Wacker Silicone Award 2014

Wacker zeichnet japanischen Wissenschaftler aus

11.08.14 | Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Prof. Dr. Akira Sekiguchi (Mitte) vom Lehrstuhl für organische Chemie an der Universität Tsukuba, Japan, wurde mit dem Wacker Silicone Award 2014 ausgezeichnet. Es gratulierten Wacker-Vorstandsvorsitzender Dr. Rudolf Staudigl (rechts) und Wacker Silicones-Geschäftsbereichsleiter Dr. Christian Hartel.
Prof. Dr. Akira Sekiguchi (Mitte) vom Lehrstuhl für organische Chemie an der Universität Tsukuba, Japan, wurde mit dem Wacker Silicone Award 2014 ausgezeichnet. Es gratulierten Wacker-Vorstandsvorsitzender Dr. Rudolf Staudigl (rechts) und Wacker Silicones-Geschäftsbereichsleiter Dr. Christian Hartel. (Bild: Wacker Chemie)

Der mit 10.000 Euro dotierte Wacker Silicone Award geht in diesem Jahr an Akira Sekiguchi, Professor für organische Chemie an der Universität Tsukuba in Japan. Der Chemiekonzern honoriert damit Sekiguchis „herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der siliciumorganischen Chemie“. Die Forschungsarbeiten sind relevant für neuartige Hochenergiespeicher.

München – Dem Preisträger war es 2003 erstmals gelungen, Moleküle mit stabilen Silicium-Silicium-Dreifachbindungen zu synthetisieren und mittels Röntgenstrukturanalyse eindeutig nachzuweisen. Mit dieser und zahlreichen anderen Arbeiten habe Sekiguchi auf dem Gebiet der siliciumorganischen Forschung Wegweisendes geleistet, betonte der Leiter des Geschäftsbereichs Wacker Silicones, Dr. Christian Hartel, in seiner Laudatio.

Die Preisverleihung fand am 4. August im Berliner Tagungszentrum Axica im Rahmen des 17. Internationalen Symposiums für Siliciumchemie und der 7. Europäischen Silicontage statt.

Der Wacker Silicone Award wird alle zwei Jahre vom Münchner Chemiekonzern verliehen. Er gehört neben dem Kipping-Award zu den international bedeutendsten Auszeichnung auf Gebiet der siliciumorganischen Chemie. „Professor Sekiguchi hat uns in den vergangenen 20 Jahren einen unglaublichen Fundus an neuen Erkenntnissen präsentiert“, sagte Hartel vor etwa 250 Zuhörern. „Seine wissenschaftlichen Arbeiten haben die Siliciumforschung maßgeblich beeinflusst und erlauben ein tieferes Verständnis für Strukturen mit niedervalentem Silicium.“

In mehr als 250 Publikationen hat Sekiguchi eine Vielzahl von Synthesen und Verbindungen beschrieben. Dazu gehören unter anderem gemischte aromatische Fünfringe mit jeweils drei Silicium- und zwei Kohlenstoffatomen, die für Anwendungen in künftigen Leuchtstoffen von Interesse sind. Der heute 62-jährige synthetisierte erstmals auch stark verzweigte baumartige Polymere auf der Basis von Silicium. Für solche Moleküle zeichnen sich Anwendungen auf dem Gebiet der Oberflächenkatalyse ab.

Sekiguchi beschrieb darüber hinaus stabile zyklische Radikale auf der Basis von Silicium, die für die Entwicklung künftiger Hochenergie-Speicher von Bedeutung sind. In Zusammenarbeit mit dem japanischen Automobilhersteller Toyota werden die Potenziale diese Forschungsergebnisse derzeit untersucht.

Großes Aufsehen löste Sekiguchis Synthese eines stabilen Disilins im Jahr 2003 aus. Dabei handelt es sich um Moleküle mit einer Silicium-Silicium-Dreifachbindung. Solche Verbindungen entsprechen in der Kohlenstoffchemie den Alkinen mit Acetylen als deren einfachstem Vertreter. Zuvor wurde die Existenz von Disilinen aufgrund ihrer hohen Reaktivität noch angezweifelt. Sekiguchi überwand diese Hürde, indem er die Dreifachbindung mit Hilfe sperriger Liganden sterisch abschirmte. Der Nachweis der Dreifachbindung gelang ihm mit Hilfe der Röntgenstrukturanalyse. Diese Leistung gilt als Meilenstein in der siliciumorganischen Forschung.

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