Zellkultur

Qualitätskontrolliertes Zellkultur-System für Anwendungen in der regenerativen Medizin

18.08.2008 | Redakteur: Olaf Spörkel

Gemeinsam mit Grundlagenforschern aus Zürich entwickelt Tecan ein System zur Herstellung von Zellkulturen, die in der regenerativen Medizin Verwendung finden.

Speziell für Anwendungen in der regenerativen Medizin entwickelt Tecan gemeinsam mit Forschern der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Universität Zürich ein neues automatisiertes Zellkultur-System zur Vermehrung von qualitätskontrollierten Zellen.

Crailsheim – Das automatische System soll Zellkulturen herstellen, die in der regenerativen Medizin, z. B. für einen biologischen Bandscheibenersatz, eingesetzt werden können. Mit der Zellkultur-Gerätelösung lassen sich nach Angaben von Tecan alle erforderlichen Schritte bei der Herstellung von Zellkulturen kontrollieren, einschließlich Isolierung, Inokulierung, Vermehrung, Ernten sowie der Analyse von Zelllinien und Primärzellen. Die Qualitätskontrolle soll durch zwei integrierte Detektionsvorrichtungen sichergestellt werden, mit denen das Maß an Zellkonfluenz bestimmt und die Expression von Zelltyp-spezifischen genetischen Markern gemessen wird. Diese Entwicklungen werden an der ZHAW unter der Leitung von Prof. Ursula Graf durchgeführt. Die Plattform ist so geplant, dass sie leicht an verschiedene Zelltypen angepasst werden kann und standardisierte Behandlungsverfahren für die regenerative Medizin ermöglicht.

Reproduzierbarkeit in der Zellkultur

„Ich bin überzeugt, dass die regenerative Medizin durch künstliche Gewebeherstellung zu einer klinischen Realität werden wird. Um unsere Ziele jedoch zu erreichen, benötigen wir dringend automatische Zellkultur-Systeme, die Wiederholbarkeit, Stabilität und Verfolgbarkeit von Daten sicherstellen“, sagte Prof. Norbert Boos, Leiter der Wirbelsäulenchirurgie der orthopädischen Universitätsklinik Balgrist an der Universität Zürich. „So scheint zum Beispiel der auf Zellen basierende nukleäre Ersatz der inneren Anteile der Bandscheibe eine in Zukunft realisierbare und minimal-invasive Behandlung für Rückenschmerzen, die durch degenerierte Bandscheiben hervorgerufen werden. Ohne hochsensible, automatisch produzierte Gewebekulturen wird ein solcher Behandlungsansatz aber ohne Erfolg bleiben.“

Das Projekt wird von der schweizerischen Kommission zur Förderung von Technologie und Innovation (KTI) mitfinanziert.

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