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Seit 1968: Umfassendes Bild der Labor- und Analysentechnik

Analytica: Den Finger immer am Puls der Branche

| Autor / Redakteur: Marc Platthaus* / Marc Platthaus

Abb.1: Seit fast 50 Jahren: Alle zwei Jahre, volle Messehallen während der Analytica in München.
Abb.1: Seit fast 50 Jahren: Alle zwei Jahre, volle Messehallen während der Analytica in München. (Bild: Messe München)

Mehr als eine halbe Millionen Besucher hat die Analytica im Laufe ihrer 50-jährigen Geschichte in München begrüßt. Im Laufe der Zeit erweiterte sich die Analytica um einige Auslandsveranstaltungen. Wie hat sich die Messe und ihr Netzwerk über die fast fünf Jahrzehnte entwickelt?

Vor 50 Jahren befand sich Deutschland in unruhigen Zeiten: die später als 68er titulierten Studentenbewegungen begehrten gegen staatliche Autoritäten auf und forderten politische Mitsprache. In den folgenden Jahrzehnten haben viele der damals engagierten Protestler die Geschicke des Landes maßgeblich beeinflusst. Ohne sie hätte es Parteien wie die Grünen wahrscheinlich nicht gegeben.

Im April 1968 fand in München auch erstmals eine Messe statt, die die Labor- und Analysentechnik in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten bestimmen sollte. Gegründet als „ANALYTICA Internationale Fachausstellung für biochemische Analysen“ trafen sich vom 29. April bis 2. Mai 1968 auf dem alten Münchner Messegelände an der Theresienwiese in München 5000 Besucher aus 24 Ländern. Sie gehört damit, neben der Bau, der Electronica und der Ifat, zu den ältesten Veranstaltungen der im Jahre 1964 gegründeten Münchner Messegesellschaft.

Besucherzahlen stetig gewachsen

Die neue Fachmesse sollte alle zwei Jahre veranstaltet werden. Vier Jahre nach dem Start hatte sie ihre Besucherzahl schon auf 9400 gesteigert, im Jahr 1976 strömten über 13 000 an der Analytik Interessierte nach München, 1978 waren es fast 20 000. An Attraktivität hat die Analytica bis heute nichts eingebüßt: Die Analytica 2016 zählte 35 002 Besucher aus 119 verschiedenen Nationen.

Der Erfolg der Messe kann sicher auch mit der extrem innovativen Branche verbunden werden, denn für die Analytica-Projektleiterin Susanne Grödl spiegelt eine Messe auch immer die präsentierte Branche wider (s. Interview ab Seite 26). So präsentieren die Hersteller der Labor- und Analysentechnik alle zwei Jahre zahlreiche Neu- und Weiterentwicklungen, die einen Messebesuch lohnend machen.

Themen von der Bioanalytik bis zur Laborsoftware

Ein Blick zurück zeigt, wie grundlegend sich die Branche seit 1968 gewandelt hat: Als die erste Analytica stattfand, besaßen viele Laborgeräte noch Zeigeranzeigen. Es gab noch keine Rechner zur automatischen Datenerfassung, keine kommerzielle Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) und keine Kopplung von Gaschromatographen mit Massenspektrometern. Protokolliert wurde noch in der klassischen Laborkladde und die Datenausgabe auf Nadel- oder Thermodruckern steckte auch noch in den Kinderschuhen. An Highlights mangelte es der Analytica trotzdem nie: In den 1980er Jahren standen Neuentwicklungen in der Gen- und Proteinanalytik im Fokus, allen voran die ersten DNA-Sequenzierer. In den 1990er Jahren wurde der Ruf nach Miniaturisierung und Automatisierung immer lauter. Einst klobige Analysengeräte schrumpften auf Schuhkartongröße oder gar auf Chipformat, der Computer wurde zum wichtigsten Partner aller Analysengeräte. Auf der Analytica des Jahres 1990 etwa verschaffte sich mancher Besucher einen Überblick über Laborinformations- und Managementsysteme. Endlich ließen sich Analysensysteme verschiedener Hersteller und Computer unterschiedlicher Betriebssysteme zusammenführen: Die Weichen für das vernetzte Labor wurden somit auch auf der Analytica gestellt und die Messe ist auch heute noch die führende Plattform bei der Präsentation von Labor-4.0-Lösungen. Ein wichtiger Meilenstein für die Messemacher war der Umzug auf ein neues Messegelände und die damit einhergehende Vergrößerung. Im Februar 1998 eröffneten der damalige Bundespräsident Roman Herzog und weitere Prominente die Neue Messe München auf dem Areal des stillgelegten Flughafens München-Riem. Auf der Analytica 98, die im April als erste Hightech-Messe auf dem neuen Gelände stattfand, bekam die Biotechbranche besonders viel Raum. Allein 11 000 der insgesamt 50 000 Quadratmeter waren der Biotechnologie und Diagnostik vorbehalten.

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