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Laborarbeitsplatten Arbeitsflächen mit antibakteriellen Eigenschaften

Autor / Redakteur: Ingo Sternitzke* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Im Labor gehören Sauberkeit und Hygiene zu den wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiches Arbeiten. Zur Erfüllung dieser Vorgaben nutzt ein niederländisches Institut Laborarbeitsplatten mit antibakteriellen Eigenschaften.

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Das „Nederlands Forensisch Instituut“ (NFI) hat mehrere Arbeitsschwerpunkte. Hauptaufgabe ist die Durchführung forensischer Untersuchungen bei Kriminalfällen. In enger Zusammenarbeit unterstützt das Institut Polizei und Justiz bei der Aufklärung von Verbrechen, indem es Spuren von Beweismaterialien mit verschiedensten analytischen Verfahren untersucht und sichert. Dabei ist die Verlässlichkeit der Arbeitsergebnisse von zentraler Bedeutung. Das richtige Material für die Arbeitsflächen bildet die Grundlage, um diese Verlässlichkeit sicherzustellen.

Die Betreiber des forensischen Instituts in Rijswijk suchten daher für die Arbeitsflächen des Labors ein Material, das sowohl einen hohen Standard an Sauberkeit gewährleistet als auch sehr resistent gegenüber Chemikalien ist. Mit der Toplab Plus hat Trespa eine Platte für die Innenanwendung entwickelt, die diesen Anforderungen gerecht wird. Im NFI wurde sie für die Bekleidung von rund 90 Prozent der Arbeitsflächen verwendet.

Die Platten verfügen über antibakterielle Eigenschaften, die ohne den Einsatz von antimikrobiellen Zusätzen erreicht werden. Gleichzeitig wird durch die Oberfläche des Plattenmaterials das Wachstum von Mikroorganismen verhindert. Selbst unter extremen Bedingungen oder bei langer Nutzungsdauer bleiben diese Hygieneeigenschaften erhalten und werden nicht negativ beeinflusst.

Antibakterielle Eigenschaften – Bakterienstämme trocknen ein und Wachstum wird unterbunden

Dass weder Beschichtungen noch andere Zusätze nötig sind, um eine antibakterielle Wirkung zu erreichen, wurde von der britischen Industrial Microbiological Services Ltd. (IMSL) nachgewiesen. Die Tests ergaben, dass ein flüssiger Bakterienstamm auf der Oberfläche der Platte relativ schnell austrocknet. Zudem findet er keinerlei Nährboden und kann nicht in die Oberfläche eindringen. Eine Vermehrung der Bakterien auf der Oberfläche wird somit unterbunden. Die nachgewiesene und zertifizierte Reduktion des bakteriellen Wachstums auf den Platten beträgt 99,99 Prozent nach 24 Stunden.

Erreicht wird dies durch die geschlossene und leicht zu reinigende Urethan-Acryl-Oberfläche der Platten. Die hohe antimikrobielle Aktivität dieser Oberfläche ermöglicht es, die Platte sowohl in medizinischen wie auch in Reinraum-Einrichtungen einzusetzen. Damit das Plattenmaterial seine volle Funktion erreicht und behält, muss die Oberfläche regelmäßig gereinigt werden.

Laborarbeitsplatten mit hoher Beständigkeit gegen Reinigungsmittel

Bei der Reinigung weist die Oberfläche der Arbeitsplatte eine hohe Beständigkeit, auch gegenüber sehr aggressiven Reinigungsmitteln, auf. So kann der größte Teil von Verunreinigungen unproblematisch entfernt werden. Selbst bei häufiger Reinigung wird das Aussehen der Platten über viele Jahre hinweg nicht negativ beeinflusst.

Die Platten lassen sich einfach und daher effektiv reinigen. Dabei sind im Vergleich zu anderen, häufig verwendeten Oberflächenmaterialien Zeiteinsparungen von durchschnittlich 75 Stunden pro Jahr und Quadratmeter möglich. Dieser Wert lässt sich auf die geringe Schmutzaufnahme der glatten Urethan-Acryl-Oberflächen zurückführen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Laminaten ist sie zu 100 Prozent undurchlässig für alle in einem klinischen oder biologischen Laborbereich verwendeten Proben.

