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Klimawandel

Zwölf Millionen Euro für Klimafolgeforschung

10.11.2008 | Redakteur: Marion Henig

Mithilfe von Wetterradaren, Satelliten und Flugzeugen sowie zahlreichen Messgeräten im Boden erforschen Wissenschaftler im Projekt Tereno die Folgen des Klimawandels.
Mithilfe von Wetterradaren, Satelliten und Flugzeugen sowie zahlreichen Messgeräten im Boden erforschen Wissenschaftler im Projekt Tereno die Folgen des Klimawandels.

In sechs Forschungszentren ist die bislang umfangreichste Untersuchung der langfristigen Folgen des Klimawandels auf regionaler Ebene gestartet. Erforscht werden sollen auch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen.

Jülich – Der Klimawandel verändert unsere Lebensgrundlagen. Aber welche konkreten Auswirkungen hat dies im regionalen Maßstab, insbesondere in den jeweiligen Ökosystemen? „Bislang fehlen hierfür ausreichend Beobachtungsdaten und untereinander vernetzte Observatorien, die Veränderungen über einen langen Zeitraum dokumentieren“, erklärt Prof. Harry Vereecken vom Forschungszentrum Jülich, der das Großvorhaben Tereno koordiniert. Mit dem Projekt Tereno (TERrestrial ENvironmental Observatories) wollen sechs Helmholtz-Zentren die Lücke schließen. Neben dem Forschungszentrum Jülich sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das Forschungszentrum Karlsruhe, das Helmholtz-Zentrum München, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und das Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungs-Zentrum GFZ beteiligt.

Insgesamt werden vier Observatorien eingerichtet, in denen Wissenschaftler sowohl die Auswirkungen des Klimawandels auf lokale Ökosysteme, als auch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen erforschen. Ziel ist es, aus den Daten Modelle für verbesserte Vorhersagen zu entwickeln und damit die Voraussetzung zu schaffen, um Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel abzuleiten.

  • Die Region Eifel-Niederrheinische Bucht im Westen Deutschlands ist geprägt durch urbanisierte und intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen sowie durch den Tagebau.
  • Im Großraum Leipzig-Halle treffen Mittelgebirgswälder, Auenwälder, großräumige Agrarflächen, urbane und industrielle Gebiete sowie Tagebau aufeinander.
  • In der Alpen- und Alpenvorlandregion finden sich aufgrund der großen Höhenunterschiede auf sehr kleinen Entfernungen bereits unterschiedliche Klimazonen. Mit ihrer land-, forstwirtschaftlichen und touristischen Nutzung sind hier selbst geringfügige Klimaänderungen mit erheblichen ökologischen und ökonomischen Folgen verbunden.
  • Das Untersuchungsgebiet im Nordostdeutschen Tiefland umfasst den „Müritz-Nationalpark“, das „Biosphärereservat Schorfheide-Chorin“ sowie das Einzugsgebiet der Uecker. Diese Region ist zunehmend von Trockenheit und ihren Auswirkungen geprägt, wodurch Moore und Kleingewässer auszutrocknen drohen.

Ein mit 3,6 Millionen Euro bewilligtes Teilprojekt ist das vollautomatisierte Lysimeternetzwerk SoilCan, bei dem Böden unterschiedlichen klimatischen Bedingungen in Deutschland ausgesetzt werden, um die Auswirkungen des Klimawandels auf Stoffaustrag und Treibhausgasemission studieren zu können. Mit dieser Förderung wird das Forschungszentrum Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, ein Netzwerk an Lysimetern errichten, um die Auswirkungen des globalen Wandels auf die Stoff- und Wasserflüsse im Boden zu untersuchen.

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