Planung ist alles

Integrierte Laborplanung aus einer Hand

10.03.16 | Autor / Redakteur: Tobias Krug* / Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Außenansicht auf die neuen Gebäude des Amts für Verbraucherschutz.
Abb. 1: Außenansicht auf die neuen Gebäude des Amts für Verbraucherschutz. (Bild:Triplan Ingenieur AG)

Der Übertrag der Planung eines Laborgebäudes an einen Planungs-Dienstleister kann Zeit und Kosten sparen. Wie wichtig bei der Laborplanung im Vorfeld die Kommunikation mit den späteren Nutzern ist, zeigt die Planung des neuen Verwaltungs- und Laborgebäudes des Amtes für Verbraucherschutz in Steinhausen, Schweiz.

Wohl kaum ein Labor gleicht dem anderen. Das liegt nicht allein an der Ausstattung mit spezifischer Technik und individuellem Labormöbel. Das liegt vor allem auch an der Konzeption für spezielle Verwendungszwecke – ein Labor für Materialprüfungen stellt andere Anforderungen als ein Forschungslabor in der Pharmaindustrie, insbesondere mit Blick auf die Infrastruktur (Wasser, Abwasser, Vakuum, Druckluft, Reinstwasser). Nicht zuletzt muss der Laborplaner die Wünsche der Mitarbeiter berücksichtigen – diese wissen schließlich am besten, wie ihr Arbeitsplatz für effizientes Arbeiten aussehen sollte. Kommunikation hat für die Nutzer im Labor in jeglicher Hinsicht höchste Bedeutung. Zudem fordern der Arbeits- und Umweltschutz die Expertise des Laborplaners. Die schweizerische Triplan Ingenieur AG bietet zusammen mit der Triplan Gebäudetechnik AG eine Plattform, die relevante Gewerke aus einer Hand abdeckt, was die Schnittstellen minimiert und so Zeit und Kosten spart.

Ein besonderer Auftraggeber für die Laborplanung

Die Laborplanung ist für den Engineering-Dienstleister Triplan ein Geschäftsfeld, das sich quasi aus dem Tagesgeschäft ergeben hat: Als Anlagenplaner für die chemische, petrochemische, pharmazeutische und biotechnische Industrie stoßen die Triplan-Ingenieure regelmäßig auf den Wunsch von Auftraggebern, auch die Gewerke Haustechnik und damit auch die Planung von Reinräumen und Laboratorien zu übernehmen.

Eine besondere Herausforderung für die Ingenieure war die Planung des neuen Verwaltungs- und Laborgebäudes des Amtes für Verbraucherschutz in Steinhausen im Auftrag des Kanton Zug: Anhand der Vorgaben aus dem zuvor ausgeschriebenen Projektwettbewerb definierten die Spezialisten von Markus Schietsch Architekten und Triplan den Laborbereich. Dies war die Grundlage zur Diskussion mit den Nutzern. In mehreren Workshops mit den Nutzern und durch Besichtigung des bestehenden Labors wurde das neue Laboratorium kontinuierlich weiterentwickelt. Nach jedem Workshop passten die Planer das Layout an und legten es den Nutzern zur weiteren Diskussion vor. Diese intensive Zusammenarbeit ergab schließlich die optimale Laborlösung.

Die Ausgangslage der Laborplanung – Initialer Projektwettbewerb

Wie sicher sind unsere Lebensmittel? Für den Verbraucher ist dies ein brisantes Thema – für die Lebensmittelanalytik eine große Herausforderung. Rohstoffe und Endprodukte müssen streng überwacht werden; nur mit modernsten Geräten und Verfahren (Chromatographie, Spektroskopie, Massenanalyse, molekularbiologische Methoden, mikrobiologische Analysen) können die geforderten Qualitäts- und Herkunftsanalysen durchgeführt werden.

2009 wurden das schweizer Amt für Lebensmittelkontrolle und das Veterinäramt zu einem „Amt für Verbraucherschutz (AVS)“ zusammengelegt. Räumlich arbeiten die ursprünglichen Verwaltungseinheiten jedoch nach wie vor getrennt. Das veranlasste den Kantonsrat, ein gemeinsames Labor- und Verwaltungsgebäude in Steinhausen im Kanton Zug planen zu lassen.

Im Mai 2011 schrieb die Baudirektion den Projektwettbewerb für den Neubau aus. Das Planungsergebnis sollte sich durch eine hohe Benutzerfreundlichkeit auszeichnen, Flexibilität und Zweckmäßigkeit bei der Gestaltung der Laborräume im Vordergrund stehen. Bei der Planung waren folgende Labore und Nebenräume zu berücksichtigen: Probenannahme, Probenvorbereitung, Instrumentenanalytik, Wasseranalytik, Lebensmittelanalytik, Molekularbiologie I+II, Mikrobiologie, Mikroskopie, Lager Chemie, Lager Proben und Abwaschraum.

Bis zum Abgabetermin Ende September reichten 18 Teams einen Projektvorschlag ein. Den Zuschlag für die Weiterbearbeitung erhielt schließlich die Markus Schietsch Architekten GmbH in Kooperation mit der Triplan Ingenieur AG.

Ergänzendes zum Thema
 
LP-Tipp – TGA-Planung für das Labor

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