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Sicher und standardisiert

Automatische Säurehydrolyse für die Gesamtfettbestimmung

| Redakteur: Marc Platthaus

Abb.1: Hohe Arbeitssicherheit: Der gesamte Prozess läuft im geschlossenen System. Der Anwender hat keinen Kontakt mit heißen Säuren und Säuredämpfen.
Abb.1: Hohe Arbeitssicherheit: Der gesamte Prozess läuft im geschlossenen System. Der Anwender hat keinen Kontakt mit heißen Säuren und Säuredämpfen. (Bild: C. Gerhardt)

Der optimale Fettgehalt ist für zahlreiche Lebensmittel wie Milch oder Wurst ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Zur Bestimmung der Fette wird von vielen internationalen Normen ein Hydrolyse-Verfahren vorgeschrieben. Lesen Sie, welche Vorteile ein automatisiertes System hier bringt.

In vielen Probenarten ist das Fett nicht frei für das Lösemittel erreichbar und kann nicht vollständig extrahiert werden. Bei Milch, zum Beispiel, ist ein großer Teil des Fettes durch Membranen eingeschlossen, bei Ölsaaten durch Zellwände. Auch die Bindung von Fetten in Stärke-Lipid-Komplexen oder an so genannte Lipoproteine oder Phospholipide, wie sie in Mischprodukten wie Backwaren vorkommen, verhindert die direkte Extraktion des Fettes.

Zum Öffnen der Membranen in Milchprodukten hat sich die Behandlung der Probe mit einer alkalischen Ammoniaklösung oder einer salzsauren Lösung in den amtlichen Methoden durchgesetzt. Nach Aufschluss der Probe erfolgt eine Separation des Fettes durch verschiedene Extraktionsmethoden. Bei einer Vielzahl anderer Probenarten kommt das chemische Verfahren Gesamtfettbestimmung nach Weibull-Stoldt oder Weibull-Berntrop zur Anwendung. Hier wird die Probe, vor der Extraktion des Fettes mit Petrol­ether, zunächst mit Salzsäure hydrolysiert, um die Proteine aufzuschließen und gebundene Lipide freizusetzen. Die klassische Säurehydrolyse ist zeitaufwändig und aufgrund der Säureanwendung gefährlich.

C. Gerhardt hat deshalb das automatische Hydrolysesystem Hydrotherm entwickelt, das die Säurehydrolyse simultan für sechs Proben eigenständig und sicher im geschlossenen System durchführt. Das Laborpersonal kommt nicht mehr mit den heißen Flüssigkeiten und Säuredämpfen in Berührung und benötigt statt 40 Minuten nur noch drei Minuten Zeit pro Durchlauf. Die Kosten pro Probe reduzieren sich um bis zu 80% gegenüber dem manuellen Verfahren.

HCl-Hydrolyse in mehreren Normen vorgeschrieben

Die HCl-Hydrolyse als Probenvorbereitung zur Fettbestimmung ist in einer Reihe von nationalen und internationalen Methoden gesetzlich vorgeschrieben. In Deutschland verlangt das LFGB diese Form der Probenvorbehandlung im Rahmen der Fettbestimmung nach Weibull-Stoldt z.B. für die Gesamtfettbestimmung in Brot und feinen Backwaren, in Fleisch und Fleischerzeugnissen, in Schokolade und Kakaoprodukten und für Milch und Milchprodukte, die mit weiteren Lebensmitteln und Zusätzen gemischt sind, z.B. Joghurt mit Früchten oder Schmelzkäsezubereitungen. Auch bei der Bestimmung des Rohöl- oder Rohfettgehaltes in Futtermitteln muss vor der Extraktion ein HCl-Aufschluss durchgeführt werden.

Ergänzendes zum Thema
 
LP-Tipp: Weibull-Stoldt-Fettbestimmung

Der amerikanische Standard AOAC schreibt die HCl-Hydrolyse z.B. für die Gesamtfettbestimmung in Mehl, Brot und Backwaren sowie für die Rohfettbestimmung in Fisch und Meeresfrüchten vor. Der ISO-Standard 1443 und der Britische Standard BS 4401 verlangen die HCl-Hydrolyse für die Gesamtfettbestimmung in Fleisch und Fleischerzeugnissen. Der ISO-Standard 8262-1(E) und IDF 124-1(E) (International Dairy Federation) schreiben den HCl-Aufschluss im Rahmen der Referenzmethode Weibull-Berntrop für die Gesamtfettbestimmung von milchhaltiger Kindernahrung, Speiseeis und Eismischungen sowie von flüssigen, konzentrierten oder getrockneten Milchprodukten vor, für die die Röse-Gottlieb-Methode oder die Schmid-Bondzynski-Methode aufgrund der Rezeptur nicht anwendbar ist.

Hydrotherm arbeitet gemäß dieser Normen und Vorschriften und liefert präzise, vollständig dokumentierte und exakt reproduzierbare HCl-Aufschlüsse. Regelmäßige Teilnahmen an verschiedenen Ringtests belegen die sehr gute Analysenqualität.

Probeneinwagen bis zu 20 g möglich

Das System kann nahezu alle Probenarten und -größen verarbeiten. Probeneinwaagen von 1 bis 20 g ermöglichen die sichere Analyse auch von sehr inhomogenen Matrizes und von Proben mit sehr geringem Fettgehalt. Mit der voreingestellten Standardmethode können 95% aller Probenarten valide analysiert werden. Aufgrund der hohen Zuverlässigkeit und des großen Einsparpotenzials ist Hydrotherm bereits in allen wichtigen Auftragslaboren weltweit im Einsatz. Zusammen mit dem seit Jahrzehnten eingeführten automatischen Schnellextraktionssystem Soxtherm bildet Hydrotherm eine sehr effiziente und zuverlässige Kombination für die Gesamtfettbestimmung.

Mehr zum Hydrotherm finden Sie hier.

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