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Biotherapeutisches Enzym Apeiron und GlaxoSmithKline unterzeichnen Lizenzvereinbarung

Redakteur: Marion Henig

Apeiron Biologics hat ein Abkommen mit GlaxoSmithKline über die exklusive Übertragung der Rechte für das biotherapeutische Enzym APN01 unterzeichnet. Aber auch sonst tut sich was in Österreichs Biotech-Szene.

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Probenröhrchen vor dem Versand an einen Scientific Collaborator
Probenröhrchen vor dem Versand an einen Scientific Collaborator
( Bild: Bernhard Peball/Apeiron Biologics )
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Wien/Österreih – APN01 (re-kombinantes humanes Angiotensin Converting Enzyme 2, rhACE2) ist ein biotherapeutisches Enzym für die Behandlung des akuten Lungenversagens von Erwachsenen (ARDS), das derzeit in einer Phase I klinischen Studie untersucht wird. Die Vereinbarung zwischen GlaxoSmithKline und Apeiron umfasst im Falle der Markteinführung – für mehrere Indikationen – meilensteinabhängige Zahlungen im Umfang von insgesamt 236 Millionen Euro. Apeiron erhält eine Vorauszahlung von rund 12,5 Millionen Euro, eine Kapitalinvestition sowie Royalties auf die Verkaufserlöse.

Das akute Lungenversagen ARDS

Das akute Lungenversagen (Acute Respiratory Distress Syndrome, ARDS) ist eine schwerwiegende Lungenschädigung, die zahlreiche Ursachen haben kann. Dazu gehören Sepsis, Aspiration von Mageninhalt, Traumata, postoperative Komplikationen, akute Pankreatitis sowie Lungenentzündungen, die z.B. durch Infektion mit humanen Grippeviren verursacht wurden. Laut jüngsten Untersuchungen sind weltweit Millionen Menschen pro Jahr davon betroffen (alleine in OECD-Ländern jährlich bis zu einer Million). Die Sterblichkeitsrate beträgt bei ARDS 30 bis 50 Prozent – und bis heute gibt es keine effektiven Medikamente zur Behandlung dieser lebensbedrohlichen Erkrankung.

Biotech-Standort Österreich in Bewegung

Zu dem Abkommen und dessen Bedeutung für die Österreichische Biotech-Industrie meint Dr. Walter Schmidt, Branchenkenner der österreichischen Biotech-Szene und Geschäftsführer der österreichischen AFFiRiS AG: „In den letzten 18 Monaten haben drei österreichische Biotech-Unternehmen Partnerschaften mit Big Pharma treffen können, deren aufsummiertes potenzielles Gesamtvolumen bei über 750 Millionen Euro liegt. Auffällig ist dabei, dass einige dieser Deals Unternehmen gelungen sind, deren Gründung noch gar nicht so lange zurück liegt. So konnte die AFFiRiS AG die Rechte an ihren Alzheimer-Impfungen bereits innerhalb der ersten fünf Jahre auslizenzieren – für bis zu 430 Millionen Euro, wenn alle Meilensteine erreicht werden“. Ähnliches gelang nun der Apeiron AG, die seit dem Jahr 2005 operativ tätig ist.

Rahmenbedingungen schaffen Voraussetzung für Innovation

Grund für diese Erfolge ist laut René Siegl, Geschäftsführer der österreichischen Betriebsansiedlungsagentur ABA-Invest in Austria, ein wirtschaftspolitisches Umfeld, das forschungsintensiven Unternehmen in Österreich optimale Vorrausetzungen bietet: „Immer wieder wird von den jungen Unternehmen die Qualität der Förderlandschaft auf Bundes- und Landesebene in Österreich betont. Auch in schwierigen Zeiten für Venture Capital-Investments unterstützen wir die Entwicklung innovativer Ideen nachhaltig. Von Seiten der in Österreich forschenden Pharmaunternehmen – dazu zählen namhafte Unternehmen wie Baxter Bioscience, Boehringer Ingelheim oder Novartis – werden hingegen der Forschungsfreibetrag in Höhe von 25 Prozent und die Qualität der Arbeitskräfte am österreichischen Arbeitsmarkt als besonders positiv hervorgehoben.“

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