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Medikamentenrückstände

Neues bundesweites Forschungsprojekt zu Spurenstoffen im Abwasser

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Der steigende Arzneimittelverbrauch führt auch zu einem Anstieg von Medikamentenrückständen in allen Abwasserströmen. (Bildquelle: journal.lu)
Der steigende Arzneimittelverbrauch führt auch zu einem Anstieg von Medikamentenrückständen in allen Abwasserströmen. (Bildquelle: journal.lu)

Die Emschergenossenschaft beteiligt sich an dem neuen interdisziplinären Verbundprojekt „Sauber+“ zur Vermeidung von Medikamentenrückständen im Abwasser – insbesondere in dem von Krankenhäusern oder anderen Pflegeeinrichtungen. An dem bundesweiten Projekt nehmen insgesamt sechs Forschungseinrichtungen und fünf Partner aus der Praxis teil.

Essen/Emschergebiet – Es ist zu erwarten, dass der Arzneimittelverbrauch zunimmt, unter anderem bedingt durch den demographischen Wandel. Dies führt zu einem Anstieg von Medikamentenrückständen in allen Abwasserströmen, insbesondere aus Einrichtungen des Gesundheitswesens, wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Ärztehäuser etc..

Diese Abwässer enthalten zum einen pharmazeutische Wirkstoffe, die oft in konventionellen Kläranlagen nur unzureichend eliminiert werden und so im Wasserkreislauf verbleiben. Für viele solche Stoffe werden Wirkungen für die Umwelt vermutet. Zum anderen sind im Abwasser aus Einrichtungen des Gesundheitswesens auch Krankheitserreger enthalten. Offene Fragen bestehen hinsichtlich der jeweiligen Wirkstoffmengen und der Interaktionen dieser Erreger mit den im Abwasser enthaltenen Medikamentenrückständen, der Bildung von multiresistenten Keimen und der Reinigungsmöglichkeiten der entsprechenden Abwässer.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt „Sauber+“ will neue Konzepte und Technologien für die separate Behandlung von Abwasser aus Einrichtungen des Gesundheitswesens entwickeln, z.B. einrichtungs-, einzugsgebiets- und zielgruppenspezifische Maßnahmen zur Vermeidung des Eintrags von pharmazeutischen Wirkstoffen und Krankheitserregern in die Umwelt anhand konkreter An-wendungsfälle. Darauf aufbauend werden Empfehlungen für neue Konzepte und Technologien für die separate Behandlung von Abwasser aus Einrichtungen des Gesundheitswesens und Veränderungen in der Organisation des Betriebs formuliert.

Projektteam aus sechs Forschungseinrichtungen und fünf Praxispartnern

Das interdisziplinäre Projektteam setzt sich aus Experten von sechs Forschungseinrichtungen und fünf Praxispartnern zusammen: Neben dem ISA arbeiten das Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltchemie (INUC, Leuphana Universität Lüneburg) und das Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene (IUK, Universitätsklinikum Freiburg) aus dem naturwissenschaftlichen Bereich im Projekt. Die vorrangig sozialwissenschaftlich ausgerichteten Projektaufgaben werden vom ISOE-Institut für sozial-ökologische Forschung (Frankfurt am Main), dem Institut für Umweltkommunikation (INFU, Leuphana Universität Lüneburg) und der Dialogik gemeinnützi-gen Gesellschaft für Kommunikations- und Kooperationsfor-schung (Stuttgart) bearbeitet.

Zu den Praxispartnern gehören die Emschergenossenschaft aus Essen, das Ortenau Klinikum sowie die Industrieunternehmen Carbon Services and Consulting (Vettweiß), Microdyn-Nadir (Wiesbaden) und Umex (Dresden). Durch eine kontinuierliche Einbindung wichtiger Akteure aus Gesundheitswesen, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in das Verbundprojekt werden die Praktikabilität und Akzeptanz der entwickelten Lösungen sowie die Verbreitung der Projektergebnisse stark erhöht.

Das Projekt steht unter der Leitung des Instituts für Siedlungswasserwirtschaft der RWTH Aachen und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund drei Millionen Euro gefördert.

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