Worldwide China

Fliegendes Labor misst Luftverschmutzung

Abgasjagd über Asien

| Autor / Redakteur: Dr. Regine Panknin* / Christian Lüttmann

Das Forschungsflugzeug HALO im Einsatz.
Bildergalerie: 1 Bild
Das Forschungsflugzeug HALO im Einsatz. (Bild: / DLR / BY-SA 3.0)

Luft kennt keine Grenzen, das gilt auch für Feinstaub und andere Luftverschmutzungen. Der Wind trägt diese oft tausende Kilometer von ihrem Ursprungsort weg. Wie sie sich tatsächlich verteilen, untersucht ein internationales Team von Atmosphärenforschern vor Ort: im Forschungsflugzeug HALO.

Jülich, Bremen, Tainan/Taiwan — Die Luftqualität in großen Städten ist ein brisantes Thema, besonders in Bezug auf Straßenverkehr und Gesundheit der Anwohner. Die Emissionen verbleiben jedoch nicht in den Ballungszentren. Partikel und gasförmige Schadstoffe können mit dem Wind oft tausende Kilometer weit transportiert werden. Besonders relevant ist dieses Szenario in Asien, wo weltweit die größte Ansammlung an so genannten Mega-Cities zu finden ist.

Das LABORPRAXIS-Klimadossier In unserem Dossier „Klimaforschung“ finden Sie weitere Forschungsprojekte und -ergebnisse rund um das Klima.

Um die Ausbreitung und Umwandlung der Emissionen von Großstädten wie Manila, Seoul, Tokio und Shanghai genauer zu untersuchen, haben sich Forscher unter der Leitung der Universität Bremen ein fliegendes Labor eingerichtet: Mit dem Forschungsflugzeug HALO (engl. für „High Altitude and Long Range Research Aircraft“) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt führen sie Messflüge durch; Im März und April 2018 ausgehend von Tainan in Taiwan.

Analytik in bis zu 15 Kilometern Höhe

Insgesamt rund einhundert Flugstunden sind für die Messungen mit dem Forschungsflugzeug geplant. Mit den 20 Instrumenten an Bord nehmen die Forscher verschiedene Gas- und Partikelemissionen der Großstädte auf. Sie untersuchen unter anderem die Bildung von Ozon aus Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen sowie die Entstehung von Partikeln aus Schwefeldioxid und organischen Vorläuferverbindungen.

Atmosphärenforscher aus Jülich haben zum Beispiel ein Gerät an Bord, das die Intensität des Sonnenlichts im ultravioletten Bereich misst. Das UV-Licht löst chemische Prozesse in der Stratosphäre aus: Es wird von Molekülen atmosphärischer Spurengase absorbiert, die dann unter Bildung hochreaktiver Radikale zerfallen – was wiederum verschiedene Kettenreaktionen in der Atmosphärenchemie in Gang setzt.

Luftverschmutzung verstehen und vorhersagen

Die Messflüge über Asien bilden den Abschluss des internationalen Forschungsprojekts „Emerge“ (engl. „Effect of megacities on the transport and transformation of pollutants on the regional and global scales“). Zuvor hatten die Wissenschaftler europäische Ballungszentren wie London, Rom und das Ruhrgebiet beflogen.

Die gewonnenen Daten sollen den Forschern zufolge dabei helfen, Ausmaß und Auswirkungen der Luftverschmutzung von Ballungszentren auf die Erdatmosphäre besser zu verstehen und vorhersagen zu können.

Weiterführende Informationen:
zum Projekt Emerge
zum Forschungsflugzeug HALO

* Dr. Regine Panknin: Forschungszentrum Jülich, 52428 Jülich

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45205566 / Wasser- & Umweltanalytik)