Laborinformationssystem

Neuropathologie und Labormedizin vereint in einem LIMS

11.06.15 | Autor / Redakteur: Harald Zenz*, Andreas Jurkowitsch** und Heike Hering-Haas*** / Ilka Ottleben

1 Das Klinische Institut für Neurologie in Wien (KIN) untersucht sowohl Proben aus dem Bereich der Neuropathologie als auch aus dem Bereich der Neurochemie/Labormedizin.
1 Das Klinische Institut für Neurologie in Wien (KIN) untersucht sowohl Proben aus dem Bereich der Neuropathologie als auch aus dem Bereich der Neurochemie/Labormedizin. (Bild: WavebreakMediaMicro - Fotolia)

Das Klinische Institut für Neurologie in Wien (KIN) untersucht zur Krankheits­diagnostik sowohl neuropathologische als auch neurochemische Proben. Seit 2000 setzt das KIN hierbei auf eine personalisierte Filemaker-Datenbank, die beide Laborbereiche in einem Laborinformationssystem (LIMS) abbildet.

Das Klinische Institut für Neurologie (KIN) ist ein Zentrum für translationale Forschung und postgraduelle Lehre im nationalen und internationalen Verbund. Es ist eine eigenständige Organisationseinheit der Medizinischen Universität Wien (Meduni Wien), die seit 1993 im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien – Universitätskliniken (AKH Wien) untergebracht ist. Das Institut beschäftigt heute rund 40 Mitarbeiter.

Dem Wachstum Stand gehalten

Das Zusammenlegen des AKH Wien und der Medizinischen Universität Wien bedeuteten für das Klinische Institut für Neurologie einen enormen Zuwachs an Proben- und Datenaufkommen. Schnell war klar, dass man diesem mit dem gegebenen Personalschlüssel nur durch ein geeignetes LIMS gerecht werden konnte. Das Institut sah sich hierbei einer besonderen Problematik gegenüber gestellt: Laborinformationssysteme decken entweder die Anforderungen der Neuropathologie, also der Erkrankungen des Zentralnervensystems oder die der Neurochemie/Labormedizin, also der Erforschung chemischer Vorgänge im Nervengewebe ab. Kombinierte Systeme gibt es nicht. Zweigleisig zu fahren, war keine gangbare Option, wollte man doch keine doppelte Datenvorhaltung und -administration. Auch wären Schulungen des Personals, Wartung und Pflege des Systems unverhältnismäßig aufwändig und die Akzeptanz durch die Mitarbeiter nicht gegeben.

Anlässlich eines Kongresses lernte Laborleiterin Sylvia Zimmermann, CTA (Chemisch Technische Assistentin), 1993 das Datenbanksystem Filemaker kennen. Innerhalb kurzer Zeit arbeitete sich Zimmermann in das System ein und setzte schnell eine kleine Filemaker-Applikation zur Probenverwaltung auf, die sich gleich hoher Akzeptanz erfreute und der Vorläufer des heutigen umfassenden LIMS Kinnet ist. „Wir haben rasch erkannt, dass wir in Filemaker über ein Datenbank-Tool verfügen, mit dem wir sämtliche Prozesse des Labors exakt abbilden können. Angefangen von den Abläufen der Probenuntersuchungen, über die Befunderstellung bis hin zum Austausch der abrechnungsrelevanten Daten über entsprechende Schnittstellen mit dem Klinikinformationssystem“, erinnert sich Zimmermann.

Vor etwa zehn Jahren holte sich das KIN Expertise in Sachen Filemaker-Datenbanken im Klinikumfeld ins Haus: Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Harald Zenz ist Assistenz-Professor an der Meduni Graz und entwickelte dort das Filemaker-basierte Klinik-Informationssystem Eyemed. Für das KIN setzte er die Patientendatenbank und das Laborinformationssystem Kinnet auf.

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