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Methylsalicylat aus Birken

Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen

| Autor / Redakteur: Christian Urban* / Dr. Ilka Ottleben

Der entzündungshemmende Wirkstoff Methylsalicylat lässt sich insbesondere aus der Birkenrinde gewinnen.
Der entzündungshemmende Wirkstoff Methylsalicylat lässt sich insbesondere aus der Birkenrinde gewinnen. (Bild: Christian Urban, Universität Kiel)

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Methylsalicylat kommt wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung in diversen Arzneimitteln zum Einsatz. Der Wirkstoff wird in der pharmazeutischen Industrie zum größten Teil auf synthetischem Wege hergestellt. Nun untersucht ein Interdisziplinäres Forschungsprojekt unter Leitung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) Methylsalicylat-Gehalte verschiedener Birkenarten. Ziel ist es, Alternativen zur synthetischen Herstellung des Wirkstoffs und zugleich nachhaltige Formen des Birkenanbaus zu entwickeln.

Kiel – Methylsalicylat kommt wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung in diversen Arzneimitteln zum Einsatz und hilft zum Beispiel bei Muskel- und Gelenkschmerzen oder rheumatischen Beschwerden. Der Wirkstoff wird in der pharmazeutischen Industrie zum größten Teil auf synthetischem Wege hergestellt. Eine alternative Nutzung natürlichen Methylsalicylats böte aber verschiedene Vorteile, vor allem eine umweltfreundlichere Produktionsweise und die Schaffung von landwirtschaftlichen Erwerbsquellen aus nachhaltigen Wirtschaftsformen.

Eine grundlegende Herausforderung bei der Gewinnung des Stoffes aus Birken ist allerdings der von Natur aus unterschiedliche MeSA-Gehalt in den Pflanzen - ein Problem, das bei der Nutzung von Naturstoffen für die Arzneimittelherstellung grundsätzlich besteht.

Methylsalicylat aus Birken nachhaltig nutzen

Vor wenigen Tagen ist nun das disziplinübergreifende Forschungsprojekt „Methylsalicylat in Birken“ (Birch-MeSA) zur nachhaltigen Nutzung des natürlich in manchen Birkenarten vorkommenden entzündungshemmenden Wirkstoffs Methylsalicylat (kurz: MeSA) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gestartet. Ziel der Kieler Forschenden unter der Leitung des Instituts für Landwirtschaftliche Verfahrenstechnik (ILV) an der CAU ist es, Alternativen zur synthetischen Herstellung des Wirkstoffs und zugleich nachhaltige Formen des Birkenanbaus zu entwickeln. Dazu hat sich das Kieler Forschungsteam um Dr. Christian Moschner und Professor Eberhard Hartung sowie Marieke Nissen und Kiran Singewar vom ILV mit Kolleginnen und Kollegen vom Thünen-Institut für Forstgenetik, Großhansdorf, vom JKI – Institut für ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz, Berlin, und vom Centrum Industrielle Biotechnologie (CIB) an der Fachhochschule Lübeck zusammengetan. Bis 2020 stehen den Forschenden gut 350.000 Euro aus Mitteln des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums zur Verfügung, um Grundlagen für die wirtschaftlich sinnvolle Nutzung des Methylsalicylats aus Birken zu entwickeln.

Verwandtschaftsbeziehungen der vielen Birkenarten klären

Dazu wollen die Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunächst den Ursachen für die unterschiedlichen MeSA-Gehalte in verschiedenen Birkenarten auf den Grund gehen. Zum Teil ist es darin begründet, dass weltweit zwischen 30 und 60 Birkenarten vorkommen, die noch dazu häufig miteinander gekreuzt sind. Hinsichtlich des Gehalts an Pflanzeninhaltsstoffen ist also oftmals nicht klar, von welchen Birken mit welchen Eigenschaften im Einzelfall die Rede ist. Daher wollen die Forschenden zunächst die Verwandtschaftsbeziehungen dieser Vielzahl an Birkenarten klären. Zum Beispiel mit Hilfe von molekulargenetischen Methoden möchten sie daraufhin diejenigen Birkenarten identifizieren, die für die MeSA-Gewinnung besonders geeignet sind. „Wir hoffen, ein schnell einsetzbares Screening-Verfahren zu entwickeln, mit dem wir Birkenarten mit einem hohen MeSA-Gehalt als Grundlage für die Züchtung von ertragreichen Kultursorten sicher bestimmen können“, erklärt der Projektverantwortliche Moschner.

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