hochkomplexen Teilchendetektor nachzubauen. Die Vorarbeit dazu hatte Dr. Sascha Mehlhase vom Niels Bohr Institut der Universität Kopenhagen geleistet: Mit einem Computerprogramm hatte er den Bauplan für die Legosteine entworfen und den Prototyp erstellt (Hier geht es zu einer Bildergalerie des Lego-Atlas-Detektors von Sascha Mehlhase.). „Das Model wurde oder wird weltweit an mehr als 35 Instituten nachgebaut“, berichtet Dr. Mehlhase.

Ein Dutzend Helfer baute das Modell in 80 Arbeitsstunden zusammen

Nach dieser Bauanleitung bestellten die Physiker der Universität Bonn die erforderlichen Legosteine: Bald wurde ein großer Karton mit insgesamt 9.517 Teilen geliefert. „Glücklicherweise war gerade ein Büro in unserem Institut leer, das haben wir zum Lego-Labor umfunktioniert“, berichtet Steffen Schaepe. Ein Dutzend Mitarbeiter des Instituts traf sich dort an sieben Abenden, ließ sich zur Versorgung für die langen Nächte Pizze kommen und machte sich mit viel Spaß an die Arbeit. Gemeinsam investierten sie rund 80 Arbeitsstunden, um an verschiedenen Tischen Steinchen für Steinchen zusammenzusetzen. „Professionelle“ Hilfe bekamen sie dabei vom Sohn eines Mitarbeiters, der bei solchen Zusammenbauten besonders geübt ist. Nun sind sämtliche Steine am richtigen Platz, das rund 1,5 Meter große Modell ist fertig.

Anschauungsobjekt für Schulklassen

An dem Nachbau im Maßstab 1:50 sind sämtliche wichtigen Komponenten zu erkennen, zum Beispiel die Magnetspulen und das Kalorimeter. „Es ist ganz fantastisch geworden, besser geht es nicht“, freut sich Prof. Desch. Das Modell wird ab Anfang April im Foyer des Wolfgang-Paul-Hörsaals, Kreuzbergweg 28, ausgestellt. Es soll zum Beispiel Schulklassen und anderen Besuchern die Möglichkeit geben, anhand des Anschauungsobjektes mehr über die hochinteressante Teilchenforschung mit dem Atlas-Detektor zu erfahren.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 38137560 / Wissenschaft & Forschung)