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Chancen für Unternehmen im Ausland

Außenwirtschaftstag Spectaris: Blick über den Tellerrand

| Autor/ Redakteur: Jennifer Goldenstede* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Immer mehr Unternehmen der Labor- und Analysentechnik erwirtschaften einen großen Teil ihres Umsatzes im Ausland. Welche Fallstricke gibt es und in welchen Regionen lohnt sich das Geschäft am meisten? Der Außenwirtschaftstag am 29. November im Auswärtigen Amt in Berlin sucht Antworten.

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Abb.1: Im September 2014 fand der 5. Außenwirtschaftstag von Spectaris und der German Health Care Export Group statt.
Abb.1: Im September 2014 fand der 5. Außenwirtschaftstag von Spectaris und der German Health Care Export Group statt.
(Bild: Spectaris)

Das Auswärtige Amt lädt gemeinsam mit dem Hightech-Branchenverband Spectaris und der German Healthcare Export Group (GHE) erneut zum impulsgebenden Dialog zwischen Politik und mittelständischen Unternehmen nach Berlin. In diesem Jahr wird der Außenwirtschaftstag Medizintechnik, Pharma und Labortechnik am 29. November 2016 im Auswärtigen Amt stattfinden. Ein wichtiger Pfeiler des Events ist die Kontaktpflege bzw. der Kontaktaufbau mit Entscheidungsträgern aus Ministerien, Verbänden, Dienstleistungsbranche und Industrie. Es werden rund 200 Teilnehmer erwartet, vorwiegend exportorientierte Unternehmen aus den Zielbranchen, die bereits in einer Vielzahl von Märkten tätig sind und neue Impulse für ihr Exportgeschäft erwarten. Einer der Hauptredner wird Dr. Reinhold Festge sein, persönlich haftender Gesellschafter bei Haver & Boecker. Er wird über die vielseitigen Herausforderungen sprechen, die sein Unternehmen – zugleich Mitglied im Spectaris-Fachverband Analysen-, Bio- und Labortechnik – im Auslandsgeschäft erfahren hat.

Chancen in Kuba, Iran und Ostafrika

Die Veranstaltung konnte sich in den letzten Jahren fest bei den Unternehmen etablieren. Mathis Kuchejda, Vorsitzender des Fachverbands und Geschäftsführer von Schmidt+Haensch, bewertet den Dia­log als gewinnbringend für das Netzwerk der Unternehmen und lädt die Teilnehmer zum Dialog ein: „Veränderte politische Rahmenbedingungen führen manchmal zu abnehmenden aber auch zu neuen Märkten, denen wir uns flexibel stellen müssen. Länder wie Kuba, Iran aber auch Ostafrika bieten dafür derzeit gute Möglichkeiten, zusätzliche Kunden zu finden.“

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LP-Info: Umsätze der Spectaris-Unternehmen 2015

Das Jahr 2015 verlief für die Spectaris-Mitgliedsunternehmen des Fachverbandes Labor-, Bio- und Analysentechnik sehr erfolgreich. Das Branchenergebnis übertraf die Erwartungen: Mit 7,61 Milliarden Euro lag der Branchenumsatz der rund 330 deutschen Unternehmen deutlich über dem Niveau des Vorjahres (+6,7 %). Das Inlandsgeschäft wies mit 3,52 Milliarden Euro einen starken Zuwachs auf (+8,1%). Der Auslandsumsatz erreichte bei einem Plus von 5,5% einen Wert von 4,09 Milliarden Euro.

Einer erfolgreichen Marktbearbeitung im Ausland gehen zahlreiche Entscheidungen voraus: Eine Prognose der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen bilden die Grundlage für die Auswahl geeigneter Markteintrittsstrategien mit den passenden Marketinginstrumenten. Auch die Identifikation eines zuverlässigen und gut vernetzten Handels- und Distributionspartners und in einem weiteren Schritt die strategische Standortwahl werden davon beeinflusst. Und bei Branchen, wie der Analysen-, Bio- und Labortechnik, die teilweise auch Abnehmer im öffentlichen Sektor haben, spielt die politische Flankierung der Aktivitäten mit eine entscheidende Rolle. Diesen Themen wird sich der 6. Außenwirtschaftstag widmen. Die Analysen-, Bio- und Labortechnik steht in zwei Foren im Fokus.

Der Markt Lateinamerika, insbesondere die Märkte Kuba und Kolumbien, wird in einem eigenen Forum aus Sicht der Analysen-, Bio- und Labortechnik näher betrachtet. Für die Branche bieten sich auf diesen beiden Märkten interessante Chancen. Labortechnik wird in Kuba nahezu vollständig importiert, wobei Deutschland 2015 im Vergleich zum Vorjahr 16 % mehr bzw. Geräte im Gesamtwert von 5,4 Mio. Euro exportiert hat. Gute Chancen bestehen vorrangig in den Anwendungsfeldern wie der Umweltanalyse oder dem Agrarsektor. Hier sind aktuell Investitionen in Ausrüstungen für die Wasseraufbereitung geplant. Zudem ist eine Ausweitung der privaten Landwirtschaft angestrebt; Zuckerrohr ist dabei die wichtigste Einnahmequelle für das Land. Chancen bieten sich auch in der Nahrungsmittel- sowie Montanindustrie. Auch Kolumbien ist nahezu vollständig auf den Import von Labortechnik angewiesen – bei steigendem Bedarf. In dem Markt ist die Konkurrenz aus den USA allerdings sehr groß – knapp 50 % der Lieferungen stammen von US-Herstellern. Deutschland belegt mit einem Anteil von 11 % bzw. rund 40 Mio. Euro in 2015 jedoch immerhin Platz 2 im Segment. Potenzial bietet sich hier durch hohes Wachstum in wichtigen Abnehmerbranchen wie dem Chemiesektor, der Nahrungsmittelproduktion und im Bereich Gesundheit. Investitionen sind zudem in der Petrochemie geplant.

Gemeinsame internationale Aktivitäten?

Ein weiteres Thema mit Blick auf die Analysen,- Bio- und Labortechnik ist die Konsortialbildung. Es wird der Frage nachgegangen, ob ein Zusammenschluss verschiedener Hersteller zu Marketing- und Verkaufszwecken ein geeignetes Instrument insbesondere für diese Branche sein könnte. Verschiedene Ansätze, die Vorteile wie auch die Herausforderungen eines Konsortiums werden diskutiert.

Hier können Sie sich für den Außenwirtschaftstag am 29. November in Berlin anmelden.

* J. Goldenstede: Industrieverband Spectaris e.V., 10117 Berlin

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