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Energie aus Algen Algen als nachhaltige Energiequelle

| Redakteur: Sonja Beyer

Biomasse aus Algen hat das Potenzial, nachhaltige Energie zu liefern und erheblich dazu beizutragen, das Klimagas CO2 zu reduzieren. In dem neuen EU-Projekt Energetic Algae bündeln nun 19 Partner ihre Kompetenzen, um die Entwicklung einer algenbasierten Biomasseproduktion in Nordwesteuropa voranzutreiben.

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Das Energetic-Algae-Projekt setzt auf Algen (im Bild die Grünalge Tetraselmis suecica), die einen relativ hohen Anteil des Sonnenlichts in chemische Energie umwandeln können. (Bild: KIT, Dr. Emily Roberts)
Das Energetic-Algae-Projekt setzt auf Algen (im Bild die Grünalge Tetraselmis suecica), die einen relativ hohen Anteil des Sonnenlichts in chemische Energie umwandeln können. (Bild: KIT, Dr. Emily Roberts)

Karlsruhe – Als einer der deutschen Partner ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) federführend bei einer Nachhaltigkeitsanalyse für verschiedene Produktionsverfahren auf der Basis von Mikro- und Makroalgen. Ziel ist es, die effizientesten und aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht vorteilhaftesten algenbasierten Prozessketten sowie geeignete Standorte für die Algenkultivierung zu ermitteln. Darüber hinaus soll ein Konzept für eine nachhaltige Algenproduktionsanlage entstehen.

„Aus Nachhaltigkeitssicht besitzen Algen enormes Potenzial“, erklärt Projektleiterin Dr. Christine Rösch vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT. Denn Algen können bis zu fünf Prozent des Sonnenlichts in chemische Energie umwandeln – Raps und Mais nur etwa ein Prozent – und dabei große Mengen CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen. Da Algen sich in technischen Systemen kultivieren lassen, beanspruchen sie keine landwirtschaftlich nutzbaren Flächen und treten nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Sie gedeihen in Salz- und Brackwasser oder auch in nährstoffreichen Abwässern, was den Konkurrenzdruck um Wasser und Düngemittel verringert.

Ziel von Energetic Algae (EnAlgae) ist, die CO2-Emissionen zu reduzieren und die Abhängigkeit von nicht nachhaltigen Energien mithilfe von algenbasierter Biotechnologie zu verringern. Die EnAlgae-Initiative ermöglicht den nordwesteuropäischen Expertenzentren, dazu ein Pilot-Netzwerk aufzubauen. Beteiligt an dem Projekt sind 19 Partner und 13 sogenannte Observer, die in die Arbeiten eingebunden sind und laufend Feedback geben, aus acht europäischen Ländern (Großbritannien, Irland, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Schweiz und Deutschland). Die Projektleitung hat die Universität Swansea in Wales inne. Zu den deutschen Partnern gehören neben dem KIT die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) und die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes.

EnAlgae ist eine strategische Initiative im Interreg-IVB-Nordwesteuropa-Programm, gefördert aus Mitteln aus dem European Regional Development Fund und von weiteren Geldgebern. Das Projekt ist auf vier Jahre ausgelegt und wird mit insgesamt 14 Millionen Euro gefördert.

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