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ACHEMA 2009 ACHEMA zeigte sich unbeeindruckt von der Wirtschaftskrise

Redakteur: Olaf Spörkel

Vom 11. bis 15. Mai trafen sich auf der ACHEMA 2009, der Leitveranstaltung der chemischen Technik und Prozessindustrie, auch Anwender und Hersteller aus der Labor- und Analysentechnik.

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Rund 4000 Aussteller werden vom 11. bis 15. Mai auf der ACHEMA 2009 ihre Produkte und Lösungen zeigen.
Rund 4000 Aussteller werden vom 11. bis 15. Mai auf der ACHEMA 2009 ihre Produkte und Lösungen zeigen.
( Bild: Dechema/Helmut Stettin )

Frankfurt am Main - Insgesamt 3767 Aussteller aus 49 Ländern zeigten vom 11. bis 15. Mai auf dem Messegelände in Frankfurt auf der Achema 2009 ihre Produkte und Technologien für Chemische Technik, Umweltschutz und Biotechnologie. „Die Achema hat auch diese Bewährungsprobe bestanden“, fasste Prof. Gerhard Kreysa, Geschäftsführer des Veranstalters Dechema, die Situation auf der internationalen Eröffnungspressekonferenz am Sonntag zusammen. Die Achema 2009 war von der Größe vergleichbar mit der Veranstaltung von 2006. So fanden auf rund 134 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche die Messebesucher Entwicklungen für die chemische und petrochemische Industrie, die Pharma- und Lebensmitteltechnik, Labor- und Analysentechnik sowie verwandte Branchen.

Die Schwerpunkte der diesjährigen Achema waren vor allem die Prozesseffizienz und der Rohstoffwandel. In seiner Rede auf der Eröffnungssitzung zählte der Vorsitzende der Dechema Dr. Alfred Oberholz die Umstellung der Energieversorgung auf eine nachhaltige und klimaneutrale Basis zu den wesentlichen Megatrends. In seiner Festrede über „Organische Elektronik – Zukunftschancen durch neue Materialien“ stellte Prof. Dr. Klaus Müllen, Direktor der Abteilung Synthetische Chemie am MPI für Polymerforschung in Mainz ein Beispiel für Innovationen vor. Organische Moleküle werden demzufolge bald die heute von Silizium dominierte Welt der Elektronik bereichern.

Labor- und Analysentechnik

Hallenplan der ACHEMA 2009. (Bild: Dechema)

Die Branche der Labor- und Analysentechnik war mit über 650 Ausstellern die zweitgrößte Ausstellergruppe auf der ACHEMA in Frankfurt. In Halle 4.2 stellten Hochschulinstitute sowie Forschungseinrichtungen aus dem In– und Ausland ihre Arbeitsgebiete, Arbeitsergebnisse und Lehrangebote vor. In erster Linie wurden wissenschaftliche Grundlagen der Chemischen Technik gezeigt. Die Sonderschau Chemie und Biotechnologie Regenerativer Rohstoffe und Energieträger - ebenfalls in Halle 4.2 - führte auf einer Sonderfläche Aussteller zusammen, die sich mit bereits etablierten Technologien, aber auch mit Verfahren im Entwicklungsstadium präsentierten. Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe, Biopolymere, solarchemische Prozesse, Energiespeicherung und Photovoltaik waren hier unter anderem vertreten.

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Die Hersteller der Labor- und Analysentechnik waren in den Hallen 5.1, 6.1, 6.2, 6.3 vertreten. Neben Analysegeräten, Einrichtungen, Chemikalien und Dienstleistungen für Forschungs- und Betriebslaboratorien fanden sich auch Anbieter für die Laborplanung und Einrichtung. Darüber hinaus wurden Lösungen für die Oberflächenanalytik, Umweltanalytik, Labordiagnostik und Laborautomation, Dienstleistungen und Auftragsanalytik vorgestellt. Methoden der Probenvorbereitung wie Wäge- und Dosiertechnik sowie die klassischen Analysetechniken wie Spektroskopie und Chromatographie bildeten weitere thematische Schwerpunkte. Das Biotechnologie-Forum 0 setzte den Rahmen für die Präsentation biotechnologischer Produkte und Verfahren für Medizin und Pharmazie, Lebensmittel, Pflanzen und die Tierzucht. Verfahren der Umweltbiotechnologie wurden ebenso dargestellt wie biotechnologisch-basierte Analytik, Diagnostik, Test-Kits, Reagenzien, Biosensoren und Bioinformatik.

BASF bot mit insgesamt sieben ausstellenden Fachbereichen einen Einblick in ihre Produkte, kundenspezifischen Lösungen und Dienstleistungen auf dem Gebiet der Technical & Engineering Services. In Halle 5.1 wurden die Einheiten Laborautomatisierung und Robotik, Prozessanalysentechnik, Technische Services Forschung sowie das Kompetenzzentrum Analytik ausgestellt. Der Fachbereich Laborautomatisierung und Robotik entwickelte beispielsweise Anlagen für Routinearbeiten wie die Probenvorbereitung oder Herstellung und Testung von Formulierungen. Die Einheit stellte auf der Messe exemplarisch eine vollautomatische Arbeitsstation für das Umfüllen von Flüssigkeiten vor.

