Studie: Arbeitsmarktentwicklung Deutschland

Unternehmen planen im zweiten Quartal 2016 weniger Neueinstellungen

11.03.16 | Redakteur: Matthias Back

Das Manpower Arbeitsmarktbarometer für das zweite Quartal 2016 sinkt um einen Prozentpunkt auf einen saisonbereinigten Wert von +2. Das ist der niedrigste Wert seit Ende 2013.
Das Manpower Arbeitsmarktbarometer für das zweite Quartal 2016 sinkt um einen Prozentpunkt auf einen saisonbereinigten Wert von +2. Das ist der niedrigste Wert seit Ende 2013. (Bild: Kritiya/Fotolia.com)

Trotz guter Konjunktur und Kauflaune der Verbraucher planen nur noch sechs Prozent der deutschen Arbeitgeber im nächsten Quartal eine Personalaufstockung. Vor allem die Brachen Versorgung und Logistik zeigen die größte Zurückhaltung. Energiekonzerne haben weiter Schwierigkeiten, im Bereich der Erneuerbaren Energien wirtschaftlich zu sein.

Eschborn – In sieben von neun untersuchten Wirtschaftssektoren ist der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick positiv. Ein größerer Personalbedarf besteht weiterhin im Bereich der Finanzdienstleistungen und unternehmensnahen Dienstleistungen. Hier liegt der Netto-Beschäftigungsausblick bei +7 Punkten, allerdings ist dies der niedrigste Wert seit Anfang 2010. Sieben Prozent der Firmen planen Neueinstellungen. Im ersten Quartal waren es jedoch mit 13 Prozent fast doppelt so viele. „Vor allem Finanzdienstleister stehen weiter unter Druck. Zwar entstehen hier auch neue Unternehmen wie innovative FinTechs – doch diese benötigen deutlich weniger Personal, so dass sie die Auswirkungen von Filialschließungen und Effizienzmaßnahmen etablierter Institute nicht ausgleichen“, so Herwarth Brune.

Gleichauf mit der Finanzindustrie stehen Groß- und Einzelhandel sowie der öffentliche Sektor. Vor allem staatliche Unternehmen konnten gegenüber dem ersten Quartal drei Punkte dazugewinnen und haben mit +4 Punkten einen besonders positiven Beschäftigungsausblick. „Der öffentliche Sektor gehört zu den Gewinnern des bevorstehenden Quartals. Dem Handel nutzen die anhaltende Konsumlaune der Verbraucher sowie die erneuten Exportrekorde“, so Brune.

Link zur Studie Die komplette Studie „Manpower Arbeitsmarktbarometer Deuschland Q2/2106“ können Sie auf der Seite von Manpower kostenlos herunterladen. Weitere interessante Studien und Positionspapiere aus Bereichen wie beispielsweise Gehalt, Personal, Industrie, Pharma, Produktion oder auch Biotechnologie finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

Unternehmen aus der Branche Elektrizität, Gas und Wasser blicken bei den Beschäftigungsaussichten eher pessimistisch in die Zukunft. Der Wert liegt im zweiten Quartal 2016 bei -1, im ersten Quartal waren es noch +3. Während fünf Prozent Neueinstellungen planen, wollen acht Prozent Personal abbauen. Auch der Bereich Transport, Lagerung und Kommunikation bleibt bei -1 im Minus.

Mittelgroße Firmen wollen mehr einstellen

Mittelgroße Firmen stellen sich als die Triebfedern des deutschen Arbeitsmarktes heraus. Während kleine und große Firmen mit weniger Personalbedarf rechnen, sehen sie einen Anstieg von +12 auf +13 im zweiten Quartal 2016. Etwa jedes fünfte Unternehmen dieser Größe plant Neueinstellungen. Bei großen Firmen fällt der Beschäftigungsausblick auf +8, von +10 im ersten Quartal und +19 im Vorjahresquartal (2/2015). Sehr kleine Unternehmen sind noch zurückhaltender, der Ausblick liegt bei -2, nach -1 im ersten Quartal und +3 im Vorjahresquartal.

Großstädte schwächeln

Im Regionalvergleich zeigt sich die größte Einstellungsbereitschaft erneut in München. In der bayrischen Metropole wollen elf Prozent der Firmen neue Mitarbeiter rekrutieren, der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick erreicht +8 Punkte. Allerdings ist das ein Rückgang um zwei Prozentpunkte von +10 im ersten Quartal. Insgesamt ist der Süden optimistischer gestimmt als der Norden. Hier steigt der Ausblick von +4 auf +5 Punkte.

Neben München geht die Einstellungsbereitschaft in allen Großstädten zurück. Vor allem in Berlin sinkt der Ausblick weiter. Im zweiten Quartal 2016 erreicht die Hauptstadt gerade mal eine +1, nach +7 im ersten Quartal 2016 und +17 im vierten Quartal 2015. Auch in Frankfurt halten sich Firmen zurück, mit einem Beschäftigungsausblick von +2. Im Vorjahresquartal waren es noch +10, im ersten Quartal 2016 noch +3. „Der eingetrübte Ausblick bei großen Unternehmen macht sich vor allem bei den Konzernzentralen in den Städten bemerkbar“, so Brune.

Arbeitsmarkt in Europa weitgehend stabil

In Europa bleiben die Beschäftigungschancen für das zweite Quartal 2016 insgesamt stabil. In 22 von 23 untersuchten Ländern der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika, kurz EMEA, planen Arbeitgeber mehr Neueinstellungen als Entlassungen. Nur in Frankreich rutschte der Beschäftigungsausblick ins Negative (-1). In Südeuropa hat sich der positive Trend des ersten Quartals wieder leicht eingetrübt. Griechenland bleibt zwar stabil bei +5 Punkten. Italien (0) und Spanien (+1) entwickeln sich jedoch leicht negativ.

Link zur Studie Die komplette Studie „Manpower Arbeitsmarktbarometer Deuschland Q2/2106“ können Sie auf der Seite von Manpower kostenlos herunterladen. Weitere interessante Studien und Positionspapiere aus Bereichen wie beispielsweise Gehalt, Personal, Industrie, Pharma, Produktion oder auch Biotechnologie finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

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