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RFID im Treibhaus Auch in tropischer Umgebung Pflanzen Dank RFID sicher identifizieren

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Um Versuchspflanzen in der schwierigen Umgebung eines Treibhauses automatisch untersuchen und zweifelsfrei wiederzuerkennen, sind robuste Lösungen gefragt. LemnaTec entwickelt Applikationen für die automatische Analyse biologischer Systeme und setzt dafür ein RFID-System des Sensorspezialisten Balluff ein.

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Die Pflanzen werden im Treibhaus einzeln auf speziellen Werkstückträgern nicht nur einzeln gelagert, sondern auch mittels eines industriellen Fördersystems von ihrem Lagerplatz in regelmäßigen Abständen zur Bewässerung und zur Bewertung transportiert.
Die Pflanzen werden im Treibhaus einzeln auf speziellen Werkstückträgern nicht nur einzeln gelagert, sondern auch mittels eines industriellen Fördersystems von ihrem Lagerplatz in regelmäßigen Abständen zur Bewässerung und zur Bewertung transportiert.
( Archiv: Vogel Business Media )

Längst haben Identifikationsverfahren wie etwa Barcodes oder aufgedruckte RFID-Tags in der modernen Analytik Einzug gehalten. Überall dort, wo Proben in immer kürzeren Zyklen bei steigenden Losgrößen eindeutig erkannt und zugeordnet werden müssen, sind sie das Mittel der Wahl und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Anders sieht dies in einer Umgebung aus, die durch hohe Luftfeuchtigkeit, Schmutz und Wasser geprägt ist.

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Die Würselener LemnaTec hat sich deshalb für ihre neue Phänotypisierungsplattform Scanalyzer 3D für ein industrietaugliches RFID-System von Balluff aus Neuhausen a. d. Fildern entschieden. Mit der neuen Anlage zum Langzeitmonitoring werden das Wachstum und die Morphologie der Pflanzen direkt im Treibhaus mittels spezieller 3D-Kamerasysteme kontinuierlich untersucht. Ermittelt werden Sprosshöhe, Wuchsform, Länge und Dicke der Blätter aber auch verschiedene physiologische Parameter wie Wasser- und Chlorophyllgehalt. Im Einsatz sind die Systeme mittlerweile weltweit, beispielsweise bei mehreren Pflanzenzüchtern für Studien mit einem Umfang von bis zu tausend Pflanzen.

Solche Studien manuell durchzuführen, ist nach den Erfahrungen von Dirk Vandenhirtz, Geschäftsführer von LemnaTec, zeitlich und finanziell nicht zu bewerkstelligen: „Bei einem Zeitaufwand von 10 Minuten pro Pflanze und Tag, die sich aus der gärtnerischen Arbeit und dem Monitoring der Pflanze ergibt, müssten die Kosten geradezu explodieren.“

Denn jede Pflanze muss man jederzeit eindeutig identifizieren können. Nur so lässt sich eine Inventarliste führen, aus der jederzeit hervorgeht, wo und in welchem Zustand sich jede Pflanze aktuell befindet. „Zuerst haben wir versucht, dies über Barcode zu realisieren. Wasser und Schmutz haben jedoch schnell zu großen Lese-Ungenauigkeiten geführt. Selbst aufgedruckte RFID-Tags konnten den schwierigen Umgebungsbedingungen eines Treibhauses nicht lange standhalten. Und so haben wir uns auf die Suche nach einem industrietauglichen RFID System begeben“, schildert Dirk Vandenhirtz.

Robustes RFID-System

Anforderungen waren ein nicht proprietäres Identifikationssystem in 13,56 MHz-Technologie mit Ethernet-Schnittstelle sowie unbedruckte Datenträger, die durch ein Handheld-Terminal mit Barcodeleser und WLAN einfach zu bearbeiten und darüber hinaus auch einfach zu befestigen sind.

Nach umfangreichem Test mit verschiedenen marktgängigen Systemen wählte LemnaTec für seine Phänotypisierungsplattform das RFID-System BIS M von Balluff aus. Die Qualität des Gesamtpakets, bestehend aus Beratung und Technik, hatte nach Aussage des LemnaTec Geschäftsführers dafür den Ausschlag gegeben.

Ausgelegt ist das Identifikationssystem für das schwierige Umfeld der Automation, wo es bereits seit Jahren im Praxiseinsatz ist. Es widersteht selbst hohen Langzeit-Belastungen mit Schleifstaub, Schmier- und Kühlmitteln sowie hohen Vibrationsbelastungen. Damit erfüllt es alle Voraussetzungen, um auch in der schwierigen Umgebung eines Treibhauses bestehen zu können. Mittlerweile laufen drei Anlagen in Deutschland, USA, Australien, Italien Holland und Japan erfolgreich. Ein weiteres großes Treibhaus mit 50 Schreib-Lesestellen und 5.000 Datenträgern befindet sich derzeit in Australien im Aufbau.

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