Kongress bildete zweite Säule der ACHEMA

Das Kongressprogramm umfasste insgesamt 925 Vorträge. Allein zur Labor- und Analysentechnik gab es mehr als 70 Beiträge. Dabei reichte das Themenspektrum von Analytischen Standardmethoden zur Wasseruntersuchung über die Spektroskopie in all ihren Facetten bis hin zu den neuesten Entwicklungen bei Laborabzügen. Im Rahmen von Podiumsdiskussionen, Plenarvorträgen, Expertenrunden und Gastveranstaltungen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, mit Experten aktuelle Fragen rund um diese Fachgebiete zu diskutieren. Um z.B. die Einführung der neuen DIN 1946-7 zur Lufttechnik in Laboratorien in die Praxis zu unterstützen, hatte der zuständige Arbeitsausschuss Abzüge und Laborlufttechnik ein umfangreiches Informationsangebot mit Vortragsreihen und Expertengesprächen für die ACHEMA 2009 vorbereitet. Expertengespräche in Halle 6.3 sollten die ACHEMA-Besucher in die Podiumsdiskussion integrieren. Das Expertengespräch am Freitag, dem 15. Mai ab 13:30 Uhr widmete sich der neuen DIN 1946-7. Der Obmann und Mitglieder aus dem zuständigen Arbeitsausschuss beantworteten Fragen zur Lufttechnik in Laboratorien und erläuterten die Norm. Ein weiterer Kongressschwerpunkt waren vier Vortragsreihen und zwei Expertengespräche zum Thema „Sustainable laboratories“. Hier wurde unter Einbeziehung amerikanischer und englischer Kollegen gezeigt, wie der Spagat zwischen Sicherheit und Energieeinsparung bei Laboratorien zu schaffen ist.

„Die Themen aus dem Kongress von heute sehen Sie in der Ausstellung von morgen wieder“, fasste Kreysa das Wechselspiel zwischen Kongress und Ausstellung zusammen. Neben den Hauptthemen beschäftigten sich spezielle Vortragsreihen mit aufkeimenden Forschungstrends wie den Mikroalgen.

Podiumsdiskussionen mit Themen von gesellschaftlicher Relevanz

Vier Podiumsdiskussionen mit hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft widmeten sich aktuellen Themen von gesellschaftlicher Relevanz.

Kaum ein Thema wird derzeit so heftig diskutiert wie die grüne Gentechnik. Während die einen auf die Chancen für Klimaschutz und Sicherung der Energie- und Rohstoffversorgung verweisen, sehen andere viele offene Fragen. Unter dem Titel „Rohstoffe vom Acker - Hilfe durch grüne Gentechnik?“ beschäftigten sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, Philipp von dem Bussche (KWS Saat), Dr. Stefan Marcinowski (BASF SE), Heike Moldenhauer (BUND) und Prof. Dr. Lothar Willmitzer (MPI für Molekular Physiologie) mit den aktuellen Entwicklungen, Chancen und Risiken der grünen Gentechnik und nachwachsender Rohstoffe. Die Podiumsdiskussion wurde von Dr. Kurt Wagemann (Dechema) moderiert.

Die internationalen Regularien zur biologischen Sicherheit sollen harmonisiert werden. Wie erreicht man bestmögliche Sicherheit, ohne in Überregulierung zu enden? Darüber diskutierten bei der Podiumsdiskussion „Biosafety Regulations - how can we find a proper level?“ Prof. Dr. Bernd Appel (Bundesinstitut für Risikobewertung), Prof. Dr. Helmut Bachmayer (Gentechnikkommission des österreichischen Bundesministeriums für Gesundheit), Dr. Hubert Bernauer (ATG:biosynthetics), Prof. Dr. Dr. Peter Kämpfer (Universität Gießen), Heather Sheeley (Health Protection Agency) und Albrecht Werner (Europäische Kommission). Dr. Helmut Klein vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales moderierte die Diskussion.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) lud zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zur anorganischen und organischen Photovoltaik ins Dechema-Haus ein. Unter dem Motto „Let the Sunshine in!“ und unter der Leitung von GDCh-Vizepräsident Prof. Dr. Dieter Jahn, BASF SE, stellten sechs Referenten Entwicklungen, Anwendungen und Perspektiven der Photovoltaik vor.

Career Day

In Zusammenarbeit mit Wörner & Partner Consulting bot jobvector einen kostenfreien Science-spezifischen Bewerbungsmappen-Check am career day an. In kleinen Gruppen wurde der Aufbau einer Bewerbungsmappe erläutert. Unter der Moderation von Wörner & Partner fand auch ein Live-Interview eines Postdoc-Studenten mit einem Personalverantwortlichen von Procter & Gamble statt.

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