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Projekt von FZ Jülich, TU München und Heinz Maier-Leibnitz Zentrum

32 Millionen Euro für Neubau zur Neutronenforschung

| Redakteur: Marc Platthaus

Auf dem Gelände des Heinz Maier-Leibnitz Zentrums in Garching bei München wird in den kommenden zwei Jahren ein großes Bauprojekt durchgeführt. Bis zum Jahr 2019 werden hier Büros, Labor- und Werkstatträume in zwei Gebäuden mit einer Gesamtfläche von 4550 Quadratmetern errichtet. Der Neubau war nötig, da die Kooperation des Forschungszentrums Jülich, der Technischen Universität München und des Helmholtz-Zentrums Geesthacht zur wissenschaftlichen Nutzung der deutschen Forschungs-Neutronenquelle FRM II seit Jahren beständig wächst.

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4550 Quadratmeter Nutzfläche für Büros, Labor- und Werkstatträume wird der Gebäudeneubau bieten (Ausschnitt).
4550 Quadratmeter Nutzfläche für Büros, Labor- und Werkstatträume wird der Gebäudeneubau bieten (Ausschnitt).
(Bild: Henn GmbH)

Garching, Jülich – Die Forschung mit Neutronen ist eine Schlüsseltechnologie für viele Wissenschaftsbereiche und ermöglicht einzigartige Einblicke ins Innere der Materie. Am MLZ bauen und betreiben die Partner seit 2004 gemeinsam ein breites Spektrum äußerst leistungsfähiger Streuinstrumente, um wissenschaftlichen Fragestellungen beispielsweise aus der Physik, Chemie, Biologie, den Geo-, Ingenieur- oder Materialwissenschaften nachzugehen. Damit unterstützt das MLZ nationale und internationale Wissenschaftler maßgeblich bei der Lösung grundlegender aktueller Fragestellungen unserer Gesellschaft.

Die Zahl der wissenschaftlichen Instrumente am MLZ wuchs in den vergangenen Jahren von anfänglich 15 auf aktuell 27 an, weitere sechs sollen folgen. Da die neuen Instrumente auch zusätzliche Betreuer benötigen, steigt auch die Zahl der Mitarbeiter Jahr für Jahr. Derzeit arbeiten über 400 Menschen am MLZ und am FRM II; mit 82 Mitarbeitern und Gästen vor Ort ist das Zentrum die größte Außenstelle des Jülich Centre for Neutron Science (JCNS). Zusätzlich führen jährlich rund 1000 Gastwissenschaftler Messungen am MLZ durch.

2019 sollen Gebäude bezugsfertig sein

Ab 2019 sollen die beiden neuen Gebäude bezugsfertig sein. Das südliche Gebäude entsteht im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Es wird 2550 Quadratmeter Büro- und Laborflächen für Wissenschaftler des JCNS und des Helmholtz-Zentrums Geesthacht bieten. Das nördliche Gebäude entsteht im Auftrag der bayerischen Staatsregierung für die TUM. Auf rund 2000 Quadratmetern Nutzfläche wird es eine zweistöckige Werkstatthalle sowie Büros aufnehmen. Zwischen den Neubauten wird der Blick auf das denkmalgeschützte so genannte "Atom-Ei" frei bleiben, das den Vorgänger des heutigen Forschungsreaktors beherbergte. Das Münchener Architekturbüro Henn hat den Bau geplant; die voraussichtlichen Baukosten betragen insgesamt rund 32 Millionen Euro.

„Die von der TU München betriebene Forschungs-Neutronenquelle hat weltweit einen herausragenden Ruf“, sagte Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung. „Eine wesentliche forschungspolitische Frage ist, wie es uns gelingt, die besten Köpfe für die Forschung zu gewinnen. Dafür brauchen wir optimale Rahmenbedingungen, ein kreatives Umfeld, aber auch Infrastrukturen, also Geräte und moderne Gebäude, wie sie hier in Garching entstehen. Diese sind eine wichtige Grundlage, um die Attraktivität des Wissenschaftsstandortes Deutschland noch weiter zu steigern.“

Stimmen zum Spatenstich am 20. Februar

„Der heutige Spatenstich zu den neuen Gebäuden des Heinz Maier-Leibnitz-Zentrums (MLZ) ist ein unübersehbares Signal für Spitzenforschung mit Neutronen in Deutschland und Europa“, sagte Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle. Die Neutronenforschung in Garching stehe im Dienst der Bewältigung großer Herausforderungen von Gesellschaft und Wirtschaft, etwa im Zusammenhang mit der Energiewende, der Digitalisierung und Gesundheit, so der Minister weiter. „Das MLZ nimmt eine Vorreiterrolle bei der Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ein. Wir wollen die Zusammenarbeit in der Forschung über die Grenzen der Einrichtungen hinaus weiter stärken, um bei wissenschaftlichen Problemstellungen die besten Köpfe zusammenzuspannen.“, betont Spaenle.

In seinem Grußwort anlässlich des Spatenstichs sagte TUM-Präsident Prof. Wolfgang Herrmann: „Seit 60 Jahren gewährt uns das Licht der Neutronen in Garching einzigartige Einblicke in das Innere verschiedenster Materialien und wichtiger biologischer Bausteine. Die hier gewonnenen Erkenntnisse sind die unverzichtbare Basis für die Entwicklung neuer Technologien, die das Leben der Menschen nachhaltig verbessern. Die Investitionen von Bund und Land in die räumliche Infrastruktur wird dank des unübertroffenen Leistungsspektrums unserer Neutronenquelle reichlich Früchte tragen.“

„Die neuen Gebäude stärken die Zusammenarbeit der universitären und außeruniversitären Forschung. Es entsteht ein neues Glied in der Kette der strategischen Zusammenarbeit zwischen der TU München und dem Forschungszentrum Jülich“, sagte Prof. Sebastian M. Schmidt, Vorstandsmitglied des Forschungszentrums Jülich. „Hier werden in naher Zukunft junge Wissenschaftler in Ausbildung, Nutzer und Experten der Neutronenforschung unter einem Dach zusammenkommen. Allen Seiten wird dies neue Ideen und Impulse bringen, auf die ich mich jetzt schon freue.“

Auch Prof. Thomas Brückel, Direktor am JCNS und Sprecher des MLZ-Direktoriums, blickt dem Neubau mit Freude entgegen: „Mit den neuen Wissenschaftsgebäuden des Heinz Maier-Leibnitz Zentrums kommt zusammen, was zusammen gehört: Menschen zu Menschen, zu Labors und Werkstätten. Beim gemeinsamen Kaffee werden neue Ideen und Zusammenarbeiten geboren werden, über die Grenzen der institutionellen Zugehörigkeit hinweg. Die neuen Labors werden das mächtige Werkzeug der Forschung mit Neutronen ergänzen und der Wissenschaft am MLZ weitergehende Einblicke ermöglichen.“

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Über den Autor

Marc Platthaus

Marc Platthaus

Chefredakteur, LABORPRAXIS - Mehr Effizienz für Labor & Analytik