Dynamische Headspace

Dynamische Headspace-Technik erleichtert das Duftstoff-Profiling

03.05.11 | Autor / Redakteur: Guido Deußing / Marc Platthaus

Abb. 1: Bei der Herstellung von Konsumgütern ist der Geruch von herausragender Bedeutung. Nicht nur bei Parfums, auch bei anderen Konsumgütern oder Lebensmitteln, entscheidet er über den Verkaufserfolg. (Bild: fotolia)
Bildergalerie: 4 Bilder
Abb. 1: Bei der Herstellung von Konsumgütern ist der Geruch von herausragender Bedeutung. Nicht nur bei Parfums, auch bei anderen Konsumgütern oder Lebensmitteln, entscheidet er über den Verkaufserfolg. (Bild: fotolia)

Um dem Geruchsgeheimnis eines Produkts auf die Spur zu kommen, bedarf es einer ausgefeilten Analysentechnik. Wie das folgende Beispiel der Dynamischen Headspace-Technik zeigt, profitiert der Anwender bei der olfaktorischen Detektivarbeit von einer automatisierten Probenvorbereitung und einer effizienten Extraktionstechnik.

Die Nase dient ihrem Besitzer nicht allein der Zierde. Sie im Umkehrschluss als bloßes Riechorgan zu bezeichnen, wäre ebenfalls zu kurz gegriffen angesichts des einerseits äußerst komplizierten, wissenschaftlich bislang noch nicht vollständig entschlüsselten Riechprozesses, andererseits der mit ihr verbundenen, psychologischen Komponente, die in vielen Redewendungen anklingt: Von Durchsetzungsfähigkeit kann die Rede sein, wenn alle nach jemandes Nase tanzen. Der neugierige Mensch steckt seine Nase in die Dinge anderer Leute, der erfolgreiche hat sie vorn. Veralbert wird, wer an der Nase herum geführt wird; die Nase voll hat, wem es reicht. Wir fallen auf die Nase, wenn es misslingt, kriegen eins auf die Nase, gehen wir zu weit. Und wenn es uns stinkt, rümpfen wir die Nase und wenden uns angewidert ab.

Der „Nasenfaktor“ ist entscheidend

„Wenn der Schlachter riecht“, sagt man in Liberia, „bleibt die Kundschaft aus.“ Umgekehrt heißt es nicht alleine hierzulande: Was gut riecht, kommt gut an. Das gilt für Menschen ebenso wie für all die Dinge, die uns nähren, kleiden, pflegen oder schmücken: Gerüche können, kaum dass sie in die Nase gestiegen sind, wie kein anderer Sinneseindruck in uns ein neuronales Feuerwerk entfachen und Reaktionen von Ekel über Wohlgefallen bis hin zur Schnüffelsucht anstoßen. Diese Erkenntnis erweist sich auch den Herstellern von Konsumgütern als wertvolles Instrument im Marketingkoffer, das, virtuos gespielt, dazu beitragen kann, die Kariere eines Produkts zu beflügeln und das Schicksal, als Ladenhüter im untersten Regal zu enden, zu verhindern. Mit anderen Worten: Wohlgeruch steigert die Wahrnehmung und Akzeptanz eines Produkts auf Seiten der Anwender, hat folgerichtig eine verkaufsfördernde Wirkung. Womit sich der Einsatz von Aroma- und Duftstoffen in der Konsumgüterindustrie erklären lässt.

Um im steten Wettbewerb die Nase vorn zu haben, setzen die Hersteller von Konsumgütern große Stücke auf die Aroma- und Duftstoffforschung unter Einsatz „schweren Geräts“: Insbesondere moderne GC/MS-Systeme eignen sich dazu, hinreichend verwertbare qualitative und quantitative Informationen über die chemische Zusammensetzung einer Probe zu erhalten. Ein wichtiger Schritt bei der Bestimmung interessanter Aromen und Duftstoffe ist die Probenvorbereitung, deren Kern ein Extraktionsverfahren bildet. Traditionell werden zur Isolierung und Anreicherung von olfaktorisch relevanten Analyten die Flüssig-Flüssig- und Soxhlet-Extraktion eingesetzt. Gleiches gilt für die Likens-Nickerson-Extraktion, eine simultane Destillation und Extraktion (SDE), deren Handhabung sich in der Praxis jedoch als arbeits- und zeitintensiv erweist und die darüber hinaus oft nur sehr ungenaue Ergebnisse liefert. „Das SDE-Verfahren ist zeitaufwändig, und während der Probenvorbereitung können einige polare und/oder halb-flüchtige Verbindungen verlorengehen“, bemerkt Dr. Oliver Lerch, Applikationsexperte bei Gerstel. Auch die Solid Phase Micro Extraction (SPME) erweist sich nicht als Königsweg, ungeachtet ihrer weiten Verbreitung. Das SPME-Verfahren gelte zwar als „schnellere Lösung“, zeige jedoch in punkto Selektivität und Kapazität gewisse Schwächen.

Ergänzendes zum Thema
Zur Methode - Die Analyseparameter

Inhalt des Artikels:

  • Seite 1: Dynamische Headspace-Technik erleichtert das Duftstoff-Profiling
  • Seite 2: Weiter aus Seite 2

»1 »2 nächste Seite

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 26085980)