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Interview

Analytik Jena erweitert sein Produkt-Portfolio mit ICP-MS-Systemen

| Autor / Redakteur: Das Gespräch führte LP-Chefredakteur Marc Platthaus / Marc Platthaus

Mit dieser Übernahme gehören wir zu den vier größten ICP-MS-Herstellern weltweit. Diese Position wollen wir weiter verbessern.“ Klaus Berka, Vorstandsvorsitzender des Analytik-Jena-Konzerns.
Mit dieser Übernahme gehören wir zu den vier größten ICP-MS-Herstellern weltweit. Diese Position wollen wir weiter verbessern.“ Klaus Berka, Vorstandsvorsitzender des Analytik-Jena-Konzerns. (Bild: Analytik Jena)

Analytik Jena kauft das ICP-MS-Geschäft von Bruker. Warum das perfekt ins Portfolio passt und was der Konzern mit dieser Sparte vor hat, erläutert der Vorstandsvorsitzende Klaus Berka im LABORPRAXIS-Interview.

LABORPRAXIS: Herr Berka, im August erstmals angekündigt und nach sechs Wochen schon abgeschlossen – der Kauf des Bruker ICP-MS-Geschäftes ging wirklich glatt über die Bühne.

Klaus Berka: Das stimmt, das war wirklich bemerkenswert schnell. So etwas funktioniert vor allem dann, wenn die beteiligten Parteien von ihrer Entscheidung überzeugt sind. Für uns war das ICP-MS-Geschäft eine perfekte Ergänzung, für Bruker passten die Produkte nicht in das Portfolio. Ich muss allerdings zugeben, dass die ersten Vorgespräche natürlich schon früher gelaufen sind. Unsere Historie beispielsweise mit der Cybio-Integration zeigt aber auch, dass wir so etwas nicht zum ersten Mal machen und so wissen wir auch, worauf es bei solchen Geschäften ankommt. Übrigens waren wir nicht die einzigen, die sich für das Bruker-ICP-MS-Geschäft interessiert haben. Es macht uns als deutsches Unternehmen aber selbstverständlich stolz, am Ende zum Zuge gekommen zu sein.

LABORPRAXIS: Woran lag es Ihrer Meinung, dass Bruker kein Interesse mehr am ICP-MS-Geschäft hatte?

Klaus Berka: Da kann ich nur spekulieren, aber für mich kommen hier zwei Faktoren zusammen. Fertigung in den USA, Entwicklung in Australien und Geschäftsführung für diese Sparte in Deutschland – das ist eine Konstellation, die eine Integration schwierig macht. Außerdem ist das ICP-MS-Business auch bei Bruker weiter vom Kerngeschäft entfernt als z.B. bei Analytik Jena.

LABORPRAXIS: Sie sehen die Integration von ICP-MS-Geräten als perfekte Ergänzung Ihres Sortiments – mit der Massenspektrometrie wagen Sie sich aber auf bisher unbekanntes Terrain.

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person: Klaus Berka

Klaus Berka: Die ICP-Spektrometrie ist sicherlich näher an unserem bisherigen Technologie-Portfolio, gerade mit unserer Expertise in der Atomabsorptionsspektrometrie und den im letzten Jahr vorgestellten ICP-Systemen. Ich bin mir aber sicher, dass gerade die Massenspektrometrie uns in den nächsten Jahren große Freude bereiten wird. Diese extrem wichtige Methode spielt heute schon bei vielen analytischen Fragestellungen eine entscheidende Rolle und ich bin überzeugt, dass dies in Zukunft noch zunehmen wird. Und wenn man als Unternehmen wachsen möchte, dann ist eine Strategie die Erweiterung auf neue Geschäftsfelder.

LABORPRAXIS: Ist es aber nicht eine schwierige Aufgabe, eine komplett neue Methode in das laufende Geschäft zu integrieren?

Klaus Berka: Im Rahmen dieses Geschäftes übernehmen wir ja nicht nur Patente und Geräte. Die Menschen, die diese Geräte entwickeln und verkaufen, sind genauso wichtig für den Unternehmenserfolg und so freue ich mich, dass sich auch zahlreiche Mitarbeiter entschlossen haben, zu Analytik Jena zu wechseln. Und damit meine ich nicht nur Kollegen aus dem Vertrieb sondern auch aus anderen Abteilungen wie beispielsweise der Entwicklung.

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