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Analytica 2016: Instrumentelle Analytik Automatisiert Fehler analysieren

Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Life Sciences, Pharmazie, medizinische Diagnostik oder Chemie, Mineralölindustrie und Elektronik – Shimadzu stellt auch in diesem Jahr zahlreiche Neuheiten für unterschiedlichste Anwendungen und Industrien vor. Eine Weltneuheit ist auch dabei: Auf der Analytica in München fand der globale Launch des neuen Infrarot-Mikroskops AIM-9000 statt, das die Fehleranalyse im Rahmen der Mikroprobenanalyse automatisiert.

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Johan Leinders (re.), Produktmanger bei Shimadzu, präsentierte anlasslich der Analytica-Pressekonferenz des Unternehmens das neue Infrarot-Mikroskop AIM-9000
Johan Leinders (re.), Produktmanger bei Shimadzu, präsentierte anlasslich der Analytica-Pressekonferenz des Unternehmens das neue Infrarot-Mikroskop AIM-9000
(Bild: LABORPRAXIS)

München – In Zeiten ständig steigender Probenaufkommen und Durchsätze bei gleichzeitig hohen Anforderungen an die zugrundeliegende Analytik sind neue, verlässliche Automatisierungslösungen von der Probenvorbereitung bis hin zur Analytik höchst gefragt. Und so stellt Shimadzu auf der diesjährigen Analytica gleich mehrere Produktneuheiten vor, die diese Anforderung adressieren.

Stephane Moreau, Produktmanager bei Shimadzu präsentierte anlässlich der Pressekonferenz der Unternehmens am zweiten Messetag mit CLAM-2000 ein neues vollautomatisches Probenaufbereitungsmodul für die LCMS. Das „Clinical Laboratory Automated sample preparation Module“ automatisiert die Vorbehandlung von Blut- oder anderen biologischen Proben vor der LCMS-Analyse. „Das CLAM-2000 wurde für Anwender entwickelt, die Blutproben in pharmazeutischen und medizinischen Abteilungen oder in biologischen Analysenlaboren bearbeiten, die Variabilitätsproblemen bei den analytischen Ergebnissen oder einem Infektionsrisiko unterliegen“, erläutert Moreau. Nach einfachem Platzieren der Blutentnahmeröhrchen im System führt das CLAM-2000 alle anderen Prozesse bis zur LCMS-Analyse vollständig automatisch von der Vorbehandlung bis zur Analyse durch und bearbeitet einzelne Proben sukzessive nebeneinander. Daraus resultieren einheitliche Vorbehandlungszeiten unter den Proben, ohne die Verarbeitungsgeschwindigkeit zu verlangsamen. Auch die Datenreproduzierbarkeit und -Genauigkeit wird auf diese Weise deutlich verbessert.

Mikroprobenanalyse – Fehleranalyse leicht gemacht

Brandneu auf der Analytica 2016 vorgestellt, präsentiert Shimadzu zudem das neue Infrarot-Mikroskop AIM-9000 mit einem vollständig neuen Konzept für die Mikroprobenanalyse. „Das AIM-9000 ist das erste IR-Mikroskop, das tatsächlich für alle Anwender bestimmt ist, da es alle notwendigen Schritte, die mit der Fehleranalyse und der Mikroprobenbewertung verbunden sind vollständig automatisiert“, betont Johan Leinders, Produktmanager bei Shimadzu.

Die wichtigsten Merkmale der Automatisierung sind dabei:

  • Überwachung: Eine Weitwinkelkamera zoomt automatisch von der Wahrnehmung mit bloßem Auge (10 x 13 mm) bis hinab zur Größe von Verunreinigungen (300 x 400 μm)
  • Definition von Messpunkten und Messung: Die automatische Erkennung von Verunreinigungen stellt die Blende automatisch für die Messpunkte ein. Die Messung der Punkte wird automatisch durchgeführt
  • Nachweis: Das Analysenprogramm identifiziert das Spektrum automatisch. Die AIMsolution-Software kann mit der LabSolution IR-Bibliothek nach etwa 12.000 Spektren suchen. Verfügbar sind eine Bibliothek mit Kontaminanten von Trinkwasser, eine Bibliothek thermisch abgebauter Kunststoffe sowie optionale Sadtler- und STJ-Bibliotheken

Des Weiteren nutzt das AIM.9000 ein Hochgeschwindigkeits-Mapping mit Visualisierung. Es ist möglich, optisch zu überwachen und gleichzeitig zu messen. Das neue System richtet sich an Elektrik- und Elektronikindustrie, Maschinenbau und Transportwesen, Pharmazie und Life Sciences, Mineralölindustrie und Chemie.

ICPMS – Argonverbrauch um bis zu 70% reduziert

Ein dank sehr kompaktem Vakuumsystem ebenso kompaktes ICP-MS für die Elementanalyse von Verunreinigungen in pharmazeutischen Produkten hat Shimadzu mit dem ICPMS-2030 vorgestellt. Es erfüllt die Anforderungen der ICH-Q3D-Richtlinie für Verunreinigungen in pharmazeutischen Produkten. ICH-Q3D spezifiziert zulässige Grenzwerte der täglichen Aufnahme von 24 toxikologisch bedenklichen Elementen und verlangt deren hochempfindliche und hochpräzise Messung. Das ICPMS-2030 erfüllt diese Anforderungen mit einer hohen Empfindlichkeit im ppt-Bereich, abhängig von den Elementen sogar im sub-ppt-Bereich. Dies wird durch den optimierten internen Aufbau des Systems und die neu entwickelte Kollisionszelle erreicht. Das System erlaubt so die sensitive Analyse von rund 70 Elementen.

Die neue Plasmaeinheit mit der Mini-Torch reduziert dabei den Argon-Verbrauch signifikant. Schon im laufenden Betrieb wird bei einem Plasma-Durchfluss von 10 L/min eine Reduktion im Argon-Gas-Verbrauch von 40% erreicht. Im Standby-Modus reduziert ein Ökomodus zudem den Stromverbrauch auf 0,5 kW und den Plasma-Durchfluss auf 5 L/min. Auf diese Weise wird 70% weniger Argon verbraucht.

Assistenzfunktionen und die Labsolution-Software sorgen zudem für eine vereinfachte Analyse und höhere Datensicherheit.

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