Nachhaltigkeit in der Chemie

VCI-Präsident Kley fordert neue Debatte um Nachhaltigkeit

23.09.14 | Redakteur: Matthias Back

Karl Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck und VCI Präsident, kritisierte bei einer Podiumsdiskussion in Darmstadt die einseitige Nachhaltigkeitsdebatte in Deutschland.
Karl Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck und VCI Präsident, kritisierte bei einer Podiumsdiskussion in Darmstadt die einseitige Nachhaltigkeitsdebatte in Deutschland. (Bild: Merck/Tim Wegner/laif)

Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck und VCI-Präsident, kritisierte heute bei einer Podiumsdiskussion in Darmstadt die einseitige Nachhaltigkeitsdebatte in Deutschland. Die hochkarätige Expertenrunde mit Moderator Norbert Lehmann, ZDF-Programmleiter, war Teil des Kongresses „Deutschland braucht Chemie: Nachhaltigkeit – Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand?“ mit rund 500 Gästen.

Darmstadt – Während der Diskussion mit dem IG-BCE-Vorsitzenden Michael Vassiliadis, dem Grünen-Politiker Jürgen Trittin, der Chemieprofessorin und Vorstandsmitglied der Gesellschaft Deutscher Chemiker, Thisbe Lindhorst von der Universität Kiel, sowie Hartmut Erlinghagen, Vorstandsmitglied bei Merz Pharma und stellvertretender Vorsitzender des BAVC, forderte Kley mehr mutiges Streiten und weniger Denkverbote in der Diskussion um Nachhaltigkeit: „Ohne hochreines Silizium oder faserverstärkte Kunstoffe kann es keine Solarzellen oder Windräder geben. Aber: Die rein umweltbezogene Sicht auf Nachhaltigkeit reicht nicht aus. Denn Nachhaltigkeit ist ein Gleichgewicht aus Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft.“

Kley erinnerte daran, dass Nachhaltigkeit ohne wirtschaftliches Wachstum und Investitionen nicht möglich sei. „Wenn unsere Idee von Nachhaltigkeit nur ist, Plastiktüten zu verbieten, dann Gute Nacht Deutschland. Zukunftsinvestitionen müssen Priorität vor Wohlfühlausgaben des Staats haben“, so Kley.

Laut Trittin kann Chemieindustrie Motor sein

Kleys Diskussionspartner Vassiliadis betonte, dass auch die Sozialpartnerschaft Grundvoraussetzung für Nachhaltigkeit und damit Wachstum und Wohlstand sei: „Wertschöpfung findet in der Industrie statt – ohne industrielle Produktion kein Wohlstand. Wir wollen, dass das so bleibt. Dazu gehören gute Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung und Mitwirkung. Ohne die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist Nachhaltigkeit nicht zu machen.“

Grünen-Politiker Trittin kommentierte: „Die deutsche Chemieindustrie muss und kann vom Teil des Problems zum Teil der Lösung unserer drängendsten Probleme werden. Die Themen Klima, Umwelt und Ressourcenknappheit sind die Herausforderungen, vor denen wir stehen. Und sie sind ein Schlüssel zu neuen Geschäftsfeldern. Es wird kein Weg an einer Wirtschaftsweise vorbeiführen, die vollständig auf fossile Rohstoffe verzichtet. Hier kann die Chemieindustrie Motor sein.“

Veranstalter waren neben Merck, einem führenden Unternehmen für hochwertige pharmazeutische und chemische Hightech-Produkte, der Verband der Chemischen Industrie (VCI), die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC).

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