Worldwide China

Inspiration Apothekerschrank

Neuer Sicherheitschrank mit Vertikalauszug optimiert Raumnutzung

| Autor / Redakteur: Sven Sievers* / Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Mangelware Platz – Der neue Sicherheitschrank ist inspiriert von den Vorteilen eines Apothekerschrankes.
Abb. 1: Mangelware Platz – Der neue Sicherheitschrank ist inspiriert von den Vorteilen eines Apothekerschrankes. (Bild: Asecos)

Das Labor im Wandel der Zeit – Neue Raumkonzepte sollen Arbeitsabläufe optimieren und für mehr Sicherheit der Labormitarbeiter sorgen. Dabei spielt auch die Gefahrstofflagerung, beispielsweise in Sicherheitsschränken, eine entscheidende Rolle. Durchdachte Lösungen helfen hier, auch hohen Anforderungen gerecht zu werden.

In der Forschung spielen chemische Substanzen – oftmals toxisch, korrosiv oder brennbar – eine zentrale Rolle. Sie kommen in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen, Konzentrationen und Mengen vor. Insbesondere im Labor macht die Gefahrstofflagerung direkt am Arbeitsplatz viele Prozesse effizienter und sicherer, denn dadurch werden lange Transportwege zu einem zentralen Gefahrstofflager vermieden. Deshalb steht der Gefahrstoffschrank schon lange nicht mehr nur passiv im äußersten Winkel des Labors, sondern ist mit seinen variablen Funktionen – neben dem Labor­abzug – zu einem der wichtigsten Einrichtungsgegenstände geworden.

Doch ein Gefahrstoffschrank muss mehr können, als die gesetzlichen Regelungen zu erfüllen – er muss ebenso mit der Zeit gehen, wie die Labore: Aktuelle Trends zeigen, dass zwar einerseits durch Just-in-Time-Belieferung und kleinere Packungsgrößen geringere Mengen der benötigten Gefahrstoffe gelagert werden. Andererseits wird die Vielfalt der verwendeten Stoffe größer. Mit diesen Entwicklungen müssen Effizienz und Sicherheit im Labor mitwachsen. Um den neuesten Maßgaben und Ansprüchen von Laborplanern nach Maximierung der Nutzflächen gerecht zu werden, entwickelte das Konstruktions- und Entwicklungsteam von Asecos einen Gefahrstoffschrank mit – im wahrsten Sinne des Wortes – neuen Dimensionen: Die V-Line.

Wie entsteht ein neuer Sicherheitsschrank?

Zu Beginn steht immer eine Idee im Raum, danach geht es daran, gestellte Anforderung und mögliche Umsetzungen zu skizzieren. Im Falle der V-Line kamen die Anforderungen direkt aus dem Markt – Anwender haben vermehrt einheitliche Wünsche und Verbesserungsvorschläge geäußert. Basierend auf diesen und weiteren Informationspools erarbeitete das Entwicklerteam Vorschläge und startete mit der internen Entwicklungsarbeit.

„Bei Neukonstruktionen wie aktuell der V-Line folgen wir immer unserer Systematik namens „Step“: Strukturierte ergebnisoffene Produktentwicklung. Sie beginnt mit dem Lastenheft und anschließend folgt das Pflichtenheft“, so Dipl. Ing. Karl Heinz Möhn, Bereichsleiter Forschung und Entwicklung bei Asecos.

Gefahrstoffschrank mit neuen Dimensionen

Der neue Sicherheitschrank ist inspiriert von den Vorteilen eines Apothekerschrankes. Mit einer Schranktiefe von 86 cm nutzen V-Line-Schränke den zuvor leerstehenden Bereich hinter den sonst nur 60 cm tiefen Sicherheitsschränken – analog zum Laborabzug. Die Schrankbreite von nur 45 cm spart Platz und schafft somit eine größtmögliche, zusammenhängende Funktionsfläche für Labormitarbeiter. Denn im Labor ist Platz meist Mangelware und daher ein teures Gut. In Bezug auf die Lagerkapazität kann sich der Schrank mit dem herkömmlichen 90 cm breiten Flügeltürschränken messen: Der Vertikalauszug des Sicherheitsschrankes mit z.B. sechs Lagerebenen fasst ein Gesamtvolumen von 126 Ein-Liter-Labor­glasflaschen nach ISO 4796-1. Eine 81 cm breite Variante des Schrankes mit zwei Auszügen fasst sogar ein Volumen von 252 Litern und damit doppelt so viel wie die schmale Variante.

Ergänzendes zum Thema
 
LP-Tipp – Anforderungen an die Sicherheit

Neben der optimalen Raumnutzung und der damit verbundenen hohen Lagerkapazität bietet vor allem die Vertikalauszugs­technik sehr hohen Bedienkomfort. Der elektromotorisch gesteuerte Vertikalauszug lässt sich leicht per Knopfdruck, ohne jeglichen Kraftaufwand, öffnen und schließen.

Die Entwicklungsphase der neuen Sicherheitsschränke dauerte ca. zwei Jahre und wurde begleitet von zahlreichen, detaillierten internen und externen Tests, Prüfungen und Simulationen. Darunter fällt beispielsweise die mechanische Stabilität, die mit Dauerstandversuchen von 50 000 Öffnungen und Schließungen und mit Belastungsversuchen zur Tragfähigkeit bei maximaler Beladung kontinuierlich getestet wurde. Zusätzlich kamen Prüfungen zu Feuerwiderstandsdauer, Volumenstrom/Differenzdruck-Kennlinie und Tests der einzelnen Lagerebenen ebenso hinzu wie Simulationen von Transport und Aufstellung des Sicherheitsschrankes. „Die größte Herausforderung lag definitiv darin, die Linearführung des elektromotorisch gesteuerten Vertikalauszuges robust und dennoch wirtschaftlich zu gestalten. Gleichzeitig ist der Auszug auch das absolut Besondere an dem neuen Schrank“, erklärt Möhn weiter.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44574412 / Labortechnik)