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Chemieindustrie/Industry 4.0

Die Chemie stellt die Weichen neu: Bringt Chemie 4.0 die Trendwende?

| Autor / Redakteur: Dominik Stephan* / Dominik Stephan

Die Weichenstellung: Trotz gestiegener Produktion geht der Umsatz der deutschen Chemieindustrie zurück. Ist es Zeit für eine neue industrielle Ära? Experten sprechen von der vierten industriellen Revolution - jetzt soll das Konzept Chemie 4.0 die Richtung vorgeben.
Die Weichenstellung: Trotz gestiegener Produktion geht der Umsatz der deutschen Chemieindustrie zurück. Ist es Zeit für eine neue industrielle Ära? Experten sprechen von der vierten industriellen Revolution - jetzt soll das Konzept Chemie 4.0 die Richtung vorgeben. (Bild: © Weinstein/Fotolia.com; Grafik: PROCESS)

Trotz gestiegener Produktion geht der Umsatz der deutschen Chemieindustrie zurück. Ist es Zeit für eine neue industrielle Ära? – Schwierige Zeiten für Deutschlands drittgrößten Industriesektor: 2016 bleibt die Branche hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurück – und das trotz anziehender Produktion. Nach der US-Wahl und den andauernden wirtschaftlichen Unsicherheiten in Europa und Asien bleiben die Aussichten auch für 2017 trüb. Bringt das Konzept Chemie 4.0 die Trendwende?

Ich will nicht lange drum herum reden: 2016 war ein durchwachsenes Jahr für unsere Branche“ – bei seiner ersten Jahrespressekonferenz als VCI-Präsident hatte der BASF-Vorstandsvorsitzende Dr. Kurt Bock wenig Grund zum Jubeln. Zwar konnte die Branche ihre Produktion leicht um 0,5 % steigern, doch ging der Umsatz um 3 % auf etwa 183 Milliarden Euro zurück. Schuld daran ist in den Augen des Verbands neben der anhaltenden Schwäche wichtiger Absatzmärkte in Europa und Asien ausgerechnet der niedrige Ölpreis.

Hatte die Grundstoffchemie jahrelang über steigende Preise für Rohöl und Energie geklagt, drücken jetzt die niedrigen Rohstoffkosten auf die Erzeugerpreise, erläuterte Bock. Die Folge: Billigere Chemikalien und weniger Umsatz, geringere Anlagenauslastung (mit etwa 83,7 % am unteren Ende des Vierjahresschnitts) und zurückgehende Investitionen (-0,3 % im Ausland auf 7,1 Milliarden Euro bzw. -2,8 % bei den Inlandsinvestitionen auf 8,4 Milliarden Euro).

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09.12.16 - Schwierige Zeiten für Deutschlands drittgrößten Industriesektor: 2016 bleibt die Entwicklung der Chemie hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurück – und das trotz anziehender Produktion. Nach der US-Wahl und den andauernden wirtschaftlichen Unsicherheiten in Europa und Asien bleiben die Aussichten der Branche auch für 2017 getrübt. lesen

Immerhin: Der anhaltend schwache Euro wirkt für die gebeutelte Branche wie eine Konjunkturspritze – so sank der Auslandsumsatz um lediglich 2,5 % (gegenüber 4 % im Inland). „Diese Bilanz mag in Anbetracht der politischen Turbulenzen in Europa und der Verunsicherung vieler Marktteilnehmer nicht überraschen – für uns ist sie gleichwohl unbefriedigend“, stellte Bock in Frankfurt fest.

Besonders die Fein- und Spezialchemie (-0,5 %) aber auch Grundstoffe (-1,5 %) und Konsumchemikalien (-2,5 %) spüren die Nachfrageschwäche auf Schlüsselmärkten Europas und Asiens sowie – in Deutschland – den Preisdruck durch günstige Importe.

Dahingegen wirkt der Pharmasektor wie ein Stabilitätsanker: Um satte 4 % legte das Geschäft mit Arzneimitteln, Pillen und Medikamenten 2016 zu. Eine „mehr als robuste“ Entwicklung, die sich auch 2017 so fortsetzen soll.

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Brexit, Flüchtlingskrise, politische Instabilität und die Wahl des wohl umstrittensten Präsidenten der US-Geschichte – auch 2017 kommt die Chemie nicht zur Ruhe. „Zum Jahresende ist der Umsatz zwar wieder gestiegen, aber eine Trendwende können wir darin nicht erkennen“, erklärte Bock. Sorgen bereitet dem Verband vor allem die Schwäche entscheidender Schwellenländer wie China, wo der VCI mit einem weiteren Wachstumsrückgang rechnet, sowie die Unsicherheit der EU.

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