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Nachhaltigkeitsberichte

Warum sich Nachhaltigkeitsberichterstattung lohnt

| Autor / Redakteur: Dr. Kerstin Hermuth-Kleinschmidt* / Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Nachhaltigkeitsberichte zeigen nach außen, wie mit sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen im Unternehmen umgegangen wird.
Abb. 1: Nachhaltigkeitsberichte zeigen nach außen, wie mit sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen im Unternehmen umgegangen wird. (Bild: © grapestock - Fotolia)

Ab dem kommenden Jahr sind große Unternehmen EU-weit verpflichtet, neben der finanziellen Lage, auch über ökologische und soziale Themen zu berichten. Doch jenseits dieser Verpflichtung zu einem Nachhaltigkeitsbericht können zudem mittelständische und kleinere Betriebe von diesem Instrument profitieren.

Ab dem Kalenderjahr 2017 werden große Unternehmen EU-weit vom Gesetzgeber verpflichtet, neben der finanziellen Lage, auch ökologische und soziale Themen darzustellen. Dazu zählen mindestens Angaben zu Umweltbelangen, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung [1, 2]. In einem Nachhaltigkeitsbericht stellt ein Unternehmen seine Nachhaltigkeitsstrategie und -leistung glaubwürdig und transparent dar, zeigt die Leistungen in ökologischen und sozialen Bereichen auf und macht Unternehmen damit anhand der dargestellten Informationen und ermittelten Kennzahlen untereinander im nicht-finanziellen Bereich vergleichbar.

Nachhaltigkeitsreporting – Warum es Sinn macht ...

Neben den großen Unternehmen, die dazu verpflichtet sind (s. LP-Tipp), können auch mittelständische und kleinere Betriebe das Reporting als gutes Instrument nutzen, um den Status quo in verschiedenen Unternehmensbereichen zu ermitteln und ein ganzheitliches Bild zu erhalten. Denn wer sich – unabhängig von der Gesetzeslage – entscheidet, den Prozess des Nachhaltigkeitsreportings zu durchlaufen und einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen und zu veröffentlichen, kann in vielerlei Hinsicht profitieren:

  • Nachhaltigkeitsreporting hilft, sich anhand eines vorgegebenen Leitfadens systematisch mit dem Thema zu befassen. Es sensibilisiert und schärft das Bewusstsein für das eigene Handeln auf allen Unternehmensebenen und die damit verbundene, gesellschaftliche Verantwortung.
  • Im Reportingprozess werden Informationen und Daten gesammelt, Kennzahlen ermittelt, Abläufe und unternehmensinterne Prozesse untersucht sowie aufgezeigt, wie die verschiedenen Themen organisatorisch und strategisch verankert sind. Es ist somit ein wertvoller Baustein des Nachhaltigkeitsmanagements. Wer noch keines etabliert hat, kann den Bericht als Einstieg nutzen, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und ggf. ein solches System einzuführen.
  • Ineffzienzen können während des Prozesses entdeckt, entfernt und damit auch direkt Kosten eingespart werden. Gleichzeitig können die erfassten Daten als Grundlage für zukünftige Investitionsentscheidungen dienen und Risiken durch ein „Abklopfen“ der verschiedenen Bereiche frühzeitig erkannt werden.
  • Nachhaltigkeitsreporting bezieht immer die Stakeholder mit ein. Austausch und Dialog dienen dazu, wichtige Themen zu identifizieren, Feedback zu erhalten und etwaige externe Ansprüche in Entscheidungen und Aktivitäten mit einzubeziehen. Dieses „Korrektiv“ von außen dient somit auch dazu, Risiken frühzeitig zu erkennen und Reputationsschäden gar nicht erst entstehen zu lassen.
  • Nachhaltigkeitsberichte machen Unternehmen transparenter und zeigen nach außen, wie mit sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen im Unternehmen umgegangen wird. Dies wird zunehmend von Kunden, Geschäftspartnern oder den (zukünftigen) Mitarbeitern gefordert. Eine gute Aufbereitung der Daten hilft allen Stakeholdern, auch den eigenen Mitarbeitern, sich eine gute Übersicht zu verschaffen. Ein guter und ausgewogener Bericht, der auch über Schwachstellen berichtet und eine Risikoanalyse mit einbezieht, kann damit Glaubwürdigkeit, Vertrauen in das Unternehmen und seine Reputation erhöhen.
  • Nachhaltigkeitsberichte wirken nach innen, indem sie die interne Kommunikation und die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit fördern. Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema auf allen Unternehmensebenen sowie der unbedingten Verankerung in der obersten Geschäftsebene werden alle Mitarbeiter, vom Angestellten bis zur Führungsebene, für das Thema sensibilisiert.
  • Der Prozess kann in verschiedenen Bereichen weitere, positive Effekte erzielen: Die Motivation der Mitarbeiter und deren Identifikation mit dem Unternehmen wird gestärkt, er wirkt auf Betriebsklima und die Unternehmenskultur insgesamt positiv ein und macht das Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv.
  • Nachhaltigkeitsberichte erlauben die Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsleistung verschiedener Unternehmen. Dadurch werden sie zunehmend zu einem Bewertungsmittel durch Finanzmärkte und Investoren. Schließlich werden entsprechend geführte Unternehmen z.B. als weniger risikobehaftet bewertet und Kreditvergaben sind ebenfalls erleichtert [3].
  • Nachhaltigkeitsberichte sollen andere Unternehmen zum Nachahmen anregen. Bereits heute berichten viele große Unternehmen über ihre Aktivitäten – auch, weil der Wettbewerb es ebenfalls macht. Rankings, die die Qualität der Berichte bewerten, verstärken diesen Effekt [3].
  • Ein Nachhaltigkeitsbericht ist ein gutes Kontrollinstrument, um die eigenen Ziele und Leistungen immer wieder zu prüfen, unternehmensinterne Prozesse zu bewerten und die Ausrichtung der Unternehmensstrategie immer wieder neu zu justieren. Über die Zeit werden zudem die Veränderungen sichtbar gemacht – so konnte Henkel über einen Zeitraum von zehn Jahren deutliche Verbesserungen im Ressourcenverbrauch sowie im Arbeitsschutz erreichen [4].
  • Daraus folgt schließlich, dass sich Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten können. Dies gilt vor allem dann, wenn der Wettbewerb (noch) keine entsprechende Ausrichtung hat.
Ergänzendes zum Thema
 
LP-Tipp – Wer muss berichten? [2]
 
LP-Info – Berichtssysteme und Rahmenwerke

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