English China

Stressbewältigung 13 Tipps gegen Stress und Angstzustände

Autor / Redakteur: Dana Hofmann* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Stress greift in unserem Alltag immer mehr um sich. Nervosität und Panik sind uralte Mechanismen unseres Körpers. Leider versetzen sie uns in Alarmbereitschaft, obwohl uns schon lange kein Säbelzahltiger mehr nach dem Leben trachtet. Aber wie kann man im Angesicht der Prüfung, intensiver Arbeitsbelastung oder der großen medizinischen Untersuchung die Ruhe bewahren? Die Wissenschaft hat ein paar Tricks gegen negative Aufregung parat, die zu viel Druck und Angst keine Chance lassen.

Mit einigen kleinen Tricks gelingt es oftmals, Stress und Angstzustände zu minimieren.
Mit einigen kleinen Tricks gelingt es oftmals, Stress und Angstzustände zu minimieren.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Würzburg – Wie gelingt es uns, mit Stresssituationen umzugehen? Die folgenden 13 Tricks sollen bei der Stressbewältigung helfen.

Das Gedankenkarussell abstellen

Was uns Angst und Stress macht, liegt normalerweise in der Zukunft: Der Abgabetermin für ein Projekt rückt näher, aber er ist noch nicht da und genau jetzt ist der Zeitpunkt, an dem die Aussicht darauf uns blockiert. Dann verstreicht die kostbare Zeit, weil wir im Kopf noch an den negativen Folgen hängen, die eintreten könnten, anstatt uns auf die Arbeit zu konzentrieren. Denn eigentlich ist gerade alles ok.

Auch für andere da sein

Hormone sind eine tolle Erfindung der Natur! Der Mensch als soziales Wesen zieht grundsätzlich ein gutes Gefühl aus der Fürsorge um andere. Dabei können kleine Gesten viel ausmachen. Jeder, der schon mal verärgert war und plötzlich Gelegenheit erhielt, jemandem zu helfen, kann das bestätigen. Das gute Gefühl kann man sich aktiv schaffen, indem man sich anderen zuwendet und damit seiner Menschlichkeit rückversichert. Unbedingt ausprobieren!

Der innere Dialog

Klingt komisch, aber um sich seiner inneren Bedürfnisse bewusst zu werden, kann es helfen, mit sich selbst ins Zwiegespräch zu gehen. Wem es nicht albern vorkommt, soll dabei gern laut reden oder sich gar selbst im Spiegel betrachten. Bei einer Studie konnten Studenten, die das getan und ihr Spiegelbild als eine zweite Person angesprochen haben, ruhiger und selbstbewusster in eine aufwühlende Situation gehen.

Erkenne die falschen Signale

Nicht jede Angst ist berechtigt. Aber auch wenn man davon ausgehen kann, dass das Gespräch beim Chef aller Wahrscheinlichkeit nach nicht lebensbedrohlich ausfallen wird, ist es gar nicht so einfach, die entsprechenden körperlichen Reaktionen abzustellen. Da hilft nur, sich bewusst zu machen, was tatsächlich schlimmstenfalls passieren kann und das ist selten existentiell.

Kaffee dazu?

Viele Angestellte wissen es längst, jetzt gibt es die passende Studie dazu. Mäuse unter Kaffee-Einfluss haben stressige Situationen besser gemeistert als die koffeinfreie Kontrollgruppe. Ein Tässchen zur richtigen Zeit kann also nicht schaden. Gern auch ein Stück Schokolade dazu, die ebenfalls wohltuende Inhaltsstoffe enthält. Die Pause beruhigt und das kurze Schwätzchen mit den Kollegen streichelt die Seele. Aber Vorsicht: bei zu viel Koffein über lange Zeit stellt sich ein Gewöhnungseffekt ein und die positive Wirkung geht verloren.

Konzentriere dich auf das Wesentliche!

