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Arzneimittelversorgung Arzneimittelversorgung verbessert – Ausgaben gesunken

| Redakteur: Manja Wühr

Auch dieses Jahr hat der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) den Arzneimittel-Atlas veröffentlich. Fazit: Trotz einer besseren Arzneimittelversorgung in Deutschland, sind die Ausgaben der GKV gesunken.

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Arzneimittel-Ausgaben in Deutschland
Arzneimittel-Ausgaben in Deutschland
(Quelle: KJ1 (BMG; IGES-Berechnungen))

Berlin – Die demographische Entwicklung und der technische Fortschritt sind u.a. Ursachen für einen stetigen Anstieg der Leistungsausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), so der Arzneimittel-Atlas 2012 (vfa). Der Gesetzgeber und die Selbstverwaltung versuchen mit Spargesetzen und einer effizienteren Versorgung dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Während die Ausgaben in der ambulanten und stationären Versorgung trotzdem stiegen, führte dies im Arzneimittelbereich zu einer deutlichen Abschwächung. Von 2009 nach 2010 stiegen die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung um 180 Millionen Euro. Von 2010 nach 2011 gingen die Ausgaben um 1,2 Milliarden Euro zurück. Dieser Rückgang basiert hauptsächlich auf gesunkenen Arzneimittelpreisen aufgrund der geleisteten gesetzlichen und vertraglichen Rabatte. Gleichzeitig hat sich die Arzneimittelversorgung verbessert.Die Gleichzeitig hat sich die Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln im Jahr 2011 erneut verbessert: Bei besonders verbreiteten Krankheiten wie rheumatoider Arthritis, Multipler Sklerose, Virusinfektionen und Krebserkrankungen gelangen moderne Therapieformen in immer stärkerem Maße zu den betroffenen Patienten.

Geringere Ausgaben aufgrund gesetzlicher Rabatte

Für das Autorenteam sagt Prof. Bertram Häussler: „Arzneimittel sind der einzige der großen Leistungsbereiche der GKV, dessen Ausgaben in den letzten Jahren nicht permanent gestiegen ist. Die Strukturveränderungen im Markt der patentgeschützten Innovationen haben den Aufwand der GKV für Arzneimittel verringert. Die Verordnung neuerer patentgeschützter Medikamente hat zwar 2011 Mehraufwendungen von rund 430 Millionen Euro verursacht. Demgegenüber sind aber durch Patentabläufe, Wettbewerb der Hersteller untereinander und weitere Effizienzsteigerungen Kostensenkungen von rund 640 Millionen Euro erzielt worden. Ein Saldo zu Gunsten der GKV von über 200 Millionen Euro.“

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Für den Auftraggeber sagt vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer: „Massive Sparbeiträge der Unternehmen haben einen entscheidenden Anteil an der Senkung der Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung. So konnten die Arzneimittel-Ausgaben pro GKV-Versichertem im Jahr 2011 um 3,7 Prozent auf 388 Euro sinken. Im Gegensatz zu anderen Leistungsbereichen hat der Gesetzgeber bei den Arzneimittelpreisen durch einen Zwangsrabatt in Kombination mit einem Preismoratorium massiv eingegriffen: Das Sinken der Ausgaben ist aber nicht nur staatlich verordnet, es folgt auch dem Marktgeschehen: Patentabläufe, stärkerer Preiswettbewerb und freiwillige Rabatte der Hersteller haben zusätzlich zu sinkenden Preisen bei Arzneimitteln beigetragen.“

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