Studie: Branchenvergleich Digitalisierung

Chemie und Pharma hinken bei der Digitalisierung hinterher

09.02.16 | Redakteur: Matthias Back

(Bild: ra2studio/Fotolia.com)

Die Chemie- und Pharmabranche ist bei der Digitalisierung weiterhin rückständig. Einem Branchenvergleich zufolge steht die digitale Transformation selten auf der strategischen Agenda der Unternehmen. Papierdokumente erweisen sich zumeist als Hinderniss bei der Automatisierung von Prozessen.

Gescher – Der aktuelle Digitalisierungsgrad in den verschiedenen Branchen weist nach einer Studie im Auftrag der d.velop-Gruppe sehr deutliche Unterschiede auf. Weil die Chemie- und Pharmaunternehmen noch erhebliche Strategiedefizite aufweisen und sie mit Papierdokumenten als digitalem Störenfried der Geschäftsprozesse zu kämpfen haben, belegen sie nur den drittletzten Platz im Ranking der 10 untersuchten Wirtschaftssektoren.

Link zur Studie Die komplette Studie „Branchenatlas Digitale Transformation“ können Sie auf der Seite von d.velop kostenlos herunterladen. Weitere interessante Studien und Positionspapiere aus Bereichen wie beispielsweise Gehalt, Personal, Industrie, Pharma, Produktion oder auch Biotechnologie finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

Zu ihren Kernproblemen gehört nach der vom digital intelligence institute (dii) für die d.velop durchgeführten Untersuchung, dass in diesem Sektor nur sehr unterdurchschnittlich wachsende Entwicklungskräfte zur verstärkten Digitalisierung bestehen. Dies lässt sich insbesondere daran ablesen, dass aktuell lediglich 20 Prozent der 84 befragten Chemie- und Pharmabetriebe der digitalen Transformation strategisch eine elementare Bedeutung beimessen. Bei allen anderen ist meist nicht einmal klar, wer die Entwicklung der Strategien überhaupt in die Hand nehmen und verantwortlich steuern soll.

Ein weiteres Problemfeld stellt die unverändert breite Nutzung von Papierdokumenten dar. Nur in kaum mehr als jedem fünften Branchenunternehmen sind die Geschäftsprozesse zu 80 Prozent und mehr vornehmlich digital organisiert und frei von Medienbrüchen. Auch beim Verhältnis der elektronisch gespeicherten und papierbasierten Informationen im Unternehmen spricht bislang wenig für eine digitale Ausrichtung.

Dokumentenmanagement mit Brückenfunktion

„Alle Geschäftsprozesse, die sich noch des Mediums Papier bedienen, sind weder kompatibel mit den digitalen Interaktionsformen noch ausreichend standardisierbar und automatisierbar“, beschreibt d.velop-Vorstand Mario Dönnebrink das Problem. Außerdem könnten keine digitalen Geschäftsmodelle, wie sie derzeit durch Start-ups oder zur Erweiterung des herkömmlichen Business allerorts entstehen, realisiert werden. Wo digital optimierte Prozesse auf Papier treffen, sei die Durchgängigkeit einer digitalen Transformation gestört. „Deshalb kommt dem Dokumentenmanagement zweifellos eine Brückenfunktion zu, indem es die klassische Papierwelt in die digitalen Notwendigkeiten der Unternehmensorganisationen überführt“, betont Dönnebrink.

Aber auch generell ist das Engagement in digitale Geschäftsmodelle noch nicht sehr ausgeprägt. Nicht einmal 20 Prozent der Branchenfirmen haben hierzu hoch priorisiert offensive Vorhaben im Visier. Der große Rest tritt jedoch weitgehend auf die Bremse, ein Fünftel hat mit neuen digitalen Geschäftsmodellen sogar noch gar nichts im Sinn. Diese Zurückhaltung geht auch mit den Investitionsplanungen einher. So hat gegenwärtig die Hälfte der Firmen für Projekte zur digitalen Transformation keine oder nur geringe zusätzliche Mittel eingeplant. Ambitionierte Ziele verfolgen lediglich 24 Prozent.

„Es ist inzwischen unbestritten, dass sich in der Digitalisierung eine Erfolgsformel für das Wachstum und die Rentabilität von Unternehmen verbirgt. Insofern besteht ein erheblicher Handlungsbedarf, um die Konkurrenzfähigkeit im Markt zu sichern“, fasst Dönnebrink die Ergebnisse der Studie zusammen. Zu den zentralen Aufgaben gehöre dabei, die papierlastigen Prozesse zu identifizieren, um die digitale Performance zügig zu steigern.

Link zur Studie Die komplette Studie „Branchenatlas Digitale Transformation“ können Sie auf der Seite von d.velop kostenlos herunterladen. Weitere interessante Studien und Positionspapiere aus Bereichen wie beispielsweise Gehalt, Personal, Industrie, Pharma, Produktion oder auch Biotechnologie finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43859631 / Management)