Vor einer potenziell stressigen Situation kann es helfen, sich das bewusst zu machen, was uns persönlich am wichtigsten ist. Und im nächsten Schritt zu bewerten, inwiefern uns das aktuelle Vorhaben darin weiterbringt. Idealerweise deuten wir beide Varianten positiv: Entweder ist ein einstweiliges Scheitern nicht dramatisch oder wir ziehen Kraft aus der Bedeutung der vor uns liegenden Aufgabe und können uns entsprechend sammeln und allen Mut für das große Ziel zusammennehmen.

Langsam an die Angst herantasten!

Vor einer Angst weglaufen, bringt gar nichts: sie kommt gewiss hinterher. Die Verhaltenspsychologie empfiehlt, sich seinen Ängsten zu stellen, aber das schön langsam. Das Hochhaus oder die Spinne ruhig erst vom Weiten betrachten, dann langsam annähern und nach und nach feststellen, dass die einzelnen Schritte gar nicht so schlimm sind, wie man gedacht hätte.

Lebe im Hier und Jetzt!

Es wird bei dem allgegenwärtigen Dauergedudel immer schwerer, ganz bei sich zu bleiben. Dabei wäre es so wichtig, wirklich in der Gegenwart anzukommen, denn das sind die Momente, die bleiben. Man muss es nicht gleich Meditation nennen, es reicht auch, sich in einem ruhigen Raum einfach mal rauszunehmen und versuchen, nichts zu denken. Mit ein bisschen Training kann man das „Runterkommen“ gerade in schwierigen Situationen einsetzen, um sich zu besinnen und dem Stress seine Durchschlagskraft zu nehmen.

Mach den Stress zu deinem Freund!

Vieles ist eine Frage der Sichtweise und eigentlich ist die Aufregung ein neutrales Signal. Studien haben ergeben, dass Menschen, die ihre Nervosität als positive Aufregung umgedeutet haben, besser mit stressigen Situationen umgehen können. Erinnern wir uns also daran, dass der Ursprung des Ganzen früher sein Gutes hatte, unseren in einer gefahrvollen Situation schlagartig auf Hochtouren zu bringen und unser Leben zu retten. Wenn die Anspannung kommt, also tief durchatmen, die Zähne zusammenbeißen und dann die beste Show liefern, die eben geht.

Nimm der Aufgabe den Schrecken!

Ja, durch die praktische Fahrprüfung rasseln ist ein teurer Patzer – aber mehr auch nicht. Schließlich darf man nach zwei Wochen einfach wieder antreten und das so oft man will. Mehr ist es also nicht – ganz nüchtern betrachtet. Das gilt für die meisten anderen Herausforderungen im Leben auch, nehmen wir sie also leicht.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Renne gegen die Angst an!

Von der kuscheligen Couch aus sieht es nicht danach aus, aber Sport macht zufrieden. Der Körper schüttet Endorphine aus und langfristig wird sogar das Immunsystem gestärkt. Auf der Piste kann man sich austesten und seine eigene Leistungsfähigkeit bewundern und allmählich steigern. Wer vor der Arbeit schon ein paar Kilometer runter reißt, hat in jedem Fall schon etwas geschafft, fühlt sich ein bisschen unbesiegbar und übersteht auch einen schweren Tag.

Tief durchatmen!

Einfach mal langsam und bewusst einatmen. Das unterbricht im Gehirn und Blutkreislauf die Kaskade an Stress-Reaktionen. Überhaupt kann es nicht schaden, sich einfach mal rauszunehmen, zumindest geistig einen Schritt aus der Situation zurückzutreten und sich das große Ganze vor Augen zu halten. Stress und Angst sind unproduktive Begleiter und der andauernde Lauf im Hamsterrad raubt nur Kräfte, die wir eigentlich zur Bewältigung brauchen.

Verliere nicht den Überblick!

Alles was Angst macht, drängt sich in den Vordergrund. Zeit, dem Schönen im Leben mehr Platz einzuräumen. Zunächst sollte man sich das Miese von der Seele schreiben und alles auflisten, was belastet. Direkt daneben kommt die Liste mit allem, was gut läuft, sich wunschgemäß entwickelt und von Wert für das eigene Leben ist. Wie schlimm sind der Stress und die Angst also in der Gesamtschau wirklich?

* *Die Autorin ist freie Mitarbeiterin von LABORPRAXIS.

(ID:44416736)