LSR-Arbeitsgruppe

Life Science Research wird erwachsen

20.03.2009 | Redakteur:

Dr. Ralf Hermann, Sprecher der Life-Science-Research-Arbeitsgruppe im Verband der Diagnostica-Industrie

Im Dezember 2005 als Fachgruppe gegründet, hat sich der Life-Sciene-Research-Bereich (LSR) im Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) mittlerweile zur ausgewachsenen Fachabteilung entwickelt. Der LSR-Sprecher Dr. Ralf Hermann, Vice President Portfoliomanagement bei Eppendorf, beschreibt im LP-Interview unter anderem, wie eine Zusammenarbeit zwischen Wettbewerbsfirmen stattfindet.

LaborPraxis: Dr. Hermann, passen die im Bereich LSR zusammengeschlossenen Unternehmen überhaupt zum VDGH? Ihr Portfolio beschränkt sich doch nicht ausschließlich auf die Diagnostik-Industrie.

Dr. Hermann: Wir haben im Vorfeld auch andere Verbände kontaktiert, die Ausrichtung des VDGH war dann aber die richtige: Hier waren die Interessen der Reagenzien- und Gerätehersteller der LSR gleichermaßen abgedeckt. Außerdem bildet der VDGH unserer Meinung nach den Weg der Anwendungen von der Forschung & Entwicklung in Richtung Routineanalytik gut ab.

LaborPraxis: Mittlerweile stehen die Mitgliedsunternehmen der LSR-Fachabteilung für rund ein Drittel des deutschen Umsatzes für Life-Science-Produkte. War eine solche Entwicklung bei der Gründung angestrebt?

Dr. Hermann: Geplant nicht, aber wir haben uns auch nicht dagegen gewehrt. Der ursprüngliche Kontakt kam eher über persönliche Beziehungen über Firmengrenzen hinaus zustande und wurde auf diversen abendlichen Get-together-Treffen geboren. Die LSR wurde im Dezember 2005 mit acht Firmen gestartet, seit Februar 2007 ist die Gruppe dann auf aktuell 18 Unternehmen angewachsen.

LaborPraxis: Mit welchen Zielen wurde die LSR ins Leben gerufen?

Dr. Hermann: Wir wollten uns neutral und offen über aktuelle Marktsituationen und Technologien austauschen. Dies gelingt durch einen sehr offenen Umgang untereinander. Es wurde dann schnell offensichtlich, dass wir uns in einer rechtlichen Grauzone bewegten. Daher haben wir uns unter dem Dach des VDGH zusammengeschlossen, um die rechtlichen Rahmenbedingungen einzuhalten. Wir wollten uns nicht dem Verdacht einer Kartellbildung aussetzen.

LaborPraxis: Sie beschränken sich in Ihrer Arbeit im LSR also nicht auf die Diagnostik?

Dr. Hermann: Nein, natürlich nicht. Ein wichtiger Arbeitspunkt der LSR ist es, neue Betätigungsfelder zu finden und zu beurteilen.

LaborPraxis: Haben Sie ein Beispiel für eine solche Evaluierung?

Dr. Hermann: Gerade in der Lebensmittelanalytik werden in den vergangenen drei bis vier Jahren PCR-Techniken und Arrayverfahren verstärkt eingesetzt. Dies haben wir im LSR analysiert und Strategien entwickelt, um auf diese Techniken aufmerksam zu machen. Dies ist ein großer Vorteil unseres Zusammenschlusses. So konnten wir auf den letzten beiden wichtigen Messen Analytica und Biotechnica durch die Organisation gemeinsamer Foren eine deutlich größere Aufmerksamkeit bei den Besuchern generieren. Allerdings ist der Aufwand für die Durchführung solcher Foren extrem hoch. Doch der Erfolg auf den beiden Veranstaltungen rechtfertigt diese Anstrengungen auf jeden Fall. Als LSR haben wir auch ein deutlich stärkeres Mitspracherecht bei den Messeveranstaltern: Die Verantwortlichen setzen sich schneller mit unseren Wünschen auseinander und versuchen, gemeinsam mit uns Problemlösungen zu finden.

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