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Alzheimerforschung Alzheimer frühzeitig diagnostizieren

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die Alzheimersche Demenz (AD) ist die am meisten verbreitete Form der Demenz. Jülicher Forscher haben eine Methode entwickelt, mit der sich die Krankheit frühzeitig nachweisen lassen könnte. Im Rahmen eines BMBF-Projektes wird diese Forschung nun vom Bund gefördert.

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Prof. Dieter Willbold (l.) erklärt Staatssekretär Thomas Rachel (m.) und Prof. Sebastian M. Schmidt, Mitglied des Vorstandes des Forschungszentrums, die Arbeit der Jülicher Wissenschaftler im sFIDA-Projekt.
Prof. Dieter Willbold (l.) erklärt Staatssekretär Thomas Rachel (m.) und Prof. Sebastian M. Schmidt, Mitglied des Vorstandes des Forschungszentrums, die Arbeit der Jülicher Wissenschaftler im sFIDA-Projekt.
(Bild: Forschungszentrum Jülich)

Jülich – Im Zentrum der neuen Methode steht der Nachweis eines bestimmten Biomarkers, des so genannten Amyloid-β-Peptids (Aβ). Es mehren sich in der Wissenschaft derzeit die Hinweise darauf, dass Aggregate dieses Eiweißes als Krankheitsauslöser eine bedeutende Rolle spielen. Aβ entsteht ständig während unseres gesamten Lebens und seine nicht-aggregierte („monomere“) Form scheint zunächst völlig ungefährlich zu sein. Erst, wenn daraus Aβ-Aggregate entstehen, werden Nervenzellen geschädigt und es entwickelt sich die Alzheimersche Demenz.

Im Jülicher Institute of Complex Systems – Strukturbiochemie (ICS-6) haben Forscher gemeinsam mit dem Institut für Physikalische Biologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf nun eine Methode entwickelt, um diese Aβ-Aggregate in Körperflüssigkeiten nachzuweisen und zu quantifizieren.

Die Herausforderung besteht darin, dies mit extrem hoher Empfindlichkeit zu tun, damit die in jedem Menschen vorhandenen harmlosen Aβ–Monomere die Messung nicht beeinflussen. Mit der Methode namens sFIDA (surface-based fluorescence intensity distribution analysis) wollen sie die Krankheit in einem frühen Stadium erkennen, möglichst schon vor dem Auftreten klinischer Symptome.

Fluoreszenz-Methode analysiert Rückenmarksflüssigkeit

Erste Studien haben bereits eine Unterscheidbarkeit von Rückenmarksflüssigkeiten gesunder Probanden und AD-Patienten mittels sFIDA ergeben. Außerdem ließ sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der gemessenen Konzentration der Aβ-Aggregate und der kognitiven Beeinträchtigung herstellen. Mit der Förderung wollen die Jülicher Wissenschaftler den Test nun vom Labormaßstab weiterentwickeln für die Anforderungen einer klinischen Anwendung.

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