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Max Planck Fellow Arbeiten in der Zellbiologie gewürdigt

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Der Marburger Mikrobiologe Professor Dr. Martin Thanbichler wurde von der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der mikrobiellen Zellbiologie zum Max Planck Fellow ernannt. Die Auszeichnung wird dem 42-jährigen Wissenschaftler für fünf Jahre verliehen und ist mit der Leitung einer Arbeitsgruppe am Marburger Max-Planck-Institut für Terrestrische Mikrobiologie (MPI) verbunden.

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Prof. Dr. Martin Thanbichler wird ab Oktober 2015 Max Planck Fellow.
Prof. Dr. Martin Thanbichler wird ab Oktober 2015 Max Planck Fellow.
(Foto: Stefanie Reißmann)

Marburg – Martin Thanbichler erforscht die zelluläre Organisation bei Bakterien. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie die Komponenten bakterieller Zellen zur richtigen Zeit an den vorgesehenen Ort gelangen, um so beispielsweise deren Wachstum, Teilung und Fortbewegung zu kontrollieren. Das Verständnis dieser grundlegenden Prozesse schafft wichtige Voraussetzungen für die Anwendung bakterieller Systeme in der synthetischen Biologie und könnte zudem neue Strategien zur Bekämpfung von Krankheitserregern aufzeigen. Derzeit koordiniert Thanbichler die Planung für ein interdisziplinäres, überregionales Forschungsprojekt zu diesem Thema.

Mit dem Max-Planck-Fellow-Programm wird die Zusammenarbeit von herausragenden Hochschullehrern mit Wissenschaftlern der MPG gefördert. Thanbichler hat sich nach Auffassung des Auswahlkomitees bei der Etablierung der Prokaryotischen Zellbiologie als Forschungsgebiet in Marburg höchst verdient gemacht, sowohl am Max-Planck-Institut als auch an der Philipps-Universität.

Mit dem MPI ist Thanbichler seit 2007 verbunden. Er leitete dort über sieben Jahre eine Max-Planck-Forschungsgruppe. 2008 erhielt er parallel dazu eine Juniorprofessur an der Philipps-Universität. Seit 2014 ist er Professor für Mikrobiologie.

Die Partnerschaft zwischen dem Marburger Max-Planck-Institut und der Philipps-Universität besteht seit der Gründung des MPI im Jahr 1992. Die enge Verbindung wird im DFG-Sonderforschungsbereich „Mikrobielle Diversität in der umweltabhängigen Signalantwort“ und in dem gemeinsamen Graduiertenprogramm „International Max Planck Research School for Environmental, Cellular an Molecular Microbiology“ deutlich. Die Partner haben außerdem – gefördert von der hessischen Exzellenzinitiative LOEWE – das Zentrum für Synthetische Mikrobiologie „Synmikro“ ins Leben gerufen. Zusammen bilden die drei Einrichtungen heute eines der größten Zentren mikrobiologischer Forschung in Europa.

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