Neutronenstrahlung

Fingerabdrücke mit Neutronenstrahlung analysieren

08.07.13 | Redakteur: Marc Platthaus

3D-Abbildung eines Fingerabdrucks mit einem optischen Mikroskop
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3D-Abbildung eines Fingerabdrucks mit einem optischen Mikroskop (Bild: Institut Laue-Langevin)

Eine neue Art, Fingerabdrücke an Tatorten zu erkennen und durch Benutzung von farbveränderlichen, fluoreszierenden Schichten sichtbar zu machen, könnte zu einer zuverlässigeren Identifizierung von latenten (versteckten) Fingerabdrücken auf Messern, Schusswaffen, Patronenhülsen oder anderen metallischen Oberflächen führen. Die Technik ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Universität von Leicester, dem Institut Laue-Langevin (ILL) und der Neutronen- und Myonenquelle Isis.

Grenoble/Frankreich – Berührt ein Finger eine Oberfläche, so hinterlässt er eine Ablagerung von Schweiß und Hautfett, die die Erhöhungen und Vertiefungen der Papillarleisten, die sich auf den Fingerkuppen befinden, widerspiegelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Individuen dieselben Fingerabdrücke haben, liegt bei 1 : 64 Milliarden, was sie zu einem idealen Werkzeug bei der Identifizierung in Kriminaluntersuchungen macht.

Die größte Quelle von kriminaltechnischem Beweismaterial in Form von daktyloskopischen Spuren sind latente Fingerabdrücke, also Abdrücke, die man nicht sofort mit bloßem Auge sieht, was es unwahrscheinlicher macht, dass sie weggewischt werden. Dennoch ist es oft problematisch, diese Abdrücke ausreichend deutlich darzustellen, sodass sie zu einer eindeutigen Identifizierung führen. Trotz verbesserter Verfahren sind nur 10 % der an Tatorten genommenen Fingerabdrücke von ausreichender Qualität, um vor Gericht verwendet werden zu können.

Fingerabdrücke sind anfällig für Alterung, Umwelteinfüsse und Abwaschen

Die klassische Herangehensweise, um die Sichtbarkeit eines latenten Abdrucks zu verbessern, besteht darin, ein farbiges Pulver aufzutragen, das an den klebrigen Rückständen haften bleibt, und einen sichtbaren Kontrast zur darunterliegenden Oberfläche bildet. Diese Techniken erfordern jedoch, dass das Fingerabdruckmaterial im Wesentlichen erhalten ist, und sind daher anfällig gegenüber Alterung, Umwelteinflüssen oder versuchtem Abwaschen.

Um dieses Problem zu lösen, haben Forscher der Universität Leicester an einer neuen Technik gearbeitet, die Fingerabdrücke durch Ausnutzung ihrer elektrischen Isoliereigenschaften sichtbar macht. Dabei übernimmt der Fingerabdruck die Aufgabe einer Maske oder Schablone, die den elektrischen Strom, der zum Ablagern einer farbigen, elektroaktiven Beschichtung verwendet wird, abblockt. Dadurch wird die farbige Beschichtung zu den blanken freiliegenden Flächen zwischen den Ablagerungen des Fingerabdrucks umgelenkt, wobei ein Negativbild des Fingerabdrucks entsteht. Im Gegensatz zu konventionellen Reagenzien zur Sichtbarmachung von Fingerabdrücken sind die Polymere, die die Forscher der Universität Leicester verwenden, elektrochromatisch, das heißt, sie wechseln ihre Farbe, wenn sie elektrischer Spannung ausgesetzt sind.

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