Pharmabranche

Big Pharma vor Fusions- und Übernahmewelle

03.07.14 | Redakteur: Matthias Back

Hauptgründe für die anhaltende Umsatz- und Gewinnschwäche der großen Pharmakonzerne sind sinkende Produktpreise, Kostendruck und eine stagnierende Nachfrage in den angestammten Märkten sowie die zunehmende Konkurrenz durch billige Nachahmerprodukte.
Hauptgründe für die anhaltende Umsatz- und Gewinnschwäche der großen Pharmakonzerne sind sinkende Produktpreise, Kostendruck und eine stagnierende Nachfrage in den angestammten Märkten sowie die zunehmende Konkurrenz durch billige Nachahmerprodukte. (Bild: Torbz/Fotolia)

Big Pharma steht weiter unter Druck: Der Pharma-Umsatz der weltweit größten zehn Pharma-Konzerne sank im vergangenen Jahr um 2,1 % auf knapp 240 Milliarden Euro. Bereits im Vorjahr waren die Umsätze um gut 3 % gesunken. Und auch die Gewinne sind rückläufig: Der operative Gewinn (EBIT) der Konzerne sank um 5 % auf knapp 85 Milliarden Euro.

Stuttgart – Während die Umsätze der weltweit größten zehn Pharmakonzerne im vergangenen Jahr gesunken sind, konnten die Unternehmen auf den Plätzen 11-20 einen Umsatzzuwachs von 6,6 % verzeichnen. Beim Gewinn legten sie um 2,9 % zu – und das, obwohl sie ihre Forschungsausgaben deutlich steigerten: um 10,2 %. Anders die Marktführer: Die Top 10-Unternehmen sparten bei den F&E-Ausgaben und reduzierten sie um 0,6 %.

Hauptgründe für die anhaltende Umsatz- und Gewinnschwäche der großen Pharmakonzerne sind sinkende Produktpreise, Kostendruck und eine stagnierende Nachfrage in den angestammten Märkten sowie die zunehmende Konkurrenz durch billige Nachahmerprodukte.

Kostensenkung steht im Vordergrund

Vor diesem Hintergrund setzen die Unternehmen weiter auf zum Teil massive Kostensenkungs- und Restrukturierungsmaßnahmen. Vor allem aber gehen die großen Player der Branche nun in die Offensive und setzten verstärkt auf Fusionen und Übernahmen, um ihre Marktposition zu verbessern – ein Trend, der in den kommenden Monaten anhalten dürfte.

Das sind Ergebnisse einer Analyse der Finanzkennzahlen der 20 größten Pharmaunternehmen der Welt, die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY erstellt hat .

Schon länger suchen die großen Marktführer daher nach kleinen spezialisierten Firmen mit innovativen Wirkstoffen in der Pipeline, um auf diesem Weg zusätzliches Wachstum zu generieren und in einzelnen Marktsegmenten eine führende Position einzunehmen. In den vergangenen Wochen hat der Konzentrationsprozess in der Pharmabranche aber zusätzlichen Schwung gewonnen – nun scheint es auch unter den großen Marktteilnehmern verstärkt zu großen Transaktionen zu kommen.

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