LIMS

So lassen sich „Alltagsprobleme“ in Laboren vermeiden

09.03.16 | Autor / Redakteur: Bob Poole* / Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Um ihre Sicherheit und Qualität zu gewährleisten, müssen Produkte der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie in Laboren kontrolliert werden.
Abb. 1: Um ihre Sicherheit und Qualität zu gewährleisten, müssen Produkte der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie in Laboren kontrolliert werden. (Bild: ©fox17 - Fotolia.com)

Labore sind für die Produktivität und Rentabilität in der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie enorm wichtig. Dennoch verhindern allzu oft kleine Probleme – Alltagsprobleme, die oftmals als trivial erachtet werden –, dass sie ihr volles Potenzial erreichen. Ein LIMS kann hier Abhilfe schaffen.

Für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie ist neben der Sicherheit und Qualität auch die Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend. Während kein Unternehmen jemals die Sicherheit und Zufriedenheit ihrer Kunden den Gewinnen opfern würde, werden in einigen Unternehmen Labore als Hindernisse für eine gesteigerte Produktivität betrachtet. Dies muss nicht sein. Vielmehr kann ein modernes Laborinformations- und Management-System (LIMS) hier Abhilfe schaffen

Ein für Produktqualität und -sicherheit verantwortliches Labor erfüllt eine wichtige Rolle. Allerdings kann es auch Engpässe verursachen: Labortests können zum Beispiel der Rohstoffakzeptanz, Produktionschargenfreigaben und Reinigungsarbeiten während oder nach der Produktion im Wege stehen. Ein Labor ist in der Tat Teil eines viel größeren, hoch integrierten Prozesses, der Unternehmensressourcenplanungs-Software, Verpackungssysteme, Kühlketten und vieles mehr umfasst. Durch alle diese Abhängigkeiten wird jede Ineffizienz, von einem Laborinformatikstandpunkt aus gesehen, vergrößert.

Während Labore eine kritische Datenverwaltungsrolle erfüllen, wenn es um Compliance mit gesetzlichen Vorschriften geht, von ISO 22000 bis zum „Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte“-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points, HACCP), sind diese im Kern jedoch Teil eines Produktionsprozesses, in dem auch kleine Versäumnisse oder Ineffizienzen zu einer verminderten Produktivität und einem Verlust an Gewinnen führen können. Deshalb kann die Kontrolle über diese scheinbar unbedeutenden „Alltagsprobleme“ den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust für das Unternehmen als Ganzes bedeuten. Die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie basiert auf hohen Produktionsvolumen, niedrigen Kosten und kleinen Margen, wodurch neben Produktqualität und -sicherheit die Produktionseffizienz einen hohen Stellenwert auf der Prioritätenliste erhält.

Beim Streben nach mehr Laborproduktivität und -effizienz werden häufig viele kleine, alltägliche Probleme übersehen. Dies ist ein Fehler. Durch eine Konzentration auf die nachfolgend aufgeführten häufigsten Probleme besteht Gelegenheit, Produktivität und Rentabilität eines Labores deutlich zu erhöhen.

Schlechte Bestandsverwaltung

Beschleunigte Sendungen nicht vorrätiger Verbrauchsmaterialien an ein Labor – vielleicht mit dem Ergebnis überhöhter Gebühren – wird manchmal „Hot-Shotting“ genannt und ist problematisch. Es ist symptomatisch für Labormisswirtschaft. In einem einzelnen, bestimmte Tests ausführenden und einheitliche Arbeitsabläufe verwendenden Labor ist der Bestand ziemlich vorhersehbar, deshalb ist die fehlerhafte Berechnung des zukünftigen Bedarfs inakzeptabel.

Nehmen wir einmal ein Verbrauchsmaterial wie Phiolen für die Gaschromatografie (GC). Aufgrund der hohen Nachfrage lagern Techniker zusätzliche Phiolen in der Nähe ihrer Arbeitsplätze. Da der Artikel nicht länger Teil des Bestands ist, kann eine kritische Produktionschargenfreigabe verzögert werden, bis ein Techniker den erforderlichen Artikel per Eilversand umgehend bestellt. Stellen Sie sich eine große Molkerei vor, bei der eine Testverzögerung die Ursache dafür bildet, dass Milch mit einem höheren, teureren Fettgehalt stundenlang durch die Produktion fließt. Das Labor wäre für den vermeidbaren Verlust der Gewinnspanne dieser Charge verantwortlich.

Eine bessere Budgetierung und Nachverfolgung wären offensichtliche Abhilfen bei einer Bestandsmisswirtschaft. Ein Laborinformations-Managementsystem (LIMS) kann Laboren ermöglichen, den Bestand als Teil eines umfassenden Labor-Managementprogramms aufmerksam nachzuverfolgen. Zudem könnte es Warnmeldungen für kritische Bestandsmengen erzeugen. Die Quintessenz ist: Durch eine bessere Verwaltung würden nicht nur Abfälle vermieden, sondern auch kostspielige Produktionsverzögerungen, die das Labor innerhalb des gesamten Unternehmens schlechter positionieren.

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