Gentechnisch veränderte Pflanzen

Verband kritisiert EU-Umweltminister

27.06.14 | Redakteur: Marc Platthaus

„Eine Anbauzulassung für gentechnisch veränderte Pflanzen sollte weiterhin EU-weit gelten und auf der naturwissenschaftlichen Prüfung der Unbedenklichkeit für Mensch, Tier und Umwelt beruhen“, kommentiert Ricardo Gent die Entscheidung der EU-Umweltminister zur Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen.
„Eine Anbauzulassung für gentechnisch veränderte Pflanzen sollte weiterhin EU-weit gelten und auf der naturwissenschaftlichen Prüfung der Unbedenklichkeit für Mensch, Tier und Umwelt beruhen“, kommentiert Ricardo Gent die Entscheidung der EU-Umweltminister zur Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen. (Bild: VCI/DIB)

Mitte Juni haben sich die EU-Umweltminister auf ein neues Verfahren zur Zulassung gentechnisch veränderten Organismen (GVO) geeinigt: Die EU-Mitglieder sollen künftig den Anbau von GVO in ihrem Staat leichter verbieten können. Die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie sieht in dieser Entscheidung einen Nachteil für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Europa.

Frankfurt a.M. – Die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) kritisiert die mehrheitliche Entscheidung im Rat der EU-Umweltminister, das Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen auszuweiten. Ricardo Gent, Geschäftsführer der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB), sagte dazu: „Eine Anbauzulassung für gentechnisch veränderte Pflanzen sollte weiterhin EU-weit gelten und auf der naturwissenschaftlichen Prüfung der Unbedenklichkeit für Mensch, Tier und Umwelt beruhen. Die so genannten sozioökonomischen Kriterien geben den EU-Staaten die Möglichkeit an die Hand, autonom ein nationales Anbauverbot zu verhängen, auch wenn die Sicherheit der Pflanzen bestätigt ist. Das öffnet politischer Willkür Tür und Tor.“

Aus Sicht der DIB wäre es fatal für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Europa, wenn behördliche Sicherheitsbewertungen von strenger Wissenschaftlichkeit und politischer Neutralität losgelöst werden. „Forschenden Unternehmen fehlen Rechts- und Planungssicherheit für ihre Investitionen. Die Änderung des politischen Verfahrens bedeutet eine Abkehr in der EU von Objektivität und Rechtssicherheit hin zur Beliebigkeit und staatlichen Bedarfsprüfung.“

Gentechnisch veränderte Pflanzen werden seit 1995 weltweit kommerziell auf immer größeren Flächen angebaut. Forschung und Praxis können auf bald 19 Jahre internationale Erfahrung zurückblicken. „In dieser Zeit gab es keine schädlichen Auswirkungen auf Mensch, Tier oder Umwelt“, betont der DIB-Geschäftsführer.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42764540 / Wissenschaft & Forschung)

 

Wissenschaft und Forschung mehr Artikel zum Thema finden Sie hier