In dem niederländischen Institut für Forensik kam noch ein weiterer Aspekt bei der Wahl dieses Oberflächenmaterials zum Tragen: Es ermöglichte Arbeitsflächen, deren hintere Kanten nach oben gebogen sind. Eine Kontamination von Proben, die durch Verunreinigungen zwischen Tischkante und Wand verursacht werden könnten, wird auf diese Weise von vornherein vermieden.

Patentiertes Herstellungsverfahren für widerstandsfähige Oberfläche

Trespa Toplab Plus ist eine selbst tragende Platte mit cellulosefaserverstärktem Phenolharzkern. Hergestellt wird sie mithilfe einer patentierten Kern- und Oberflächen-Technologie. Durch das spezielle EBC-Herstellungsverfahren (Electron-Beam-Curing) entsteht eine geschlossene und ausgesprochen widerstandsfähige Oberfläche.

Zu den spezifischen Eigenschaften des Materials kommt, dass es sich gut verarbeiten und den speziellen Anforderungen des jeweiligen Labors anpassen lässt. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel Ausgüsse, Becken, Abtropfvorrichtungen sowie Abflussvorrichtungen und -rinnen problemlos in den jeweiligen Arbeitsbereich integrieren. Schalter und Bedienungselemente können in die Oberfläche eingelassen und flächenbündig installiert werden. Außerdem sind zahlreiche hygienische und langlebige Verbindungselemente verfügbar. Da die Platte in besonders großen Formaten hergestellt und vermarktet wird, kann die Anzahl dieser Verbindungsstellen allerdings von vornherein so gering wie möglich gehalten werden. Diese großen Formate nutzen auch die Betreiber des NFI. Die Tische der Laboreinrichtung haben überwiegend zwei Größen: 1500 Millimeter und 3000 Millimeter. So war die Bekleidung dieser Flächen problemlos möglich.

Sollte sich das Arbeitsgeschehen in dem Labor einmal ändern, lässt sich das Plattenmaterial leicht an die neuen Verhältnisse anpassen. So können die Flächen zum Beispiel neu zugeschnitten und Armaturen, Becken oder andere Einrichtungen nachträglich eingebaut werden. Dies geschieht bei minimaler Staubbildung. Die Freisetzung von Schwebeteilchen, die Mikroorganismen übertragen können, reduziert sich auf diese Weise auf ein Minimum.

Das Beispiel des „Nederlands Forensisch Instituut“ zeigt, dass die Platte den hohen Anforderungen klinischer und biologischer, chemischer und analytischer sowie physikalischer und didaktischer Laborarbeitsplätze gerecht wird.

Hintergrund: Das Nederlands Forensisch Instituut – Fortlaufende Forschung und Wissensbündelung

Neben der Durchführung forensischer Untersuchungen bei Kriminalfällen ist fortlaufende Forschung weitere Arbeitsaufgabe des „Nederlands Forensisch Instituut“ (NFI). Die stetige Entwicklung und Weiterentwicklung von Techniken und Methoden der forensischen Arbeit ist dabei nicht alleine für die Nutzung im Labor gedacht. Unterschiedliche Vorgehensweisen werden so konzipiert, dass sie direkt am Ort des Verbrechens und damit zur sofortigen Sicherung von Beweismaterialien eingesetzt werden können. Das NFI ist darüber hinaus auch ein nationales Center für forensisches Wissen und Expertisen. Ein dritter Arbeitsschwerpunkt liegt daher auf der Entwicklung und dem Management von Datenbanken und nationalen Sammlungen. Das Institut hat damit auf verschiedenen Wegen am Fortschritt der forensischen Expertise bei Partnern aus der strafrechtlichen Handlungskette teil.

*I. Sternitzke, Trespa International BV, 6002 SM Weert/Niederlande

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