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Massenspektrometrie Alkohol- und Drogenmissbrauch mit der Massenspektrometrie aufdecken

| Autor / Redakteur: Stefan Glöckler* und Marcus Esslinger** / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die Palette künstlich hergestellter Drogen und Rauschmittel wird immer größer. Um Substanzen wie z.B. Spice, Krypton, LSD und Charge+ analysieren zu können, bedarf es modernster Analysemethoden. Eine Möglichkeit ist die Kopplung von HPLC mit der Massenspektrometrie.

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Abb.1: Tandemmassenspektrometer 4000 QTrap von AB Sciex
Abb.1: Tandemmassenspektrometer 4000 QTrap von AB Sciex
(Bild: PMA)

Aufgrund gesetzlicher Regelungen ist für die Alkohol- und Drogenbestimmung bzw. deren Metaboliten für die medizinisch-psychologische Untersuchung innerhalb der Fahreignungsdiagnostik eine forensische Akkreditierung verpflichtend. Dazu sind die Qualitätssicherungsrichtlinien der Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie (GTFCh) für eine erfolgreiche Validierung und Anerkennung der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) einzuhalten. Dieser analytischen Herausforderung hat sich die PMA in Zusammenarbeit mit den Laborärzten Sindelfingen erfolgreich gestellt.

Einweißfällung mit anschließender HPLC-MS

Prinzip der Untersuchung ist eine Eiweißfällung und Verdünnung der Urinproben, eine chromatographische Trennung mittels der HPLC LC20 von Shimadzu sowie eine Detektion mit dem Tandemmassenspektrometer 4000 QTrap von AB Sciex, welches über die Laborgerätebörse in Burladingen bezogen wurde.

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Hierbei sind im Besonderen die geforderten Bestimmungsgrenzen für chromatographische, identifizierende Verfahren im Rahmen der Fahreignungsbegutachtung zu beachten. Aufgrund einer analytisch ausgefeilten Methode, jeweils für Drogen und für den Alkoholmetaboliten Ethylglucuronid (EtG), und eines werkseitig extrem empfindlichen MS-Gerätes konnten diese Vorgaben nahezu mühelos eingehalten werden. Abbildung 2 zeigt die geforderten Substanzen und Bestimmungsgrenzen sowie die bestimmten Bestimmungsgrenzen:

Da die ermittelten Bestimmungsgrenzen weit unter den geforderten Bestimmungsgrenzen liegen und alle anderen Qualitätsrichtlinien ebenfalls eingehalten sind, kann diese Methode nun zur forensischen Bestimmung der Fahreignung angewandt werden.

Spice, Krypton, LSD und Charge+ konnten detektiert werden

Diese Methode wurde für nichtforensische Proben, wie z.B. von Substitutionspatienten auf 133 Substanzen erweitert, die z.T. in der klassischen GC-MS-Messung nicht erfasst werden können. Somit werden routinemäßig u.a. die Wirkstoffe von Spice, Krypton, LSD und Charge+ bestimmt, außerdem ist die Bestimmung der gamma-Hydroxybuttersäure (GHB), die sogenannten K.O.-Tropfen, möglich. Eine Messung auf diese Vielzahl von Wirkstoffen geschieht in 12 min und ermöglicht somit einen hohen Probendurchsatz. Abschließend kann gesagt werden, dass hiermit eine empfindliche und robuste Methode entwickelt wurde, die den forensischen Ansprüchen an die Fahreignungsdiagnostik entspricht.

* Stefan Glöckler:Peri Medizinische Analytik Sindelfingen GmbH, 71065 Sindelfingen

* *M. Esslinger:Laborärzte Sindelfingen, 71065 Sindelfingen

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