Verbundpolymere

Effektive Lichtverstärker: Verbundpolymere für holographische Anwendungen

11.06.12 | Autor / Redakteur: Thomas Schemme, Katharina Ditte und Cornelia Denz / Marc Platthaus

Abb. 1: Molekülstruktur von DiPBI (links) und in unterschiedlicher Konzentration in Chloroform gelöstes DiPBI (rechts)
Bildergalerie: 4 Bilder
Abb. 1: Molekülstruktur von DiPBI (links) und in unterschiedlicher Konzentration in Chloroform gelöstes DiPBI (rechts) (Bild: Universität Münster)

Polymerbasierte Verbundmaterialien besitzen ein enormes Potenzial in elektrooptischen und photovoltaischen Anwendungen. Neue Farbstoffe mit Graphen-ähnlicher Struktur können hier die Photoleitfähigkeit und photorefraktive Antwort deutlich steigern.

Über die letzten Jahrzehnte hinweg haben Kunststoffe in vielerlei Bereichen des täglichen Lebens andere Werkstoffe wie Holz oder Metalle verdrängt. Seit der Entdeckung von leitfähigen polymeren Materialien, die zudem eine Licht-Materie-Wechselwirkung aufweisen, gilt dies auch zunehmend für Anwendungen, in denen bisher anorganische, halbleitende Materialien zum Einsatz gekommen sind. Gerade die Möglichkeit der einfachen und günstigen Verarbeitung von Polymeren erlaubt vielfältige Einsatzmöglichkeiten in den schnell wachsenden Bereichen der Energie- und der Informationsbranche. Als herausragende Anwendungen sind hier insbesondere organische Leuchtdioden (OLEDs), organische Solarzellen (OSCs) und photorefraktive Komposite zu nennen.

Holographie als Zukunftstechnologie

Die meisten Menschen kennen holografische Elemente überwiegend als Sicherheitsmerkmale auf Geldscheinen, Eintrittskarten und Kreditkarten. Mit der Ausweitung auf die Volumenholografie in photorefraktive Materialien ergeben sich weitere zukunftsweisende technologische Möglichkeiten, beispielsweise die reversible holographische Datenspeicherung, Tomographie von lebendem Gewebe, dreidimensionale Echtzeitdarstellung in Displays ohne Verwendung spezieller Brillen und die Realisierung von Bauteilen für visionäre optische Computer.

Üblicherweise werden für Anwendungen, die den photorefraktiven Effekt voraussetzen, anorganische kristalline Materialien wie eisendotiertes Lithiumniobat, Strontium-Barium-Niobat oder Bariumtitanat verwendet. Diese Kristalle weisen aber einige entscheidende Nachteile auf, die den Einsatz in den oben genannten Anwendungen erschweren oder gar unmöglich machen. Zum einen ist die Herstellung relativ komplex und teuer, zum anderen sind auch die möglichen Abmessungen und die mechanische Flexibilität sehr beschränkt.

Ergänzendes zum Thema
 
Info zu organischen Solarzellen
 
Info: Photorefraktiven Effekt nachweisen

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 33533760 / Labortechnik)