Länderreport Schweiz

Eidgenössische Chemieindustrie

21.04.12 | Autor / Redakteur: Axel Simer, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

Bildergalerie: 4 Bilder
(Bild: wikimedia commons)

Die Chemieindustrie der Schweiz ist stark durch den Außenhandel geprägt. Während der Wechselkurs des Schweizer Frankens die Wettbewerbsfähigkeit der Chemie- und Pharmabranche maßgeblich beeinflusst, sichern Forschung und Entwicklung den Schweizer Unternehmen trotzdem eine Spitzenposition auf dem Weltmarkt.

Bonn; Zürich/Schweiz – Die chemische Industrie der Schweiz wuchs 2010 noch zweistellig, spürte jedoch 2011 sehr deutlich die Konjunkturabkühlung in Europa und anderen Teilen der Welt sowie den stark aufgewerteten Franken. Die bedeutenden Unternehmen des Sektors erzielen etwa 90 Prozent ihrer Umsätze im Ausland. Gleichzeitig muss der Wirtschaftszweig fast alle Ausgangsstoffe importieren. Im Jahr 2011 stammte erneut etwa ein Viertel aller schweizerischen Einfuhren von Branchenprodukten aus Deutschland.

Marktentwicklung/-bedarf

Die schweizerische Pharma- und Chemieindustrie gilt nach Einschätzung der Bank Credit Suisse International als besonders wettbewerbsfähig. Durch die weltweite Spitzenposition in der Forschung, die hohe Arbeitsproduktivität, die geografisch diversifizierten Exporte sowie die demografische Entwicklung verfügt der Sektor in der Schweiz über ein ausgezeichnetes Wachstumspotenzial. Mittelfristig sind die Aussichten der Branche somit sehr günstig.

Entwicklung nach der Wirtschaftskrise

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ist für den Industriezweig Geschichte. Bereits seit dem Jahresende 2009 geht es in allen Segmenten wieder bergauf. Als frühzyklische Branche profitierte die gesamte Chemie 2010 von der konjunkturellen Erholung. Das Jahr 2011 entwickelte sich jedoch stark unter dem Einfluss des aufgewerteten Schweizer Franken. Die nominalen Umsätze (einschließlich Pharma) gingen um fast elf Prozent zurück, die Produktion um zwei Prozent.

Für 2012 avisieren Branchenkenner eine leichte Besserung, vor allem dank der Wechselkursstabilisierung der Schweizer Nationalbank. Allerdings war die Nachfrage aus dem Inland zu Jahresbeginn 2012 geringfügig rückläufig, während die Auftragseingänge aus dem Ausland etwas über dem Vorjahresniveau lagen.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 33311950) | Fotos: wikimedia commons