Chemchina mit Angebot für Syngenta

Nächste Megafusion: Chemchina plant Syngenta-Übernahme

03.02.16 | Redakteur: Dominik Stephan

Syngenta-Firmenzentrale in Basel.
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Syngenta-Firmenzentrale in Basel. (Bild: Syngenta)

Das Übernahmerennen geht weiter – mit dem Kauf der schweizerischen Syngenta will Chemchina kräftig im Wachstumsmarkt Agrarchemie und Pflanzenschutz zulegen. Nachdem erste Übernahmegerüchte bereits im Dezember aufkamen, liegt nun ein konkretes Angebot vor. Und das hat es in sich…

Basel/Schweiz – Nach der Mega-Fusion von Dow Chemicals und DuPont war Syngenta als potenzieller Übernahmekandidat bereits 2015 in das Visier der Analysten geraten. Neben Chemchina gehörte auch Monsanto zu den Interessenten – jetzt machen die Chinesen Ernst mit ihren bereits im Dezember angekündigten Übernahmeplänen.

Insgesamt 43 Milliarden Dollar will sich der chinesische Chemieriese das schweizerischen Vorzeigeunternehmen Syngenta kosten lassen. Dabei bietet Chemchina pro Aktie 465 Dollar sowie eine einmalige Sonderdividende von fünf Franken an. Zusätzlich stünde jedem Aktionär auch weiterhin die für den Mai beantragte ordentliche Dividende von CHF 11 zu, so das Unternehmen.

Mit diesem Angebot scheint man in Basel durchaus zufrieden: Der Syngenta-Aufsichtsrat hat sich Anfang des Monats für eine entsprechende Transaktion ausgesprochen. Sollten die Aktionäre sich für den Verkauf entscheiden, könnte Syngenta schon Ende 2016 vollständig zu Chemchina gehören.

Damit setzt das Staatsunternehmen seinen aggressiven Wachstumskurs fort: Vor wenigen Wochen hatten die Chinesen den deutschen Spezialmaschinenbauer Kraus Maffei für 925 Millionen Euro geschluckt. Im Bereich Pflanzenschutz hatte sich Chemchina bereits 2011 Adama aus Israel einverleibt.

Wie soll es für Syngenta weitergehen?

Das derzeitige Management von Syngenta soll das Unternehmen weiterhin leiten, hieß es aus Firmenkreisen. Allerdings würde nach erfolgter Übernahme Chemchina - Verwaltungsratspräsident Ren Jianxin auch den Syngenta-Aufsichtsrat führen.

“Die Transaktion minimiert die Risiken hinsichtlich der Betriebsabläufe; sie ermöglicht weiteres Wachstum, speziell in China und weiteren Schwellenländern, sowie langfristige Investitionen in Innovation”, erklärte Michel Demaré, Präsident des Verwaltungsrats von Syngenta.
“Die Transaktion minimiert die Risiken hinsichtlich der Betriebsabläufe; sie ermöglicht weiteres Wachstum, speziell in China und weiteren Schwellenländern, sowie langfristige Investitionen in Innovation”, erklärte Michel Demaré, Präsident des Verwaltungsrats von Syngenta. (Bild: Syngenta)

Damit ist auch die bisherige Unternehmensführung einverstanden: „Mit diesem Angebot anerkennt Chemchina die Qualität und das Potenzial des Syngenta Geschäfts. Dazu gehören die in unserer Branche führende Forschung, Entwicklung und Produktion sowie die Kompetenzen unserer Mitarbeitenden weltweit”, erklärte Michel Demaré, Präsident des Verwaltungsrats von Syngenta.

“Die Transaktion minimiert die Risiken hinsichtlich der Betriebsabläufe; sie ermöglicht weiteres Wachstum, speziell in China und weiteren Schwellenländern, sowie langfristige Investitionen in Innovation. Syngenta bleibt Syngenta mit Hauptsitz in der Schweiz. Das unterstreicht die Attraktivität dieses Landes als Unternehmensstandort.“

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Kaufen, um zu verkaufen – Was will Chemchina?

Die Frage, ob Chemchina sich langfristig an Syngenta binden will scheint dennoch berechtigt: Immerhin steht ein künftiger Börsengang auf der Agenda der Chinesen. Jetzt gehen Marktkenner davon aus, dass die Unternehmensführung in Peking darauf wartet, dass die Preise für Pflanzenschutzlösungen anziehen, um das Unternehmen anschließend mit Gewinn weiter zu verkaufen.

Doch Chemchina war nicht der einzige Interessent an einer Übernahme – lesen Sie auf Seite 2, warum sich einer der größten Pflanzenschutzspezialisten an Syngenta die Zähne ausbiss...

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