Suchen

Neues Verfahren zur Wasserstofferzeugung Aus Biomasse wird hochreiner Wasserstoff

| Redakteur: Jörg Kempf

Die Verwendung von Wasserstoff entspricht keiner nachhaltigen Technologie, da für die Herstellung des Gases derzeit fossile Brennstoffe, also Rohbenzin oder Erdgas, eingesetzt werden. Dagegen verfolgen Forscher vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und technische Biowissenschaften der TU Wien einen viel versprechenden alternativen Ansatz: Im Zentrum steht die Umwandlung von Biomasse in Gase – aus Holz soll Wasserstoff werden.

Firmen zum Thema

Wasserstoff findet in seiner Eigenschaft als reaktives Gas in vielen Hydrierprozessen, als Grundstoff zur Düngemittel-, Treibstoff- und Peroxidproduktion oder als Energielieferant Anwendung.
Wasserstoff findet in seiner Eigenschaft als reaktives Gas in vielen Hydrierprozessen, als Grundstoff zur Düngemittel-, Treibstoff- und Peroxidproduktion oder als Energielieferant Anwendung.
(Bild: Linde)

Wien – Das brennbare Gas lässt sich in einzelnen Aufbereitungsschritten in Wasserstoff überführen. Dabei setzen die Wissenschaftler eine von ihnen für das Biomassekraftwerk Güssing im Südburgenland entwickelte Technologie ein: Um das Gas zu erzeugen, wird das Holz aufgeheizt. So wie Eis bei 0 °C schmilzt, schmilzt auch der Holzpartikel bei etwa 850 °C. Wenn bei dem Vorgang nur wenig Sauerstoff zugeführt wird, verbrennt das Hackgut nicht, sondern wird stattdessen gasförmig. Die dabei entstehenden Gaskomponenten enthalten einen signifikanten Anteil an Wasserstoff, der sich zu hochreinen Wasserstoff aufbereiten lässt.

Von der Demonstrationsanlage zur industriellen Nutzung

Gegenwärtig simulieren noch Computerprogramme die Vorgänge. Die Daten, mit denen die Forscher die Software füttern, basieren jedoch auf Werten realer Anlagen. Die TU Wien kooperiert dabei mit Partnern aus der Wirtschaft. Finanziert wird das Projekt von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG und dem Klima- und Energiefonds.

Der nächste Schritt für die Wissenschaftler wird der Bau einer Demonstrationsanlage sein. Ziel ist letztlich, ein Verfahren zu entwickeln, welches in die industrielle Produktion von Raffinerien integriert werden kann. Zu den Vorteilen des Verfahrens zählt neben der Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen auch, dass in den Wasserstoffproduktionsanlagen regional verfügbare Rohstoffe genutzt werden können.

„Spitzentechnologien in den Bereichen Erneuerbare Energien und Umwelttechnik unterstreichen das hohe Innovationspotential des Forschungsplatzes Österreich. Forschende Unternehmen finden in Österreich ein dichtes Netzwerk von Firmenpartnern, Forschungsinstituten und Förderstellen“, so René Siegl, Geschäftsführer der österreichischen Betriebsansiedlungsagentur ABA-Invest in Austria.

Wärmemarkt bleibt wichtigster Einsatzbereich für Biomasse

In den vergangenen Jahren hat in Österreich die Bedeutung der Bioenergie kontinuierlich zugenommen. Rund 40% des inländischen Energieaufkommens stammen aus Biomasse, so der Biomasseverband im Jahr 2009. Der zentrale Markt für die Biomasse ist der Wärmesektor mit einem Anteil von 79%. Danach folgen Biotreibstoffe mit einem Anteil von 12,4% und die Ökostromerzeugung aus Biomasse und Biogas mit 8,6%. Marktexperten sehen den Wärmemarkt weiterhin als wichtigsten Einsatzbereich für Biomasse an.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 32155870)