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Unfall in Chemielabor 16 Verletzte nach Verpuffung in Chemielabor des KIT

| Redakteur: Tobias Hüser

Durch eine Verpuffung in einem Chemielabor des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) sind gestern Abend 16 Menschen verletzt worden. Als ein mit Salpeter- und Schwefelsäure befüllter Glasbehälter bei der Entsorgung von Chemikalien explodierte, trafen umherfliegende Glassplitter einen 24-jährigen Studenten.

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Bei einer Explosion im Fachbereich der Organischen Chemie auf dem KIT-Südcampus sind am Mittwochabend mehrere Menschen verletzt worden.
Bei einer Explosion im Fachbereich der Organischen Chemie auf dem KIT-Südcampus sind am Mittwochabend mehrere Menschen verletzt worden.
(Bild: Karlsruher Institut für Technologie )

Karlsruhe – Bei einem Grundpraktikum der Organischen Chemie für Studierende im 3. Semester hat sich gestern Abend am KIT ein Unfall ereignet. Wie das Polizeipräsidium Karlsruhe berichtete, sollten chemische Rückstände in Form von Salpeter- und Schwefelsäure nach Beendigung eines chemischen Experiments entsorgt werden. Dabei kamen die in einem Glasbehälter abgefüllten Rückstände mit einem organischen Stoff in Berührung, der zur Explosion des Glasbehälters führte.

In der Folge entwickelten sich Dämpfe, die von den im Labor anwesenden Personen eingeatmet wurden und zu leichten Atembeschwerden führten. Ein 24 Jahre alter Student erlitt durch die Glassplitter Schnittverletzungen und vermutlich eine Lungenembolie. Er wurde in die Notaufnahme des Städtischen Klinikums gebracht. Die weiteren 15 Personen, die sich im Großlabor befunden hatten, wurden in umliegenden Krankenhäusern untersucht und zur Überwachung stationär aufgenommen. Vier leichtverletzte Studenten wurden heute Vormittag wieder aus dem Krankenhaus entlassen.

Ein Feuerwehrmann erlitt im Einsatz eine leichte Verätzung am Auge. Das Gebäude wurde evakuiert und abgesperrt. Die Feuerwehr führte im Gebäudeinneren Messungen durch. Nach Angaben der Einsatzkräfte gelangten keine gesundheitsschädigenden Gase ins Freie. Zu einem Brand war es nicht gekommen. „Wir bedauern sehr, dass es zu diesem Unfall gekommen ist und hoffen, dass die Verletzten keine bleibenden Schäden davontragen und sich schnell erholen“, sagt Professor Alexander Wanner, Vizepräsident für Lehre und akademische Angelegenheiten am KIT.

Sachschäden in Höhe von 10 000 Euro

Die umherfliegenden Splitter verursachten einen Sachschaden von geschätzten 10 000 Euro. Nach Rücksprache mit den Sicherheitsexperten des KIT und der Feuerwehr soll das Labor bereits heute wieder begehbar sein. Zur Klärung des genauen Hergangs im Labor hat die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Karlsruhe die Ermittlungen aufgenommen.

„Für das Praktikum, in dem der Unfall stattgefunden hat, wurden alle entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Die Studenten wurden unterwiesen und das Labor ist entsprechend der Sicherheitsvorschriften organisiert und ausgestattet. Wie es trotzdem zu dem Unfall kommen konnte, wissen wir noch nicht“, so Wanner.

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