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Digitale Sensorik

Riechen, schmecken, hören – Auf dem Weg zur Digitalisierung der menschlichen Wahrnehmung

| Autor / Redakteur: Thoralf Dietz* / Dr. Ilka Ottleben

Im „Campus der Sinne Erlangen“ wollen die Fraunhofer-Institute IIS und IVV sowie die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gemeinsam mit Unternehmen menschliche Sinneserfahrungen erforschen und digital umsetzen.
Im „Campus der Sinne Erlangen“ wollen die Fraunhofer-Institute IIS und IVV sowie die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gemeinsam mit Unternehmen menschliche Sinneserfahrungen erforschen und digital umsetzen. (Bild: gemeinfrei)

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Multisensorische digitale Systeme sollen künftig menschliche Sinneswahrnehmungen nachbilden und verstehen können. Im „Campus der Sinne Erlangen“ ist es Ziel, die Digitalisierung aller menschlichen Sinneserfahrungen in den Grundlagen zu erforschen und daraus konkrete neue Technologien und Dienstleistungen der digitalen Sensorik abzuleiten, die beispielsweise Menschen mit Wahrnehmungsbeeinträchtigungen im Alltag unterstützen könnten.

Erlangen – Die Digitalisierung, bisher noch vornehmlich der Industrie zugeschrieben, greift immer mehr in alle Lebensbereiche und in den Alltag des Menschen ein. Im Fraunhofer Campus der Sinne Erlangen sollen die menschlichen Sinne wie Sehen und Hören, aber vor allem auch die „chemischen“ Sinne Riechen und Schmecken, digital erfasst werden. Maschinen können beispielsweise Menschen helfen, die ihren Riech- und Geschmackssinn durch einen Infekt verloren haben und nicht feststellen können, ob Lebensmittel verdorben sind.

Dabei sind die Sinneswahrnehmungen beim Menschen oft generell noch wenig verstanden, gerade in ihrer Komplexität. Wie beeinflussen sich Sinneswahrnehmungen gegenseitig? Wie wirkt ein Film, wenn ich dabei den falschen Geruch in der Nase habe? Werde ich in der Arbeitswelt weniger gestresst, wenn bestimmte Gerüche am Arbeitsplatz durch andere ersetzt werden?

Menschen mit Wahrnehmungsbeeinträchtigungen im Alltag unterstützen

Gerade beim Riechen und Schmecken sind viele Wahrnehmungsprozesse unbewusst, maschinelle Systeme können dem Menschen helfen, seine Umwelt, auch mögliche Gefahren und Risiken, bewusster wahrzunehmen und besser darauf zu reagieren. Die technische Herausforderung liegt in der maschinellen Erfassung und Interpretation menschlicher Sinneswahrnehmungen und deren Transformation ins Digitale. Der Campus der Sinne beschäftigt sich genau mit diesen Themen.

Digitalen Sinneswandel in Unternehmen bringen

Unternehmen und Start-ups aus nahezu allen Branchen haben die Möglichkeit, im Campus der Sinne Erlangen mitzuarbeiten. Gemeinsam mit den Forschungspartnern können sie neue Methoden und Technologien zur Erfassung und Interpretation menschlicher Sinne und Sinneswahrnehmungen und zur Unterstützung von Sinneswahrnehmungen entwickeln oder menschliche Reaktionen auf solche Sinneseindrücke auswerten.

Menschenzentrierte Forschung

Die geplante Struktur des Campus der Sinne Erlangen sieht drei Laboratorien mit unterschiedlichen Leistungsschwerpunkten vor, die Koordination liegt bei einer gemeinsamen Geschäftsstelle. Wissenschaftler aus verschiedensten Disziplinen, wie Ingenieurwissenschaft, Medizin, Chemie und Neurowissenschaften arbeiten Hand in Hand zusammen, um Wissensaufbau, interdisziplinäre Kompetenzentwicklung und Technologietransfer im Bereich der digitalisierten Sensorik voranzutreiben.

Langfristig sollen mit dem Campus der Sinne Erlangen die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland gesichert und auf internationaler Ebene eine Vorreiterrolle im Bereich der „Digitalen Sensorik“ eingenommen werden.

Für den Aufbau des Campus der Sinne Erlangen ist ein zeitlicher Rahmen von fünf Jahren angesetzt. In dieser Zeit soll die Geschäftsstelle aufgebaut und die Laboratorien und die technische Infrastruktur in Betrieb genommen werden und insbesondere eine Plattform für gemeinsames kreatives Forschen und Arbeiten, und die Entwicklung neuer Methoden und Technologien über die Grenzen von Fachdisziplinen hinweg geschaffen werden.

Der Campus der Sinne Erlangen ist eine Initiative der Fraunhofer Institute IIS und IVV in Kooperation mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und führt als Erlanger Einrichtung interdisziplinäre Grundlagen- und Anwendungsforschung zusammen. Die Auftaktveranstaltung findet am 15. September 2017 am Fraunhofer IIS statt.

* T. Dietz: Fraunhofer IIS, 91058 Erlangen

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