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Alzheimer-Medikamente Auslaufende Patente senken Umsatzerwartungen

| Redakteur: Manja Wühr

Aufgrund auslaufender Patente für vier Alzheimer-Medikamente in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika bis 2015 rechnet Frost & Sullivan mit starken Rückläufen im europäischen Markt. Lichtblick ab 2015 ist die Zulassung von Therapien der nächsten Generation.

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Frost & Sullivan rechnet bis 2015 mit sinkenden Umsätzen im Europamarkt für Alzheimer-Medikamente. Umsatzzahlen finden Sie in der Bildergalerie
Frost & Sullivan rechnet bis 2015 mit sinkenden Umsätzen im Europamarkt für Alzheimer-Medikamente. Umsatzzahlen finden Sie in der Bildergalerie
(Quelle: Frost & Sullivan)

Frankfurt am Main – Der auslaufende Patentschutz für vier Alzheimer-Medikamente in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika bis 2015 wird voraussichtlich eine enorme Talfahrt für das Wachstum im europäischen Markt für Alzheimer-Medikamente bedeuten. Doch die Zulassung von Therapien der nächsten Generation, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und kognitive Funktionen wiederherstellen, werden dem Markt zwischen 2015 und 2018 neue Möglichkeiten bescheren. Laut einer aktuellen Studie von Frost & Sullivan erwirtschaftete der Europamarkt für Alzheimer-Medikamente 1,8 Milliarden Dollar in 2012 und wird voraussichtlich auf 4,78 Milliarden Dollar in 2019 bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 15,1 Prozent über denselben Zeitraum anwachsen.

„Erhöhte F&E-Aktivitäten und eine starke Pipeline mit krankheitsverändernden Arzneimitteln versprechen eine Ausdehnung des Markts,“ so lautet die Einschätzung von Frost & Sullivan Senior Research Analystin, Aiswariya Chidambaram. Beachtliche unerforschte Möglichkeiten und das enorme kommerzielle Potential des Marktes für Alzheimer-Medikamente haben verschiedene Pharma- und Biotech-Unternehmen zu F&E-Investitionen motiviert, die besonders auf die Gruppe der moderaten bis schweren Alzheimer-Patienten zielt.

Bestehende Alzheimer-Medikamentenklassen bieten ungenügende therapeutische Wirksamkeit. Der Hauptfokus der neuen F&E-Ansätze konzentriert sich daher auf neuartige krankheitsverändernde Medikamente. „Diese Arzneimittel bieten voraussichtlich potentielle Vorteile über konventionelle Therapiemöglichkeiten, denn sie sind sicher, wirksamer und zielen eher auf die Prävention bzw. Verlangsamung des Krankheitsverlaufs ab als auf die Linderung der Symptome,“ fügt Frau Chidambaram hinzu. „Diese neuen Medikamente werden aller Voraussicht nach hochpreisig sein und das Marktwachstum ankurbeln.“

Eine der Hauptherausforderungen derzeit ist der bevorstehende Patentablauf der wichtigsten Blockbuster-Medikamente, u.a. Aricept, das Exelon Pflaster und Ebixa. Der Ablauf ihrer Patente wird voraussichtlich eine Flut billiger generischer Medikamente auslösen und damit für einen geringeren Umsatz im Markt sorgen.

Die genaue Diagnose von Alzheimer, speziell im frühen Stadium und beim Überwachen des Krankheitsverlaufs, spielt eine entscheidende Rolle bei der Marktsegmentierung und Positionierung der Medikamente der Marktteilnehmer. Alzheimer-Diagnostik und Therapie gehen Hand in Hand. Obwohl die Entwicklung und Zulassung von neuen, verbesserten Diagnoseinstrumenten über einen bestimmten Zeitraum bisher ein Segen für den Markt war, ist der Bedarf noch hoch.

„Die Kommerzialisierung ausgiebig erforschter, fortschrittlicher diagnostischer Testverfahren, die sich auf phosphoryliertes Tau-Protein und Amyloid-Beta-42 fokussieren, könnte neue Möglichkeiten für den Markt erschließen,“ schließt Frau Chidambaram. „Diese helfen nicht nur den Patienten, Zugang zu Behandlungen im Anfangsstadium zu bekommen, sondern verbessern zudem deutlich die Erfahrungen mit klinischen Studien.“

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