Kooperation

Gemeinsam gegen Alzheimer, Parkinson und Demenz

12.12.12 | Redakteur: Doris Popp

Kooperation zweier Helmholtz-Zentren: Neurowissenschaftler und Infektionsforscher erforschen Hirnerkrankungen
Kooperation zweier Helmholtz-Zentren: Neurowissenschaftler und Infektionsforscher erforschen Hirnerkrankungen (Logo: HZI)

Zwei Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft bündeln ihre Kräfte und erforschen gemeinsam wie sich das Gehirn vor Krankheitserregern schützt und ob Infektionen eine Alzheimer-Erkrankung begünstigen können.

Bonn/Braunschweig – Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig wollen solche Fragen in den nächsten Jahren gemeinsam bearbeiten. Die fachübergreifende Kooperation wird mit rund 600 000 Euro gefördert. Die Forscher erhoffen sich davon neue Erkenntnisse über Demenzen und andere Hirnerkrankungen.

„Obwohl es in der Vergangenheit bereits etliche Untersuchungen gegeben hat, wissen wir bislang nicht, welche Rolle Infektionen für die Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen spielen“, sagt der Wissenschaftliche Vorstand und Vorstandsvorsitzende des DZNE, Prof. Pierluigi Nicotera. „Chronische Entzündungen infolge von Krankheitserregern könnten im Gehirn eine Reihe von Prozessen begünstigen, die letztlich zu neuronalen Schäden führen.“

Prof. Dirk Heinz, Wissenschaftliche Geschäftsführer des HZI, unterstreicht die Chancen der Zusammenarbeit: „Trotz gemeinsamer Interessen gibt es bislang zu wenig Austausch zwischen Neurobiologen und Infektionsforschern. Das wollen wir ändern“, so Heinz. „Diese Kooperation bietet dafür die besten Voraussetzungen, denn die Expertise und Methodik der beiden Helmholtz-Zentren ergänzen sich optimal. Diese Synergie wollen wir nutzen, und eine derartige Vernetzung entspricht ganz der Philosophie der Helmholtz-Gemeinschaft.“

In den nächsten drei Jahren finanzieren die Helmholtz-Zentren zwei Kooperationsprojekte mit jeweils rund 300 000 Euro. Die Laborstudien sollen Aufschluss über grundlegende Fragen der Infektions- und Neurobiologie geben.

Eines der Forschungsvorhaben wird der Vermutung nachgehen, dass wiederholte Infektionen neurodegenerative Erkrankungen, insbesondere die Alzheimer-Krankheit, begünstigen können. Dabei kooperieren Prof. Michael Heneka vom DZNE und Prof. Martin Korte vom HZI. Das zweite Projekt widmet sich der Rolle bestimmter Hirnzellen, sogenannter Astrozyten, bei der Abwehr viraler Infektionen. Diese Thematik wird gemeinsam von Prof. Frank Bradke (DZNE), Prof. Ulrich Kalinke (HZI) und Prof. Martin Stangel von der Medizinischen Hochschule Hannover bearbeitet.

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