Pharmazeutische Industrie

Warum der Iran zum Hoffnungsträger für Big-Pharma im Nahen Osten wird

08.03.16 | Redakteur: Dominik Stephan

(Bild: Darko Stojanovic (CC0))

Ein neuer Markt mit sagenhaften 9,2 % Zuwachs pro Jahr: Der Nahe und Mittlere Osten sind auf dem besten Weg, Asien als Pharma-Mekka abzulösen. Jetzt verleiht die Öffnung des iranischen Marktes der Branche zusätzlich Schub – das Rennen auf die Fleischtöpfe ist eröffnet, meinen die Analysten.

Teheran/Iran – Mit einer prognostizierten jährlichen Wachstumsrate von über 9 Prozent bis 2020 ist der Mittlere Osten einer der am stärksten wachsenden Pharmamärkte weltweit. Gleichzeitig kämpft die Region jedoch mit vielfältigen Herausforderungen wie Fachkräftemangel, sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen sowie begrenzte Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Lokale Regierungen, Pharmahersteller und Logistikdienstleister müssen ihre Lieferketten entscheidend verändern, um Kapital aus dem enormen Wachstum zu schlagen, erklärten die Mangementberater Camelot.

„Die Pharmabranche richtet ihr Augenmerk schon seit längerem auf die Golfregion. Die Öffnung des iranischen Marktes verleiht den Entwicklungen vor Ort eine zusätzliche Dynamik. Mit dem Marktreport wollen wir Transparenz über diese Entwicklungen schaffen und die konkreten Marktchancen, aber auch Fallstricke für Pharmaproduzenten und Logistikdienstleister herausarbeiten“, erklärt Dr. Josef Packowski, CEO bei Camelot Management Consultants.

Enormes Wachstum: Fast Zehn Prozent Pro Jahr

Für die Golfstaaten – Bahrain, Kuwait, Katar, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi Arabien und Oman plus der Iran - wird im Pharmasektor bis 2020 eine jährliche Wachstumsrate von 9,2 Prozent prognostiziert. In Deutschland sind es im gleichen Zeitraum nur 1,7 Prozent. Bevölkerungszuwächse, eine steigende Lebenserwartung, aber auch der Kampf gegen sogenannte Wohlstandskrankheiten wie Diabetes oder Fettleibigkeit machen im Mittleren Osten eine eigenständige Arzneimittelherstellung nötig.

Auswirkungen auf die Lieferketten: Die Schwachstelle des Pharma-Booms?

Was die Lieferketten betrifft, hakt es jedoch noch an verschiedenen Stellen, vor allem bei der lokalen Infrastruktur und qualifiziertem Personal. Eine Strategie, um die Lieferketten beweglicher zu machen, ist der Aufbau von Logistikzentren in Freihandelszonen. Für mehr Flexibilität und geringere Komplexität der Supply Chain nehmen die Pharmahersteller vermehrt Zusatzleistungen ihrer Logistikpartner in Anspruch. „In der Golfregion werden Services mit Zusatznutzen wie beispielsweise Umverpackungen und Postponement immer wichtiger“, kommentiert Mohammed Dayazada, Co-Autor der Studie und Competence Center-Leiter bei Camelot in Dubai. Initiativen hingegen, die die Kompetenzlücke der Mitarbeiter verringern sollen, kommen bislang nur langsam voran.

So sorgt der Iran für neue Spielregeln

Eine weitere Erkenntnis der Studie ist, dass die Öffnung des iranischen Markts die Region maßgeblich verändern wird. „Der Iran ist einer der letzten unerschlossenen Pharmamärkte der Region. Das Land bietet Pharmaunternehmen und Logistikdienstleistern zahlreiche wirtschaftliche Vorteile und gewinnbringende Chancen“, beschreibt Melanie Lenhardt, Co-Autorin der Studie und Consultant bei CAMELOT in Dubai die Bedeutung des iranischen Marktes. Noch hat Saudi Arabien den größten pharmazeutischen Markt, der aber durch restriktive Regelungen in seinen Möglichkeiten eingeschränkt ist. Es dürfte sich jedoch sehr bald zeigen, ob Investoren vor diesem Hintergrund dem sich schnell öffnenden iranischen Markt den Vorzug geben werden.

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