Worldwide China

Umweltgefahr Mikroplastik

Mikroplastik dringt bis in die entlegensten Winkel der Erde vor

| Redakteur: Marc Platthaus

Am Strand der Insel Vavvaru sieben Bayreuther Studierende den Sand aus. Nur Partikel, die größer als ein Millimeter sind, werden später im Labor auf der Insel untersucht.
Am Strand der Insel Vavvaru sieben Bayreuther Studierende den Sand aus. Nur Partikel, die größer als ein Millimeter sind, werden später im Labor auf der Insel untersucht. (Bild: Christian Laforsch)

Plastikmüll stellt ein immer größer werdendes Problem für die Umwelt dar. Doch bis wohin gelangt unser Zivilisationsmüll? Auf einer Malediven-Insel haben Studierende und Wissenschaftler der Uni Bayreuth nun eine flächendeckende Analyse des Strandes unternommen, mit bedenklichem Ergebnis.

Bayreuth – Selbst ein entlegenes Atoll bleibt von der Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll nicht verschont.

Zwischen 40 und 1.000 Plastikteile pro Quadratmeter wurden von Master-Studierende und Wissenschaftlern der Uni Bayreuth gefunden, und täglich kommen neue Teile hinzu – dieser Verschmutzung ist die Malediven-Insel Vavvaru ausgesetzt. Ein solcher Befund auf einer abgelegenen und fast unbewohnten Insel zeigt deutlich, dass die globale Verteilung des Plastikmülls besorgniserregende Ausmaße angenommen hat. Denn dieser Müll gefährdet nicht nur industrialisierte und stark bevölkerte Regionen, sondern kann auch in die letzten natürlichen Rückzugsorte gelangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Wissenschaftler und Studierende der Uni Bayreuth jetzt veröffentlicht haben.

Große Bandbreite von Kunststoffen entdeckt

Entstanden sind diese Erkenntnisse während einer von Prof. Dr. Christian Laforsch geleiteten Veranstaltung über Meeresökologie, die als Teil des Masterstudiums 'Molekulare Ökologie' auf der Malediven-Insel Vavvaru stattfand. Master-Studierende und Mitarbeiter von Prof. Laforsch haben die dort angespülten Plastikteile zwischen einem Millimeter und 25 Zentimeter Größe systematisch untersucht. An ausgewählten Stellen der als Forschungsstation genutzten Insel haben die Nachwuchsforscher aus Bayreuth systematisch Strandgut gesammelt. In einem Labor auf der Insel haben sie dann die Kunststoff-Partikel von organischem Material gereinigt und sortiert.

Spektroskopische Analysen jedes einzelnen vorgefundenen Teilchens im Labor der Universität Bayreuth förderten die große Bandbreite der Kunststoffe zutage, welche die Strände der Insel verunreinigen: Plastikbehälter und Bruchstücke von größeren Gegenständen waren ebenso dabei wie Folienreste, Kunstfasern, Plastikpellets, kleine Styroporkugeln oder ganze Styroporstücke. Am häufigsten waren Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol. Diese Kunststoffe werden besonders oft für Verpackungen, Kosmetika und Reinigungsmittel oder als Dämmstoffe verwendet. Insgesamt waren aber rund 60 Prozent der eingesammelten Plastikteile nur zwischen einem und fünf Millimetern groß. Dies deutet darauf hin, dass es sich bei den Teilchen um Fragmente von Plastikmüll handelt, der schon eine ganze Weile auf den Weltmeeren unterwegs war. „So landet unser Zivilisationsmüll also am Ende auf den Malediven“, resümiert frustriert Lena Löschel, Studentin im Masterstudiengang 'Molekulare Ökologie' in Bayreuth.

LP-Dossier Mikroplastik In unserem Dossier „Mikroplastik“ haben wir für Sie weitere Forschungsvorhaben und -erkenntnisse zum Thema Mikroplastik zusammengefasst u.a. ein Interview mit Prof. Christian Laforsch von der Universität Bayreuth zum Thema Mikroplastik in Binnengewässern.

Zuvor hatten sich die Mitarbeiter von Prof. Laforsch bereits mit dem Plastikmüll in süddeutschen und oberitalienischen Gewässern beschäftigt. Aber auf Vavvaru waren sie überrascht, wie sehr sich die Menge und die Art der am Strand angespülten Kunststoffe von Tag zu Tag und von Ort zu Ort unterscheiden – abhängig von den Formen des Strandes und den ständig wechselnden Meeresströmungen, Windrichtungen und Windstärken.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44641882 / Wasser- & Umweltanalytik)