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Studie Autoritäre Chefs sind bei Angestellten der Chemie und Life Sciences unbeliebt

| Redakteur: Doris Popp

Angestellte der Chemie- und Life-Science-Branche lehnen einen autoritären Führungsstil ab und erwarten mehr Handlungsspielraum von ihren Vorgesetzten. Das geht aus dem Global Workforce Index von Kelly Services hervor.

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Laut einer Studie von Kelly Services wollen die Beschäftigten der Chemie- und Life Science-Branchen mehr Verantwortung übernehmen.
Laut einer Studie von Kelly Services wollen die Beschäftigten der Chemie- und Life Science-Branchen mehr Verantwortung übernehmen.
(Logo: Kelly)

Hamburg – Die Beschäftigten der Chemie- und Life Science-Branchen wollen mehr Verantwortung übernehmen. Denn nur die Entscheidungen von ihrem Chef auszuführen reicht ihnen nicht. Der als „Empowerment“ bezeichnete Führungsstil mit einem hohen Grad an Selbstbestimmung würde ihrer Ansicht nach zu mehr Zufriedenheit führen. Dabei zeichnen Arbeitnehmer in der Chemie schon jetzt ein deutlich positiveres Bild ihrer Vorgesetzten als die Beschäftigten in den Life Sciences. Das geht aus dem Global Workforce Index von Kelly Services hervor.

Chemiker und Biologen arbeiten in verwandten Branchen. Doch sind ihre Vorstellungen über den richtigen Führungsstil durch den Chef recht unterschiedlich. Von den Mitarbeitern der Chemie-Branche möchten 37 Prozent im Zuge des „Empowerments“ mehr Handlungsspielraum von ihren Vorgesetzten erhalten. Einig sind sich die Branchen in der Ablehnung des autoritären Stils, den nur zwei Prozent bevorzugen. Bei den Life Sciences ist dafür der Wunsch nach einem visionären Führungsstil mit sieben Prozent vergleichsweise hoch ausgeprägt.

„Chemie und Life Science arbeiten im Alltag eng zusammen, doch wünschen sich Biowissenschaftler noch eher ein Leitbild, während die Chemiker mehr Eigeninitiative übernehmen wollen. Diese spezifischen Bedürfnisse liefern Teamleitern wichtige Hinweise für einen akzeptierten Führungsstil“, so Dr. Chiara Palazzi, Operations Manager bei Kelly Services.

Wunsch entspricht nicht immer der Wirklichkeit

Doch deckt sich der gewünschte Führungsstil kaum mit den tatsächlichen Verhaltensweisen der Chefs. Dieser Unterschied wird gerade bei den Life Sciences deutlich: 31 Prozent geben an, dass in ihren Unternehmen derzeit ein autoritärer Stil vorherrsche. Die gewünschte Selbstbestimmung und mehr Handlungsspielraum (Empowerment) erfährt immerhin jeder Fünfte der Life Sciences-Beschäftigten. Auch wenn die Angestellten damit noch nicht zufrieden sind, liegen sie damit über dem Schnitt aller Berufsgruppen von 18 Prozent.

Ein Grund für das gute Image der Arbeitgeber in der Chemie-Branche dürfte die höhere Zufriedenheit mit dem aktuellem Führungsstil sein: 35 Prozent der Angestellten gaben an, dass sie damit sehr zufrieden oder zumindest zufrieden sind. Und immerhin 22 Prozent erfahren einen Führungsstil mit Eigenverantwortung. Zudem spricht in dieser Branche die Mehrheit der Beschäftigten gegenüber Dritten ziemlich positiv über den eigenen Arbeitgeber: 47 Prozent bilden den Spitzenwert aller Branchen.

„Hoch ausgebildete Fachkräfte wie in der Chemie und den Life Sciences sind heiß begehrt auf dem Arbeitsmarkt. Die Unternehmen könnten neben den harten Faktoren auch den weichen Faktoren mehr Aufmerksamkeit widmen. Ein veränderter Führungsstil, der sich mit den Interessen der Arbeitnehmer deckt, ist da ein guter Anfang“, empfiehlt Palazzi.

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